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Das Land, wo Milch und Honig fließen?

Über das Leben der Oasenbauern

Paradiese der Wüste – diese schillernde Bezeichnung für die Oasen klingt außerordentlich verlockend und verheißungsvoll, ist aber mehr als irreführend. Denn anders als im Garten Eden oder im Land, wo Milch und Honig fließen, beruht die biologische Vielfalt und der relative Reichtum der Oasen auf der intensiven Arbeit der Oasenbauern.

Baum in der Wüste © DWH

Ein mühseliges und hartes Leben führen sie bei dem Versuch, der Wüste ihren Lebensunterhalt abzuringen. Die Felder und Plantagen müssen bestellt oder in Ordnung gehalten werden, Brunnenbohrungen und Wasser schöpfen gehören zum täglichen Alltag. Der Lohn für die Plagerei ist vielfach kärglich, denn die Verteilung des Grundbesitzes innerhalb der Oasen ist häufig problematisch.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Oase Tozeur in Tunesien. Fast 20.000 Menschen leben hier auf engstem Raum. Die Oase gliedert sich in sechs Bereiche und wird von artesischen Quellen, die Wasser aus Gesteinsschichten der Kreidezeit und des Tertiärs an die Erdoberfläche befördern, versorgt.

Mehr als ein Drittel der Dattelwälder von Tozeur befindet sich in der Hand weniger „Großgrundbesitzer“. Ein durchschnittlicher Kleinbauer – und davon gibt es sehr viele – verfügt dagegen nur über maximal 100 Dattelpalmen. Zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben. Denn von dem Gewinn, den die Dattelpalmen abwerfen, müssen große Teile für Pacht- und Wassergelder bezahlt werden. Der Rest reicht für ein sorgenfreies Leben der Familie nicht mehr aus.

Und noch ein Phänomen macht den Oasenbewohnern in Tozeur und überall auf der Welt zu schaffen. Durch den fortschreitenden Klimawandel und zahlreiche menschliche Einflüsse, wie zu dichte Besiedlung, übertriebenen Ackerbau, Bodenversalzungen und -abtragungen, bedroht die Desertifikation auch viele Oasen.

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Die Oasenbauern haben alle Hände voll zu tun, um die Oasen vor dem Zugriff des alles verschlingenden Wüstensandes zu schützen. Hilfe bringen oft nur moderne Techniken wie die Satellitenbeobachtung – aber die sind teuer und für viele kleinere Oasen kaum finanzierbar. Nur so aber können der Stand und die Entwicklung der Desertifikation sicher gemessen und die ergriffenen Gegenmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden…

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Stand: 14.06.2001

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