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Alles Geo oder was?

Ohne geologisches Prognose keine Röhre

Nicht nur das Staatsdefizit in Deutschland explodiert regelmäßig und meist unerwartet, auch die prognostizierten Kosten für viele Tunnelbauprojekte haben oft nur eine Lebenserwartung von wenigen Wochen oder Monaten. So kostete der Kanaltunnel von Frankreich nach England statt der ursprünglich veranschlagten 14 Milliarden Euro am Ende fast das Doppelte. Und auch die Bauprojekte entlang der neuen ICE-Strecken verteuerten sich zum Teil um viele Hundert Millionen Euro. Grund: Mangelnde Kenntnisse über die geologische Situation im Untergrund.

Tunnel im Rohbau © AlpTransit Gotthard

Bevor der Startschuss für ein Megabauwerk wie den Gotthardt-Basistunnel oder den Elbtunnel gegeben wird, muss der optimale Verlauf des Tunnels am Reißbrett oder in einer virtuellen Umgebung des Computers geplant werden. Dabei sind zunächst die Geowissenschaftler am Zug, die eine möglichst präzise geologische Prognose für den vorgesehenen Trassenverlauf erstellen sollen. Trotz immenser Anstrengungen seitens der Wissenschaftler in den letzten Jahren fehlen jedoch vielerorts noch immer die notwendigen Informationen über die Zusammensetzung der Gesteinsschichten tief im Fels oder unter der Erde.

Auch die bisher entwickelten Technologien zur Erkundung des Gesteins können die Techniker und Ingenieure deshalb nicht sicher vor unliebsamen Überraschungen im Kampf gegen Torf, Schlick und massiven Fels im Untergrund schützen. Abhilfe schaffen soll jetzt das Forschungs- und Entwicklungsprogramm GEOTECHNOLOGIEN. Geowissenschaftler aus ganz Deutschland werden in diesem vom BMBF geförderten Projekt im Schwerpunkt „Erkundung, Nutzung und Schutz des unterirdischen Raumes“ innovative Technologien für die Erkundung und verlässliche Bewertung der Baugrundqualität der unterirdischen Anlagen entwickeln.

Beispiel Alpen. Dort wo heute Berge wie Monte Rosa, Matterhorn oder Jungfrau bis in eine Höhe von mehreren Tausend Metern in den Himmel ragen, erstreckte sich vor vielen Millionen Jahren ein gewaltiger Urozean. Erst durch den Zusammenstoß von Europäischer und Afrikanischer Platte ist im Laufe der Zeit das Gebirge durch Anhebung, Auffaltung und Ineinanderschieben der Gesteine entstanden. Das Gotthardmassiv besteht heute vor allem aus Graniten und Gneisen, in die aber immer wieder Sedimente des Urozeans eingelagert sind.

Beim Bau des Basistunnels am Gotthard müssen deshalb unterschiedliche geologische Schichten durchquert werden, die sich von den jeweils herrschenden Druckverhältnissen und hydrologischen Bedingungen sehr stark unterscheiden. In dem extrem weichen Gestein des Tavetscher Zwischenmassivs müssen deshalb ganz andere Vortriebsmaschinen eingesetzt werden als in den unnachgiebigen Graniten an anderen Stellen des geplanten Trassenverlaufs.

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Stand: 20.10.2003

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Inhalt des Dossiers

Aufbruch in die Unterwelt
Neuer Boom beim Tunnelbau

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