Das Unheil nimmt seinen Lauf... - scinexx | Das Wissensmagazin
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Das Unheil nimmt seinen Lauf…

Von Entstehungsgebieten, Zugbahnen und Hurrikan gefährdeten Regionen

Die „Geburtsorte“ der tropischen Wirbelstürme sind auf ein Gebiet zwischen dem 15. nördlichen und südlichen Breitengrad beschränkt. Doch warum entstehen die gigantischen Tiefdruckwirbel gerade hier? Nur in dieser Region sind die Bedingungen für die Entwicklung von Hurrikans, Taifunen, Zyklonen und Willy-Willies optimal. Ein Streifen beiderseits des Äquators – etwa bis 6° Breite – bleibt dagegen von den riesigen Tiefdruckwirbeln verschont. In diesen äquatornahen Regionen ist die Corioliskraft, die der Hurrikan zur Bildung seines Wirbels benötigt, zu gering.

Zugbahnen und Entstehungsregionen von Wirbelstürmen © MMCD

Die Brutstätte der meisten Wirbelstürme wird auch Kalmengürtel (Kalme = Bezeichnung für Windstille) genannt. Sie entspricht dem Bereich der innertropischen Konvergenz (ITC). Der relativ schmale Korridor, der zwischen den nordöstlichen und südöstlichen Passatwinden liegt, ist geprägt durch häufige Windstillen, schwache Winde aus unterschiedlichen Richtungen, aber auch Windböen. Im Atlantik befindet sich diese Zone fast nur nördlich des Äquators. Aus diesem Grund treten im Südatlantik selten Hurrikans auf – die Entstehungsfaktoren sind hier nicht gegeben. Vor allem kalte Meeresströmungen (Benguela- und Humboldtstrom) bewirken, dass hier die tropischen Ozean die erforderliche Wassertemperatur von 27°C selten erreichen. Im Pazifik erstreckt sich die Region hingegen zu beiden Seiten des Äquators. Der pazifische Ozean wird deshalb sowohl im Norden als auch im Süden von den zerstörerischen Wirbelstürmen heimgesucht.

Vom Sahara-Sandsturm zum Hurrikan

Die atlantischen Hurrikans entstehen vorwiegend vor der Nordküste Südamerikas oder vor der westafrikanischen Küste. Häufig ist der Sturm, bevor er über dem warmen Ozean zum Hurrikan heranwächst, ein Sahara-Sandsturm, der auch schon Windgeschwindigkeiten von 110 Kilometern in der Stunde erreicht. Sobald der Sandsturm mit dem Monsun – der die lange Trockenperiode beendet – zusammentrifft, fängt es an wie aus Eimern zu schütten. Erreichen die Wolken bei Kap Verde den Atlantik, entwickeln sie sich zum gefürchteten Hurrikan. Mehrere hundert Kilometer vor der westafrikanischen Küste liegt der noch verhältnismäßig kleine Wirbelsturm dann in den „Geburtswehen“. Doch je weiter er zieht, umso bedrohlicher wird er.

Die meisten Hurrikans ziehen über die tropischen Gewässer und Inseln der Karibik hinweg und steuern dann in einem Bogen auf den Golf von Mexico, Florida oder die Südostküste der USA zu. Diese Gebiete gehören zu den besonders Hurrikan gefährdeten Regionen. Doch sogar in Mittel- und Nordeuropa sind die Ausläufer der nordatlantisch-karibischen Hurrikans in stark abgeschwächter Form als Sturmtief noch bemerkbar.

Die Zugbahnen der tropischen Wirbelstürme verlaufen parabelförmig. Auf der nördlichen Halbkugel ziehen die Tiefdruckwirbel zu Beginn in nordwestliche Richtung, um danach in höheren Breiten häufig nach Nordosten abzudrehen. Auf der südlichen Erdhalbkugel wandern sie zuerst nach Südwesten. Anschließend biegen die Wirbelstürme nach Südosten ab. Generell wird demnach der Großteil der tropischen Wirbelstürme nach Westen abgelenkt, um später in eine polwärtsgerichtete Zugbahn gen Osten einzuschwenken.

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Von den Taifunen in Südost- und Ostasien sind vor allem die Philippinen, Japan und die Ostküste Chinas einschließlich Taiwans bedroht. Die Zyklonen – die sich im Golf von Bengalen und dem Indischen Ozean entwickeln – verursachen jährlich immense Schäden in Bangladesch. Und die so genannten Willy-Willies richten in Australien große Verwüstungen an.

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Stand: 02.07.2004

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Hurrikans
Zerstörerische Wirbelstürme im Aufwind?

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Was ist ein Hurrikan?
Entstehungsfaktoren und Energiequellen der riesigen Wolkenwirbel

Das Unheil nimmt seinen Lauf...
Von Entstehungsgebieten, Zugbahnen und Hurrikan gefährdeten Regionen

Mit voller Wucht voraus...
Auswirkungen und Schäden von Hurrikans

Hurrikans als Wohltäter?
Die Natur weiß sich zu helfen...

"Hurricane hunters": Im Auge des Sturms
Die Vorhersage von Wirbelstürmen

Rette sich wer kann...
Flucht vor dem Wirbelsturm und das große Aufräumen danach

"Unmögliche" Hurrikans
Ausrutscher der Natur oder Zukunftstrend?

In Zukunft mehr?
Klimawandel und Hurrikans

Klassifizierung der Hurrikans
Die Saffir-Simpson- Hurrikan- Skala

Von "Ada" bis "Zet"
Namensgebung bei Hurrikans

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