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Das Geheimnis der Giganten

Ist das Zeitalter der Riesen vorbei?

Ihre Schritte ließen den Boden erbeben, ihr Schatten verdunkelte die Sonne: Vor rund 150 Millionen Jahren, gegen Ende des Jura, herrschte auf der Erde das Zeitalter der Riesen: Ganze Herden von meterhohen und bis zu 50 Tonnen schweren pflanzenfressenden Dinosauriern bevölkerten die weiten Ebenen. Der größte von ihnen, Brachiosaurus, wog an die hundert Tonnen und reichte mit seinem giraffenartigen Hals bis in 16 Meter Höhe.

Dinosaurier © J. Smit

Gejagt wurden sie von kaum weniger riesigen Fleischfressern wie dem Tyrannosaurus, dessen Kiefer allein die Größe eines zweijährigen Kindes erreichten. Zur gleichen Zeit lauerte ein nicht viel weniger gigantisches Wesen im sumpfigen Ufer von Flüssen und Seen: Sarcosuchus imperator, ein zwölf Meter langes, dinosaurierfressendes Riesenkrokodil.

Auch in der Luft galt in der Vergangenheit der Erde offenbar lange Zeit die Devise „bigger is better“: Die Flügelspannweite der Flugsaurier des Jura betrug bis zu zwölf Meter und auch die Insekten hatten mit Spannweiten von knapp einem Meter fast horrorfilmreife Dimensionen.

Riesenrhinozeros Baluchitherium © Heinrich Harder

Doch nicht nur die Saurier und Insekten von vor hunderten von Millionen Jahren erreichten solche gewaltigen Ausmaße, auch in unserer – geologisch gesehen – unmittelbaren Vergangenheit gab es noch Riesen: Vor 20 bis 30 Millionen Jahren lebte im Südwesten Asiens das acht Meter hohe und 15 bis 20 Tonnen schwere Riesenrhinozeros Baluchitherium. Der harmlose Pflanzenfresser gilt heute als eines der größten Landsäugetiere aller Zeiten. Etwa zur gleichen Zeit verbreitete Phororhacus, ein fleischfressender, knapp zwei Meter großer Laufvogel in den weiten Grasebenen Südamerikas Angst und Schrecken.

Noch später, vor rund 50.000 Jahren lebten in Australien immerhin noch Vögel mit einem Gewicht von mehr als 100 Kilogramm und die krallenbewehrten Kängurus dieser Zeit wuchteten mit jedem Sprung 300 Kilo durch die Luft. In Neuseeland konnte man sogar noch bis zum Jahr 1800 den Laufvogel Dinornis bestaunen. Der bis zu 3,5 Meter große schwerfällige Pflanzenfresser gilt als einer der größten Vögel, die jemals existiert haben.

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Doch wo sind die Giganten von einst geblieben? Gemessen an den gewaltigen Tierkolossen der Vergangenheit sind die heutigen Elefanten, Giraffen und selbst der Blauwal allenfalls kümmerliche Relikte, die große Masse der Pflanzen- und Tierwelt ist auf einen Bruchteil der prähistorischen Dimensionen geschrumpft.

Das Zeitalter der Riesen scheint vorbei – doch warum? Was schuf die gewaltigen Riesen der Vergangenheit und weshalb gibt es sie heute nicht mehr? Diese Frage bereitet der Wissenschaft bis heute Kopfzerbrechen…

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Stand: 21.09.2002

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Riesen im Tierreich
Erfolgsrezept oder Laune der Natur?

Das Geheimnis der Giganten
Ist das Zeitalter der Riesen vorbei?

Modell Giraffe
Was braucht ein Riese zum Überleben?

Das Rätsel der unmöglichen Riesen
Gigantismus bei Insekten und Spinnentieren

Alles wird immer größer - oder doch nicht?
Die Widerlegung der Copeschen Regel

Big is successful - manchmal
Ökologische Vor- und Nachteile der Größe

Leben in Zeitlupe
Vor- und Nachteile im Energiespargang

Riesen als Auslaufmodell?
Die Natur behält ihr Geheimnis

Wir werden immer größer...
Die Menschheit wächst

Größer, schwerer, länger
Rekorde der Pflanzen- und Tierwelt

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