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Cola als Härtetest

RFID-Chips in der Logistik

Vom Einsatz der RFID-Technologie kann insbesondere die Logistikbranche profitieren. Die Warenflüsse lassen sich mit Hilfe der Funktechnologie steuern und dokumentieren. Laut einer Prognose der Beratungsgesellschaft McKinsey werden im Jahr 2010 bereits jede zweite Palette, jede dritte Verpackung und jeder zwanzigste Artikel weltweit mit Funk-Etiketten markiert sein.

Doch wie sieht es in der Praxis aus, wenn Paletten mit Funkchips versehen werden? Lassen sich die Informationen auch zuverlässig auslesen, wenn mehrere Paletten gleichzeitig auf einen Gabelstapler geladen werden? Funktioniert die Technologie auch beim Transport von Flüssigkeiten?

Paletten werden mit einem Funkchip versehen, ein RFID-Tor liest sie aus. © Fraunhofer IML

Cola-Lieferkette als Modell

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund haben gemeinsam mit dem Paletten-Dienstleister Chep, der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG und der Rewe Group ein Konzept für den RFID-Einsatz entwickelt und in der Praxis erfolgreich getestet. „Unser Ziel war es, die gesamte Supply-Chain abzubilden, das heißt vom Anliefern der Paletten durch den Pooldienstleister Chep über das Verladen der Getränke beim Hersteller Coca-Cola bis zur Auslieferung in die Rewe-Läden und zurück soll RFID-Technik eingesetzt werden“, fasst Niko Hossain vom IML die umfangreiche Aufgabenstellung zusammen.

Chips machen Paletten intelligent

Dazu werden die Paletten jeweils mit einem Funkchip versehen, auf dem eine 18-stellige Identifikationsnummer (Global Returnable Asset Identifier – GRAI) gespeichert ist. Die eingesetzten RFID-Chips sind beschreibbar und lassen sich wieder verwenden. Auf diese „intelligenten“ Ladungsträger werden die Getränke palettiert.

RFID-Tor hat den Überblick

Über ein RFID-Tor kann man die Daten vor dem Verladen auf den LKW automatisch auslesen. „Das etwa fünf Meter breite Tor ist mit bis zu acht Antennen ausgestattet. So lassen sich die Informationen von sechs Paletten gleichzeitig auswerten. Dazu muss der beladene Gabelstapler nur in Schrittgeschwindigkeit durch das Tor fahren“, erläutert Hossain. Die Daten werden dann an Rewe weitergeleitet.

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„Die Technik funktioniert nicht nur im Labor, sondern auch im richtigen Leben“, zieht Stefan Jakoby, Direktor Handelsbetreuung bei Chep Deutschland, nach dem Testbetrieb eine positive Bilanz. „Das Pilotprojekt hat gezeigt, dass wir nicht jeden einzelnen Artikel mit einem Chip versehen müssen, um seinen Weg zu verfolgen.“ Und auch der Getränke-Hersteller ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Im Themengebiet RFID und Warentransport konnten wir zum ersten Mal eine hundertprozentige Lesequote erreichen“, freut sich Jan Schneider, Leiter Logistik Nationale Kunden bei Coca-Cola.

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Birgit Niesing /Fraunhofer Magazin
Stand: 15.01.2010

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Smarte Etiketten
Auf dem Weg zum “Internet der Dinge”

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