Wieso ist die Zahnfleischtaschenreinigung so wichtig? - scinexx | Das Wissensmagazin
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Wieso ist die Zahnfleischtaschenreinigung so wichtig?

Parodontitis mit geeigneten Maßnahmen vorbeugen

Symbolbild Zahnreinigung
© pixabay.com, rgerber

Um den Zahnhalteapparat mit Zahnfleisch und Kiefernknochen gesund zu erhalten, ist mehr notwendig als zweimal täglich Zähneputzen: Wichtig ist eine umfassende, sorgfältige Mundhygiene. Wie beugt man Zahnfleischtaschen, Zahnfleischbluten und -entzündungen und anderen Anzeichen einer beginnenden Parodontitis wirksam vor?

Man sollte meinen, Zähneputzen sei das Einfachste der Welt. Immerhin lernen schon Kleinkinder den Umgang mit der Zahnbürste. Dennoch zeigen Statistiken immer wieder, dass viele Erwachsene sich nicht richtig die Zähne putzen. Manchmal mangelt es an Sorgfalt, oft jedoch an der korrekten Technik. Es genügt nicht, die Zahnbürste zwei Minuten lang irgendwie hin und her zu bewegen. Vielmehr gilt es, alle Seiten jedes einzelnen Zahns zu reinigen. Dazu gehören neben den Vorder- und Rückseiten und den Kauflächen der Backenzähne auch die Zahnzwischenräume.

Für schwer zugängliche Stellen eignen sich beispielsweise spezielle Interdentalbürsten oder Zahnseide. Stehen die Zähne so eng beieinander, dass selbst die dünnste Zahnseide nicht dazwischen passt, kann der Zahnarzt mit einer leichten Verbreiterung des Zwischenraumes Abhilfe schaffen. Bei der täglichen Mundpflege dürfen die Zahnfleischränder nicht vergessen werden, auch wenn ihre Reinigung mitunter problematisch ist. An diesen Stellen treten nämlich bei vielen leichte Blutungen auf, auch kann das Putzen freiliegender Zahnhälse Schmerzen verursachen. Derartige Beschwerden sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn sie können erste Symptome einer ernsthaften Erkrankung des Zahnhalteapparates sein. Haben sich bereits Zahnfleischtaschen gebildet, bedürfen diese besonderer Aufmerksamkeit und Pflege. Im besten Fall lässt sich damit eine beginnende Parodontitis rechtzeitig erkennen und noch gut behandeln.

Wenn das Zahnfleisch zurückgeht

Bei einem gesunden Gebiss liegt das Zahnfleisch nicht unmittelbar am Zahn an, vielmehr befindet sich zwischen Zahnoberfläche und Zahnfleisch ein 0,5 bis 2 Millimeter breiter Spalt, der sogenannte Sulcus. Vergrößert sich dieser Abstand, hat sich das Zahnfleisch bereits vom Zahn abgelöst: Eine Zahnfleischtasche ist entstanden. Zahnfleischtaschen, die tiefer als 3,5 Millimeter sind, werden mit der üblichen Parodontitis-Therapie behandelt. Dazu gehören das ultraschallunterstützte Säubern von Zahn- und Wurzeloberfläche sowie eine desinfizierende Spülung des betroffenen Bereiches. Gegebenenfalls wird ein Antibiotikum verschrieben. Sind bereits Zahnfleischtaschen vorhanden, ist eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung umso wichtiger. Zwar lassen sich Zahnfleischtaschen und Parodontitis meistens nicht vollständig heilen, aber zumindest lässt sich ein Fortschreiten verhindern.

Von entscheidender Bedeutung für den langfristigen Behandlungserfolg ist die richtige Mundpflege. Dazu gehören die Verwendung einer fluoridhaltigen Zahnpasta, von Zahnseide und gegebenenfalls von weiteren Hilfsmitteln zur Mundhygiene. Sowohl Hand- als auch elektrische Zahnbürsten erfüllen ihren Zweck gut – vorausgesetzt, die Putztechnik stimmt und die Borsten sind nicht abgenutzt. Mundspüllösungen mit antibakterieller Wirkung unterstützen die Prophylaxe und die Behandlung von Zahnfleischtaschen und Parodontitis, sie ersetzen aber keinesfalls das Zähneputzen. Eine sinnvolle Ergänzung zur Zahnbürste ist auch eine Munddusche, denn der Wasserstrahl erreicht auch die schwer zugänglichen Zahnzwischenräume.

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Zu den größten Risiken für die Zahngesundheit zählt übrigens das Rauchen. Das Nikotin hemmt die Durchblutung des Zahnfleischs, sodass dort die Immunabwehr nur noch eingeschränkt funktioniert; in der Folge können sich Bakterien leichter ausbreiten. Der Umstieg auf die vermeintlich gesünderen E-Zigaretten löst das Problem nicht; die Bundeszahnärztekammer verweist beim Thema Rauchen unter anderem auf eine Studie, die nachweist, dass sich die in den Liquiden enthaltenen Aroma-Chemikalien negativ auf Zähne und Zahnfleisch auswirken.

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