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Blutserum als Tester

Antikörperreaktion deckt verborgene Allergene auf – wenn das richtige Serum vorhanden ist

Neben der Sequenzanalyse ist der Test mit dem Blutserum von Allergikern eine wichtige Methode, ein Allergierisko zu identifizieren. Er kommt zum Einsatz, wenn beispielweise das fragliche Protein aus einer bekannten Allergenquelle, wie beispielsweise der Erdnuss, stammt, aber die Forscher in DNA-Tests keine Sequenzähnlichkeit mit bekannten Allergenen feststellen konnten. Ist das der Fall, untersuchen die Wissenschaftler ob in Verbindung mit den Seren von Patienten, die auf die entsprechende Allergenquelle sensibel reagieren, eine erhöhte IgE-Antikörperreaktivität auftritt (Allergen-specific Serum Screen).

Erythrocyten, Leukocyten und Thrombocyten © NCI

Wenn hingegen das fragliche Protein eigentlich absolut unverdächtig ist, weil es weder aus einem allergenen Spenderorganismus stammt noch Sequenzähnlichkeiten mit bekannten Allergenen vorhanden sind, führen die Allegentester einen anderen Test durch, den soi genannten „Targeted Serum Screen“. Bei diesem vermischen sie das Testprotein mit Seren von Allergikern, die gegen die verschiedenartigsten Allergene sensibilisiert sind – machen sozusagen den „Breitbandtest“.

Eine gute Idee, könnte man meinen. Aber auch das hat einen Haken: Zur Zeit gibt es keine allgemein zugänglichen Serumbanken, die über eine umfassende Sammlung von Allergikerseren verfügen – in der Regel ist damit ein solcher Breitbandtest also gar nicht durchführbar.

Mit zunehmendem Wissen über die Häufigkeit von bestimmten Allergien stellt sich auch die Frage, wie viele Allergikerseren in einem solchen Serum-Screen getestet werden müssen. Bei der Haselnussallergie ist zum Beispiel bekannt, dass nur etwa 1,6 Prozent aller Haselnussallergiker mit schweren Symptomen auf ein bestimmtes Allergen der Haselnuss reagieren. Wollte man also mindestens fünf dieser Allergikerseren in einem solchen Test verwenden, müssten mindestens 314 Seren untersucht werden.

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Stand: 07.10.2005

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Lebensmittelallergien durch Gen-Food?
Die Risikoabschätzung und ihre Grenzen

Reinfall oder Chance?
Der Fall des gentechnisch „verbesserten“ Soja

Vernetzung entscheidend
Wie kommt es zu einer Allergie?

Allergene, Sequenzen und Peptide…
Wie wird das Risiko analysiert?

80 statt acht Aminosäuren als Kriterium
Verschärfung der Anaylserichtlinien - aber keine endgültige Sicherheit

Blutserum als Tester
Antikörperreaktion deckt verborgene Allergene auf – wenn das richtige Serum vorhanden ist

Allergene überkreuz
Warum der Apfel an der Apfelallergie unschuldig ist

Testsystem mit großen Lücken
Mögliche Risikofaktoren bisher nicht gestestet

Gentechnik gegen Allergene?
Neue Ansätze zur Diagnostik und Therapie von Lebensmittelallergien

Genfood oder echt Natur?
Der Nachweis von transgenen Pflanzen

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