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Warum Bienen und Co gefährdet sind

Bestäuber in Bedrängnis

Das Millionen Jahre alte System, das auf der Partnerschaft zwischen Blütenpflanzen und Bestäubern beruht, ist bedroht. Denn die Bestäuber haben heute mit vielen Problemen zu kämpfen. Schon seit Jahren warnen Ökologen vor einem Rückgang der Honigbienen – und tatsächlich ist die Zahl der in menschlicher Obhut gehaltenen Helferlein in manchen Regionen der Erde deutlich gesunken.

In Europa gelten bereits neun Prozent aller Schmetterlingsarten als gefährdet. © Dim868/ pixabay

Noch schwieriger ist die Lage aber für die wildlebenden Blütenbesucher, sagen Experten. Zwar fehlen für viele Arten aussagekräftige Langzeitbeobachtungen. Die vorhandenen Daten jedoch lassen oft nichts Gutes vermuten. Vergleichsweise intensiv erforscht ist zum Beispiel die Situation der bestäubenden Wirbeltiere, zu denen Vögel und Fledermäuse gehören: Mehr als 16 Prozent dieser Spezies sind nach Einschätzung der Weltnaturschutzunion IUCN weltweit vom Aussterben bedroht.

Weltweiter Insektenschwund

Auch bei den Insekten lassen sich bedenkliche Entwicklungen nachweisen. Drastische Rückgänge verzeichnen Biologen etwa bei der Franklin-Hummel in den USA, der Cullumanus-Hummel in Europa und der Riesenhummel in Patagonien. Doch nicht nur die Zahl der Hummeln reduziert sich. So gelten in Europa bereits neun Prozent aller Bienen- und neun Prozent aller Schmetterlingsarten als gefährdet.

Insgesamt schätzt der Weltbiodiversitätsrat IPBES, dass weltweit 40 Prozent aller wirbellosen Bestäuber vom Aussterben bedroht sind – vor allem Bienen und Schmetterlinge. Das ist besonders problematisch, weil die wilden Insekten für die Bestäubung von Wild- wie Nutzpflanzen extrem wichtig sind. Studien zeigen, dass ihr Rückgang selbst dann nicht kompensiert werden kann, wenn zum Ausgleich Honigbienenstöcke aufgestellt werden.

Die aus Asien eingeschleppte Varroa-Milbe gilt als einer der größten Feinde europäischer Bienen. © US Department of Agriculture/ public domain

Krankheiten, Feinde und Klimawandel

Bedroht sind die Bestäuber gleich durch mehrere Faktoren: Einige Arten leiden unter Krankheiten, eingeschleppten Parasiten, Feinden oder Konkurrenten. So macht der europäischen Honigbiene seit Jahren die ursprünglich in Asien beheimatete Varroa-Milbe das Leben schwer. Und auf Hawaii hat die nordamerikanische Wespenart Vespula pensylvanica viele einheimische Bienenarten ausgerottet.

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Ungünstig wirkt sich in einigen Fällen auch der Klimawandel aus: Vorgezogene Blühphasen oder lange Wärmeperioden im Winter zehren an den Energiereserven der Tiere. Manche Arten haben die veränderten Klimabedingungen bereits aus ihrem ursprünglichen Lebensraum vertrieben. Nicht immer können sie so schnell neue Gebiete erobern wie sie alte verlieren. Dadurch schrumpft ihr Verbreitungsgebiet.

Faktor Landwirtschaft

Der größte Feind vieler Bestäuber, allen voran der Insekten, ist jedoch die auf sie so angewiesene Landwirtschaft. Denn in den Monokulturen, die vielerorts die Landschaft dominieren, finden die Insekten zu wenig Nahrung und Nistmöglichkeiten. Hinzu kommt der Einsatz giftiger Pestizide. Mittel wie die umstrittenen Neonicotinoide können das Nervensystem der Pollensammler stören, ihr Verhalten verändern und ihre Gesundheit beeinträchtigen.

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Daniela Albat
Stand: 20.10.2017

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Bestäubung
Von Bienen, Blumen - und dem Menschen

Wind oder Tier?
Vielfältige Bestäuberwelt

Die Tricks der Pflanzen
Zum Pollensammeln verführt

Exklusive Partnerschaften
Vorteile und Risiken extremer Anpassung

Uralte Erfolgsteams
Die Ursprünge der tierischen Bestäubung

Bestäuber in Bedrängnis
Warum Bienen und Co gefährdet sind

Eine Welt ohne Bestäuber
Katastrophe für den Menschen?

Was tun?
Wege aus der Bestäuberkrise

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