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Ab in die Tiefe

Tauchgang im Devils Hole 2

Anfang Februar 2017 machten sich die Forscher auf den Weg nach Nevada, um gemeinsam mit einem Team von der University of Minnesota zwei Wochen lang verschiedene Untersuchungen in Devils Hole 2 durchzuführen. Begleitet wurden sie bei ihrer Arbeit neben weiteren Höhlentauchern von dem professionellen Höhlenfotografen Robbie Shone.

16 Bohrkerne wurden bisher im Devils Hole 2 entnommen, zwei davon unter Wasser. © Yuri Dublyansky

Luftschlauch statt Pressluftflasche

Yuri Dublyansky entnahm zwei Bohrkerne tauchend: Dazu wurde er nicht über Pressluftflaschen, sondern über einen langen Schlauch mit Luft versorgt, der an einem Kompressor angeschlossen war. „Um mit einer klassischen Tauchausrüstung in Höhlen tauchen zu dürfen, wäre aufgrund der gefährlichen Umstände eine spezielle zusätzliche Zertifizierung nötig“, sagt der Geologe.

Der Luftschlauch nahm nicht nur weniger Platz weg als herkömmliche Pressluftflaschen, Dubylansky konnte dadurch auch etwa vier Stunden am Stück unter Wasser bleiben – und de Zeit für die schwierige Entnahme der Bohrproben nutzen. „Das Wasser hat eine Temperatur von etwa 34 Grad, hat also eine angenehme Wärme, um zu arbeiten“, berichtet er.

Wenig Platz: Im Devils Hole ist es sehr eng - hier Taucher bei einem früheren Tauchgang in der Haupthöhle. © NPS Submerged Resources Center

Schwankendes Grundwasser

Bei ihren Tauchgängen konnten Innsbrucker Forscherinnen und Forscher auch die vergangenen Schwankungen des Grundwasserkörpers näher untersuchen. Die Messergebnisse zeigen, dass beispielsweise der Wasserspiegel vor 20.000 Jahren noch rund neun Meter höher war. Das Forscherteam kann so Trocken- und Feuchtphasen in diesem Teil Nordamerikas rekonstruieren – und damit auch ein klareres Bild der Klimageschichte zeichnen.

Dies stellt eine wichtige historische Datengrundlage für den Südwesten der USA dar, der immer wieder von Dürren heimgesucht wird. „Viele Aspekte der Entwicklung des Klimas in den letzten hunderttausenden von Jahren sind noch nicht bis ins Detail untersucht und verstanden. Um zukünftige klimatische Änderungen besser abschätzen zu können, müssen wir so genau wie möglich in die Vergangenheit blicken. Die Kalzitablagerungen des Devils Hole ermöglichen uns das“, sagt Dublyansky.

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Melanie Bartos/ Universität Innsbruck
Stand: 09.06.2017

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Abtauchen ins Teufelsloch
Geologen auf Tauchexpedition im Devils Hole

Tropfsteine, Kalzit und Co
Warum Höhlen zu Klimaarchiven werden können

Geschmeidige Wände
Warum das Devils Hole besonders ist

Ein Bohrer, der atmet
Wie man Bohrkerne unter Wasser entnimmt

Ab in die Tiefe
Tauchgang im Devils Hole 2

Reiche Beute
Die Analyse der Proben

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