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Das Ruhrgebiet

Klischee und Wirklichkeit

Klischees halten sich oft hartnäckig – auch wenn sie längst überholt sind. Kaum eine Region hat sich in den letzten Jahrzehnten so gewandelt wie das Ruhrgebiet. Vorbei ist die Zeit, in der jährlich 24.000 Tonnen Staub auf das Revier rieselten, Ruß und Rauch die Städte mit dunkler Patina überzog. Auch die schwarzen Berghalden sind grün geworden.

Eine weltweit einmalige Industriekultur ist entstanden. Spektakulärstes Beispiel: Die Zeche Zollverein, von der UNESCO jüngst zum Weltkulturerbe ernannt. Die Industrie-Giganten beherbergen nun Consulting-Unternehmen, Internetfirmen, Designerzentren und Gastronomiebetriebe. Im Revier wird nicht mehr Kohle abgebaut, sondern mit dem Rohstoff des neuen Jahrtausends gehandelt: mit Daten.

Nach London und Paris ist das Ruhrgebiet mit über fünf Millionen Einwohnern die drittgrößte Städteagglomeration Europas und die größte Deutschlands. Der über 4000 Quadratkilometer große Verdichtungsraum besteht aus einem Verbund mittlerer und großer Städte. Diese sind räumlich zwar auf das engste miteinander verflochten, dennoch besitzt jede Stadt eine eigene Identität. So steht das ausgeprägte Eigeninteresse einer sinnvollen Zusammenarbeit unter den Ruhrgebietsstädten oft entgegen.

Das Konkurrenzdenken bremst den Wandel des Ruhrgebiets und führt zu zahlreichen Problemen. So stechen sich die Städte bei Neuansiedlungen gegenseitig aus, im Umkreis von 35 Kilometern werden drei Philharmonien geplant, Straßenbahnen fahren auf unterschiedlichen Spurbreiten.

Der Ruf nach Veränderungen wird immer lauter: Den Städten des Ruhrgebiets fehlt eine Schaltzentrale. Es muss eine „Ruhrstadt“ mit einheitlicher Stadt-, Verkehrsplanung, Wirtschaftförderung, Kulturpolitik werden. Bislang hat das Ruhrgebiet für Großstadt-probleme nur kleinstädtische Lösungen parat. Und Probleme machen an Stadtgrenzen nicht halt. Noch immer fordert das Erbe der Montanindustrie Opfer: Arbeitslosigkeit und Bevölkerungsrückgang. Um die Aufgaben der Zukunft bewältigen zu können, müssen die Städte an einem Strang ziehen…

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Stand: 09.02.2002

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Hightech statt Hochöfen
Das Ruhrgebiet auf dem Weg zur Metropole?

Das Ruhrgebiet
Klischee und Wirklichkeit

Vom Kohlenpott zur Metropole
Grüne Städtelandschaft mit kultureller Vielfalt

Route der Industriekultur
Ruhrkultur pur

Grünes Ruhrgebiet
Oasen in der Industriewüste

Die Städte untereinander
Konkurrenz statt Kooperation

Strukturschwaches Ruhrgebiet
Handeln ist angesagt

In der Diskussion
Aus dem Ruhrgebiet muss Ruhrstadt werden

Der tägliche Verkehrsinfarkt
Stau ohne Ende

Metrorapid als Rückgrat
Die Lösung ?

Mobilitätszentralen
Mit dem "Ruhrpilot" staufrei durchs Revier

Der Ruhrpott entsteht
Von einer explosionsartigen Industrieentwicklung

Der schwierige Strukturwandel
Schwarze Zukunft für die Kohle

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