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Radioaktive Abfälle und ihre Entsorgung

Das Problem

Lange galt die Atomenergie als vielversprechende und sogar umweltfreundliche Alternative zu Kohle, Gas oder Öl. Denn die Kernspaltung setzt keine klimaschädlichen Abgase frei und verbraucht im Vergleich zu fossilen Brennstoffen weniger Ressourcen – so die immer wieder von der Atombranche betonten Vorteile.

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Die Schattenseite der Atomenergie

Doch spätestens seit Tschernobyl und Fukushima ist klar, dass dies nur die halbe Wahrheit ist. Denn Atomkraftwerke sind trotz aller Sicherheitsvorkehrungen nicht unfehlbar. Bedienungsfehler, technische Pannen oder Naturkatastrophen können in schlimmsten Fall zu kaum mehr beherrschbaren Atomkatastrophen führen und ganze Landstriche radioaktiv verseuchen.

Aber selbst wenn alles glatt läuft, bringt die Atomenergie ein großes Problem mit sich: den Atommüll. Ob abgebrannte Kernbrennstäbe, kontaminierte Kühlflüssigkeit oder verstrahlte Bauteile: Im regulären Betrieb fallen ständig radioaktive Abfälle an. Und das nicht zu knapp: Rund 400 Atomkraftwerke sind weltweit in Betrieb und sie produzieren neben Strom und Wärme jährlich tausende Tonnen radioaktiver Abfälle. Allein beim radioaktivsten Anteil des Atommülls – verbrauchte Brennelemente – kommen jedes Jahr rund 10.000 Tonnen neu hinzu.

Blick in einen Reaktorbehälter des schwedischen Kernkraftwerks Ringhals © Vattenfall (CC BY-NC-ND 2.0)

35.000 Kernbrennstäbe – allein in Deutschland

Seit der Inbetriebnahme des ersten Atomkraftwerks haben sich dadurch weltweit rund 370.0000 Tonnen dieser hochradioaktiven Abfälle angesammelt, so die Schätzung der Internationalen Atomenergie Agentur (IAEA). Auch Deutschland produziert – trotz Atomausstieg – weiterhin hochradioaktive Abfälle: Bis zum Abschalten des letzten Kernkraftwerks im Jahr 2022 werden sich rund 35.000 verbrauchter Brennelemente bei uns angesammelt haben.

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Dazu kommt noch ein Mehrfaches an mittel-und leichtradioaktivem Atommüll. Dieser entsteht beispielsweise durch den Einsatz von radioaktivem Material in der Forschung und Medizin, aber auch beim Rückbau von stillgelegten Atomkraftwerken. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums fallen davon bei uns insgesamt rund 620.000 Kubikmeter an.

Bisher nur Zwischenlösungen

Doch wohin damit? Bisher gibt es auf diese Frage keine endgültige Antwort: Weltweit ist bisher kein einziges Endlager für hochradioaktiven Atommüll in Betrieb. Erst im Jahr 2015 erteilte die finnische Regierung als erstes Land zumindest eine Baugenehmigung für ein Endlager. Aber selbst in Staaten wie Frankreich oder den USA, die seit Jahrzehnten einen beträchtlichen Teil ihrer Energieversorgung durch Atomkraft decken, ist man bisher über Planungen und Tests nicht hinausgekommen.

Ein CASTOR-Behälter mit radioaktivem Abfall aus der Wiederaufbereitungsanlage La Hague auf dem Weg nach Gorleben. © KaiMartin/ CC-by-sa 3.0

Deshalb werden die Brennstäbe und andere strahlende Relikte zurzeit entweder wiederaufbereitet oder in speziellen Transportbehältern wie den Castoren eingeschlossen und auf dem Gelände der Atomkraftwerke oder in Zwischenlagern aufbewahrt. Doch diese Zwischenlagerung ist bestenfalls eine vorübergehende Lösung, weil die in diesen Abfällen enthaltenen Radionuklide teilweise noch zehntausende von Jahren und länger zerfallen und dabei Strahlung abgeben. So hat Plutonium-239 eine Halbwertszeit von knapp 25.000 Jahren, radioaktives Iod-129 sogar von gut 15 Millionen Jahren.

Um eine Kontamination der Umwelt zu verhindern, muss dieser Atommüll daher für lange Zeiträume hinweg sicher eingeschlossen werden – und dies möglichst ohne dass ständig Wartungsarbeiten oder andere erhaltende Maßnahmen anfallen. Doch wie und wo eine solche langfristige Aufbewahrung möglich ist, darüber wird bis heute heftig gestritten.

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Nadja Podbregar
Stand: 01.12.2017

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Wohin mit dem Atommüll?
Die schwierige Suche nach einem Endlager

Das Problem
Radioaktive Abfälle und ihre Entsorgung

Unwägbare Risiken
Was die Endlagersuche so schwierig macht

Der Untergrund
Welches Gestein für das Endlager?

Die Behälter
Auf das Material kommt es an

Das Füllmaterial
Bentonit als geotechnische Barriere

Großexperiment mit ungewissem Ausgang
Wie geht es nun weiter?

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