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Blau bis in alle Ewigkeit

Rätsel um 26 Millionen Jahre altes Chitin

Gegen die Vergänglichkeit sind Paläontologen machtlos. Sie können nur einsammeln, was sie ihnen übriggelassen hat. Und das ist meist wenig: Abdrücke oder Versteinerungen. Sekundäre Bildungen also, keine originären Knochen, Zähne oder gar Innereien.

Prachtkäfer mit erhaltener Färbung © Landesamt für Denkmalpflege Mainz

In Stöffel jedoch blieb sogar etwas erhalten, das die FOscher zunöchst vor ein Rätsel steltte: Die Grabungsmannschaft fand zahlreiche Insekten, deren Oberflächen noch farbig schimmerten. Doch wie hatte sich dieses Schimmern so lange unversehrt erhalten können?

Eine gaschromatographische Analyse erbrachte schließlich ein erstaunliches Ergebnis. In den 26 Millionen Jahre alten Insekten konnte man noch Chitin nachweisen, die organische Substanz, die auch heute noch die Panzer von Insekten aufbaut. Offenbar hatte sie sich über die lange Zeit unzerstört erhalten.

Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler: Nicht die Zeit ist der Schlüssel für den Verfall der organischen Substanz Chitin, sondern ausschließlich die Bedingungen ihrer Umwelt – und in Stöffel waren diese offensichtlich günstig.

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Stand: 14.10.2005

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Von Urpferden und Flugmäusen
Die Ausgrabungen in Messel und Stöffel

Ein Tag am Maar
Untergang eines Maarsees

... 25.600.000 Jahre später
Beim Spielen wiederentdeckt

Ortstermin Enspel `99
Eine paläontologische Ausgrabung

Der französische Verwandte
Den Nager von Enspel kannte man bereits - als Zahn

Blau bis in alle Ewigkeit
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Weltnaturerbe contra Hausmüll
Die Grube Messel

Die hessischen Tropen
Messel - ein fast vollständig erhaltenes Ökosystem

Kalte Vulkane und schützendes Sediment
Warum sind die Fossilien von Stöffel und Messel so gut erhalten?

Von der Präparation ins Museum
Bedrohungen für Fossilien und Ausgrabungstellen

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