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Crowdsourcing hilft auch in der Medizin

Datenanalyse als Computerspiel

Medizinische Daten liegen heute noch ziemlich ungeordnet vor: Labordaten von Blut- oder histologischen Untersuchungen, biochemische Informationen aus der Entschlüsselung des Genoms und der körpereigenen Eiweißbausteine (Proteom), statistische Ergebnisse aus unzähligen Experimenten und klinischen Studien sowie Bilddaten. Big Data – aber in dieser Form nicht zugänglich für den praktischen Einsatz.

Im Computerspiel können freiwillige Helfer Krebszellen abschießen – der Computer lernt daraus, diese Tumorzellen zu erkennen. © Computer Aided Medical Procedures & Augmented Reality / TUM

Das Einordnen ist das Problem

Deshalb suchen Forscher nach Strategien, wie man die Flut der Informationen ordnen und in einheitlichen Datenbanken bündeln kann. Man erklärt und ergänzt sie durch Anmerkungen, die Auskunft über Herkunft, Eigenschaften und Inhalt der Daten geben. Im Team von Nassir Navab von der TU München arbeiten Forscher unter anderem daran, die Zuordnung solcher Annotationen zu vereinfachen.

„Ärzte und Laborpersonal haben in der Regel keine Zeit, sich um die Aufbereitung ihrer Daten zu kümmern“, sagt Shadi Albarqouni. Er hat deshalb ein Projekt entwickelt, in dem die Mitwirkung vieler Internetnutzer möglich wird. Crowdsourcing heißt dieses Verfahren und beruht darauf, dass jeder, der Zeit und Lust hat, sich an der Erledigung bestimmter digitaler Aufgaben beteiligen kann. In Albarqounis Fall ist es die Analyse histologischer Gewebeschnitte, etwa bei Brustkrebs.

Krebszellen abschießen für Jeden

„Man muss dem Computer sagen, welche Zelle auf dem Bild eine Krebszelle ist, damit er daraus lernen und am Ende Krebszellen selbständig erkennen kann“, erklärt der Forscher. „Das ist im Prinzip eine äußerst langwierige Tätigkeit, und meist werden aus Zeitgründen auch nicht alle derartigen Zellen in einem Histologieschnitt erfasst.“

Um auch nicht erfahrene Internetbenutzer in solche Auswertungen mit einzubeziehen, hat er ein Computerspiel entwickelt, das zum Ziel hat, möglichst viele bösartige Krebszellen „wegzuschießen“. „In dieser Spielumgebung haben die Leute Spaß daran und zielen nur auf Objekte, die einer Krebszelle besonders ähneln.“ Der Computer registriert die „abgeschossenen“ Zellen und gibt ihnen intern die Annotation „Krebszelle“.

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TU München
Stand: 05.01.2018

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Big Data in der Medizin
Ein Blick auf die digitale Medizin der Zukunft

Ungenutzter Datenschatz
Big Data in Medizin und Lebenswissenschaften

Datenanalyse als Computerspiel
Crowdsourcing hilft auch in der Medizin

Vom Datenwust zur Therapie
Erst die Datenanalyse ermöglicht die Anwendung

Pipette statt Gießkanne
Wie Bioinformatik die personalisierte Medizin voranbringt

Intelligente Sensoren
Virtuelle Verbindung zum Arzt

Operieren mit Datenhelm
Wie Augmented Reality der Medizin helfen kann

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