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Tauziehen um den Dinokiller

Das Datierungs-Problem

Seit dem Fund des Chicxulub-Kraters ist klar, dass es vor rund 65 Millionen Jahren einen Meteoriteneinschlag gab. Und die Iridium-Anomalie, Mikrotektite und andere global verbreitete Ejekta zeugen davon, dass sich dieser Impakt weltweit ausgewirkt haben muss. Damit sind im Fall „Dinokiller“ sowohl ein mutmaßlicher Täter als auch Indizien für seine Tat vorhanden.

Die Yaxcopoil-1 Bohrung im Chicxulub-Krater im Jahr 2001 © Chicxulub Scientific Drilling Project (CSDP)

Aber reichen die Indizien aus, um ihn zu überführen? War der Chicxulub-Asteroid tatsächlich der Dinokiller? Oder anders gesagt: Waren die Folgen des Einschlags ausreichend, um das Massensterben am Ende der Kreidezeit auszulösen?

Die große Bohrung

Nachdem dies seit Mitte der 1990er Jahre fast schon klar schien, hat ausgerechnet die umfassendste und wichtigste Bohrung im Chicxulub-Krater kurz nach der Jahrtausendwende neue Zweifel an dieser Theorie geweckt – zumindest bei einigen Forschern. Im Rahmen des internationalen Kontinentalen Tiefbohrprogramms fraß sich bei der Stadt Yaxcopoil, 60 Kilometer vom Zentrum des Kraters entfernt, ein Spezialbohrer tief in den Untergrund.

In etwa 800 Metern Tiefe dann war es soweit: In den Bohrkernen tauchte eine gut hundert Meter dicke Schicht auf, deren Gesteine deutliche Spuren von extremer Druck- und Hitzeeinwirkung zeigten. Die Ebene des Einschlags war erreicht. Kaum waren die Bohrkerne geborgen, stürzten sich Wissenschaftler aus aller Welt mit Feuereifer darauf.

Bohrkern aus dem Chicxulub-Krater. © Chicxulub Scientific Drilling Project (CSDP)

Der Schichten-Schock

Doch ihre mit Spannung erwarteten Auswertungen trugen nicht gerade dazu bei, mehr Klarheit zu schaffen – ganz im Gegenteil. Sie heizten die Diskussionen noch weiter an. Stein des Anstoßes dabei: Eine rund 50 Zentimeter dicke Kalksteinschicht mit Fossilien aus der Kreidezeit, die seltsamerweise nicht unter, sondern über der Einschlagsschicht lag.

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Im Prinzip gab es dafür nur zwei Erklärungs-Möglichkeiten: Entweder waren alle bisherigen Datierungen falsch und der Chicxulub-Einschlag hatte sich nicht direkt an der K/T-Grenze, sondern einige hunderttausend Jahre früher ereignet. Oder aber die darüberliegenden Kreidezeit-Ablagerungen waren ein Artefakt, ein Resultat heftiger Umwälzungen und Einbrüche nach dem Impakt. Aber welche Erklärung war die richtige?

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Nadja Podbregar
Stand: 11.09.2015

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Der Fall "Dinokiller"
Auf der Suche nach der Ursache des Massenaussterbens

Das erste Indiz
Rätselhafte Brüche in den Fossilienfunden

Das Iridium-Rätsel
Eine erste Spur des Täters

Ein kosmisches Attentat?
Auf der Suche nach der Herkunft des Iridiums

Ist der Täter gefunden?
Eine Asteroiden-Theorie sorgt für Aufsehen

Der Schwanz des Teufels
Die Suche nach dem Einschlagsort

Das Datierungs-Problem
Tauziehen um den Dinokiller

Der große Streit
Meteorit versus Vulkanismus und Co

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