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Angstzentrum Amygdala

Wo die Angst entsteht

Herzrasen, Schweißausbrüche und steigender Blutdruck – das sind nur drei von vielen Symptomen, die Angst bei uns auslöst. Viele von ihnen bekommen wir eigentlich kaum mit, wie den gesteigerten Blutdruck oder die erweiterten Bronchien. Denn die Symptome sind nicht nur dafür da, dass auch unser Bewusstsein eine Situation als gefährlich ansieht, sondern vor allem dafür, dass unser Körper bei akuter Gefahr unbewusst blitzschnell reagieren kann.

Die Amygdala ist unser Angstzentrum. © Life Science Databases (CC BY-SA 2.1 jp)

Zwei Nervenbahnen und ein kleines Hirnareal

Hier handelt das vegetative Nervensystem, das den inneren Betrieb unseres Körpers regelt, und auf den unser Bewusstsein weitgehend keinen Einfluss hat. Dieses passt unseren Körper den sich wandelnden Umweltbedingungen an. In einer Gefahrensituation müssen die Kräfte mobilisiert und konzentriert werden: der Sympathikus springt an. Das sympathische Nervensystem ist in unserem Körper für Aktivität und Leistung entscheidend, das parasympathische Nervensystem hingegen für Erholung, Entspannung und Energieaufbau.

Forscher wissen schon länger, dass die Amygdala in unserem Gehirn das Angstzentrum darstellt. Diese Gehirnregion gehört zum limbischen System, das sich über seine Funktion und nicht über seine Lokalisation im Gehirn definiert. Darunter fällt beispielsweise auch die Gefühlsverarbeitung.

Gefährlich oder nicht? © Pixabay

Die Frau ohne Angst

Man könnte nun ein recht feindliches Bild dieser kleinen Funktionseinheit in unserem Gehirn bekommen – der Quelle unserer Angst. Wäre das Leben nicht schöner ohne Angst und Bammel?Dazu kommt es bei Läsionen in der Amygdala, die dann die Angstentstehung verhindern. Dies zeigt auch ein seltener klinischer Fall: SM, so wird die Patientin von Ärzten und Wissenschaftlern genannt, verspürt kaum Angst. Beidseitig ist ihre Amygdala durch Verkalkungen geschädigt und in der Funktion gestört. ös

Die Wissenschaftler setzten sie Spinnen und Schlangen aus, führten sie durch ein Gruselkabinett oder zeigten ihr eine ganze Palette an Psychothrillern – nichts. Kein Gefühl der Angst entstand. Auch wenn es doch ganz „cool“ ist, in den genannten Situationen keine Angst zu verspüren, die Forscher wundern sich eher, dass die Probandin SM noch lebt. Denn Angst leitet uns in der Regel sicher durch unseren Alltag, wie eine Alarmanlage eben.

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Marie Ahrweiler
Stand: 06.03.2017

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers


Die Angst und ihre vielen Gesichter
Ein Gefühl irgendwo zwischen Gut und Böse

Angstzentrum Amygdala
Wo die Angst entsteht

Durch Mark und Bein
Was die Angst mit uns macht

Angststörung: Der Feind im eigenen Kopf
Was die psychische Krankheit mit uns macht

Angst vor der Angst
Das Leiden eines Teufelskreises

Angeboren oder erlernt?
Auf der Suche nach dem Angstgen

Stell dich deiner Angst
Wie man das eigene Gehirn konditioniert

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