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Botschafterin der Schimpansen

Jane Goodalls Einsatz für den Schutz der Menschenaffen

Seit Beginn ihrer jahrzehntelangen Forschungsarbeiten mit den Schimpansen in Tansania ist Jane Goodall der respektvolle Umgang mit den Primaten wichtig. Das ist bis heute so geblieben – und noch wichtiger geworden.

Gefahr Mensch

Goodall liebt nicht nur Schimpansen, sie sorgt sich auch um das Überleben der Art, denn die Menschenaffen sind stark bedroht. Während ursprünglich schätzungsweise über eine Million Schimpansen in Afrika verteilt lebten, gibt es inzwischen nur noch höchstens 300.000 Tiere in wenigen Ländern Zentralafrikas.

Der größte Feind der Affen ist dabei der Mensch: Sie werden zum Handel gejagt, Wälder werden abgeholzt und ihre Lebensräume werden für die Landwirtschaft oder Siedlungen genutzt. Letzteres hat auch zur Folge, dass die Schimpansen nicht mehr wandern können, weil nur noch kleine Urwald-Inseln inmitten der menschlichen Lebensräume übrigbleiben. Dadurch verringert sich der genetische Austausch zwischen den Schimpansen-Populationen und sie sind bei sich schnell ändernden Umweltbedingungen weniger anpassungsfähig.

Verbreitungsgebiete
Beide Arten der Schimpansen gelten heute als stark gefährdet und haben nur einen kleinen Verbreitungsraum in Afrika. © Cody.pope/ gemeinfrei

Zudem erreichen die Menschenaffen durch die Nähe zum Menschen immer mehr Krankheitserreger, gegen die die Tiere keine Abwehrmechanismen besitzen und die sie daher besonders schwer erkranken lassen. Sie bekommen so etwa Grippe oder zum Beispiel Tollwut, die von Haustieren übertragen wird. Sogar das gefürchtete Ebola-Virus infiziert Schimpansen und das Coronavirus SARS-CoV-2 könnte sie auch treffen.

Die nahe Verwandtschaft der Schimpansen zu den Menschen macht sie außerdem zu einem begehrten wissenschaftlichen Forschungsobjekt: Zwar ist in einigen Ländern gesetzlich verboten, Primaten zur Forschung auszunutzen, dennoch bleiben sie weltweit als Forschungstiere für die Medizin oder Raumfahrt im Einsatz. Zudem werden die Menschaffen mancherorts noch immer als Unterhaltungsobjekte im Zirkus, in Fernsehshows oder als Haustiere missbraucht.

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Den Tieren eine Stimme geben

Jane Goodall
Bis heute hält Jane Goodall weltweit Vorträge, um auf den Schutz wilder Tiere und der Umwelt aufmerksam zu machen. © Johanna Lohr/ CC-by-sa 4.0

Um den Rückgang des Bestands und den nicht artgerechten Umgang mit den Schimpansen zu stoppen, hat sich Goodall in den letzten sechs Jahrzehnten zur „Schimpansen-Botschafterin“ entwickelt: Bereits im Jahr 1965 erschien der Film „Miss Goodall and the Wild Chimpanzees“ von der National Geographic Society, den Goodalls späterer Ehemann Hugo van Lawick mit ihr gedreht hatte. Darin unterstrich die Forscherin mit beeindruckenden Bildern und Szenen, wie schützenswert diese Wildtiere sind. Weitere Filme und über 30 Sach- und Kinderbücher wie „Wilde Schimpansen“ oder „Grund der Hoffnung“ sowie Beiträge in wissenschaftlichen Publikationen folgten.

Zusätzlich gründete die Wissenschaftlerin 1977 das erste Jane-Goodall- Institut in der USA, zu dem bis heute zehn weitere Institute auf der ganzen Welt dazu gekommen sind. Diese setzen sich für das Wohl von Menschenaffen weltweit ein und führen unter anderem das Auffanglager „Tchimpounga Chimpanzee Rehabilitation Centre“ in der Demokratischen Republik Kongo für verwaiste Schimpansen. Diese Einrichtungen beziehen die einheimische Bevölkerung bei der Pflege und dem Schutz der Menschenaffen mit ein und sorgen so für mehr Aufklärung und ein Umdenken.

Darüber hinaus organisieren die Institute seit 1991 in mehr als 70 Ländern Anlauf- und Koordinationsstellen für die Umweltprojekte „Roots & Shoots“. Diese Programme sollen Kinder und Jugendliche weltweit motivieren, sich für Menschen, Tiere und die Umwelt zu engagieren. „Ich bin zutiefst überzeugt, dass es unendlich wichtig ist, vor allem Kindern beizubringen, allem Leben gegenüber respektvoll zu sein. Ich glaube, die wichtigste Botschaft an die Menschheit ist, dass jedes einzelne Individuum zählt, auch jedes nicht-menschliche“, so Jane Goodall.

Um diese Botschaft weiter zu verbreiten und auf den dringend notwendigen Schutz der uns so ähnlichen Tiere aufmerksam zu machen, hält Goodall bis heute unzählige Vorträge weltweit. 2002 wurde sie zudem zur Friedensbotschafterin der Vereinten Nationen ernannt.

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Jane Goodall
Die "Mutter" der Schimpansen

Von der Reisenden zur Forscherin
Wie Goodall nach Afrika kam und blieb

Eine neue Art der Forschung
Was Jane Goodall anders machte

Revolutionäre Einblicke
Schimpansen in ganz neuem Licht

Von wegen friedlich
Kriege und Aggression unter Schimpansen

Unser nächster Verwandter
Über die zwischen Ähnlichkeiten Mensch und Schimpanse

Botschafterin der Schimpansen
Jane Goodalls Einsatz für den Schutz der Menschenaffen

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