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Artgerechte Tierhaltung

Mehr als Schnitzel auf Beinen

Achtung und Respekt vor dem Tier – was sich in Zeiten einer intensiven Massentierhaltung in der Landwirtschaft wie ein Relikt aus längst vergangener Zeit anhört, ist im Ökolandbau selbstverständlich. Tiere werden hier nicht als Produktionsmittel für Eier und Milch oder als Schnitzel auf Beinen gesehen, sondern als Lebewesen mit Rechten. Käfighaltung von Legehennen? Ausgeschlossen. Vollspaltenböden für Rinder und Bullen? Keine Spur. Tiermehl als Futter? Nein, danke!

Kühe © ARS / USDA

Stattdessen freier Auslauf für Hühner mit der Möglichkeit zu scharren, zu picken und Sandbäder zu nehmen; regelmäßiges Weidevergnügen für Milchvieh, großzügige Ställe mit Einstreu; Auslaufmöglichkeiten für Schweine mit Wühl- und Suhlstellen.

Den Futterankauf für die eigene Tiere gestatten die Grundregeln des Ökolandbaus nur in geringem Umfang oder in Notfällen. Lediglich ein Bruchteil von diesem Fremdfutter darf dann nur aus Quellen mit nichtökolischem Anbau stammen. Auch herkömmliche Kraftfutter spielen im Ökolandbau keinerlei Rolle. Zu groß ist die Gefahr, dass mit ihnen – wie das Beispiel BSE zeigt – unbekannte Schadstoffe oder Krankheiten eingeschleppt werden.

Auf den Wiesen der Öko-Landwirte tummeln sich deshalb nur so viele Tiere, wie der Nährstoffkreislauf im eigenen Betrieb versorgen kann. Diese so genannte flächengebundene Tierhaltung erlaubt einen Tierbestand von etwa einem bis eineinhalb Großvieh (Rind, Bulle etc.) pro Hektar. Weit weniger demnach als auf einem konventionellen Bauernhof. Die Vorteile einer solchen extensiven Tierhaltung liegen auf der Hand: Weniger Tiere produzieren weniger Mist oder Gülle und schützen damit auch die Umwelt vor übermäßigen Nitratauswaschungen, der Tierbestand kann aber auch artgerecht gehalten und vom Landwirt besser betreut werden.

Gerade diese optimale Beobachtung der einzelnen Tiere macht es dem Ökolandwirt leichter, seine Tiere gesund zu erhalten. Schon erste Anzeichen einer Erkrankung fallen sofort auf und sind dann meist mit einfachen Mitteln zu beheben. Antibiotika gehören deshalb in Ökobetrieben nicht zum Standardrepertoire der Stallapotheke. Erst wenn nichts anderes mehr hilft, ist die Verwendung solcher Mittel erlaubt. Und auch hier sind die Kontrollen streng. Alle Behandlungen sind in einer „Krankenakte“ eingetragen und werden regelmäßig überprüft.

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Auf den ersten Blick fordert diese artgerechte Form der Tierhaltung mehr Arbeit, mehr Zeit und mehr Platz. Ein Blick hinter die Kulissen eines Öko-Betriebes lässt aber auch die Vorteile erahnen, die sich für den Ökolandwirt ergeben: Weniger Infektionskrankheiten, geringer Antibiotikaeinsatz, kein Kannibalismus im Stall, bessere Lebensmittel, höhere Preise und niedrige Tierarztkosten führen dazu, dass solche Betriebe manchmal sogar wirtschaftlich erfolgreicher arbeiten als viele konventionelle Höfe.

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Stand: 05.09.2001

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Alles öko, oder was?
Landwirtschaft im Wandel

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