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Alternative zu Rind und Co?

Warum sollen wir Insekten essen?

Esst mehr Insekten! Diesen Slogan verbreiten nicht etwa Survival-Experten oder Vertreter exotischer Regenwaldvölker. Im Gegenteil: Niemand geringeres als die UNO und die Welternährungsorganisation FAO machen schon seit einigen Jahren Werbung für mehr Insekten auf unserem Speiseplan. Und auch auf der diesjährigen Weltausstellung in Mailand ist dies ein großes Thema.

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Die Gründe dafür sind einleuchtend, denn der Verzehr der sechsbeinigen Krabbler hat ziemlich viele Vorteile – für die Umwelt, die globale Nahrungssicherheit und nicht zuletzt auch für unsere Gesundheit.

Effektive Umwandler

Das wichtigste Argument für das Insektenessen ist die weltweite Nahrungsversorgung. Schon jetzt haben Menschen in vielen Regionen der Erde nicht genügend zu essen, weil Landschaft, Klima oder wirtschaftliche Umstände effektiven Pflanzenanbau oder Viehzucht nicht zulassen. Und dies wird sich angesichts von Bevölkerungswachstum und Klimawandel auch in Zukunft nicht bessern: „Im Jahr 2030 müssen bereits mehr als neun Milliarden Menschen ernährt werden, zusammen mit Milliarden von Tieren, die jährlich zur Produktion von Lebensmitteln, für Freizeitzwecke oder als Haustiere gehalten werden“, heißt es bei der FAO.

Insekten benötigen weniger Futter, um die gleiche Menge essbares Fleisch zu produzieren © FAO

Die praktische Lösung: Insekten statt Rinder, Schweine oder Geflügel. Denn Insekten benötigen in Relation weniger Futter, um die gleiche Menge an essbarer Nahrung zu produzieren. „Im Durchschnitt können Insekten zwei Kilogramm Futter in ein Kilo Insektenmasse umwandeln, wohingegen Rinder acht Kilo Futter benötigen, um ein Kilo Körpermasse zu produzieren“, rechnet die FAO vor. Der Hauptgrund dafür: Weil Insekten wechselwarme Tiere sind, benötigen sie keine Energie dafür, ihren Körper auf Betriebstemperatur zu halten.

Abfälle und Kompost statt hektarweise Felder

Ein weiterer Vorteil: Insekten benötigen keine flächenverschlingenden Weiden oder hochkalorische Nahrungspflanzen. „Insekten sind überall, pflanzen sich schnell fort und besitzen hohe Wachstums- und Futterumwandlungsraten und einen niedrigen umweltbedingten Fußabdruck über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg“, so die FAO.

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Grashüpfer - hier gegrillt in China - lassen sich mit wenig Ressourcen züchten. © Istolethetv/ CC-by-sa 2.0

Viele Insekten begnügen sich mit pflanzlichen Abfällen oder Kompost als Nahrung. Würde man daher mehr Insekten statt Rinder oder Schweine halten, bräuchte man weniger Anbauflächen für Futtermittel und es wäre mehr Platz, um Getreide und Co für unsere Ernährung anzubauen. Immerhin belief sich die globale Futtermittelproduktion nach Angaben des Internationalen Verbands der Futtermittelindustrie im Jahr 2010 auf 720 Millionen Tonnen – dies sind riesige Mengen an Soja, Raps oder Getreide, die sonst direkt in Lebensmittel für den Menschen verarbeitet werden könnten.

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Nadja Podbregar
Stand: 26.06.2015

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Insekten auf dem Speiseplan
Warum die sechsbeinige Kost eine echte Alternative sein kann

Der Ekel-Faktor
Warum scheuen sich viele vor dem Insekten-Genuss?

Alternative zu Rind und Co?
Warum sollen wir Insekten essen?

Sechsbeinige Fitmacher
Wie gesund ist die Insektenkost?

Himmelskrebse und Wanzensauce
Wo isst man welche Insekten?

Versteckte Fleischbeilage
Wie könnte man uns Insektenkost schmackhaft machen?

Einmal den Dschungelteller, bitte?
Interview mit dem Lebensmittel-Experten Guido Ritter

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