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Infektionskrankheiten

Welche Krankheiten übertragen Mücken?

Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus)
Die mit dem Fernreiseverkehr nach Deutschland eingeschleppte Asiatische Tigermücke kann ann mehr als 20 Virusarten übertragen. © James Gathany, CDC

Manche jucken, manche brennen, manche schwellen so dick an, dass sie schmerzen. Die Rede ist von Mückenstichen. Sie sind unangenehm, aber in der Regel harmlos. Lediglich bei empfindlichen Personen führen sie zu allergischen Reaktionen. Doch Mücken gelten auch als Überträger gefährlicher Krankheiten. Welche Krankheiten sind das und kommen die Mücken, die diese Erreger übertragen, auch in Deutschland vor?

Krankheiten durch Mückenstiche – ein Überblick

Stechmücken können viele unterschiedliche Erkrankungen auslösen, die teils mit starken Symptomen einhergehen, oft aber auch nahezu beschwerdefrei verlaufen. Hinzu kommt, dass die Symptome in vielen Fällen sehr unspezifisch sind. Diese Umstände erschweren dem Arzt die Diagnosestellung. Deshalb ist meist ein Bluttest nötig, um die entsprechenden Erreger zu identifizieren. Folgende Infektionen sind nachweislich durch Mücken übertragbar:

Malaria

Diese Erkrankung wird durch Mücken der Gattung Anopheles (auch Gabel- oder Fiebermücken genannt) ausgelöst, die einzellige Parasiten (speziell Plasmodien) übertragen. Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, ausgeprägte Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Durchfälle.

West-Nil-Fieber

Mücken der Culex-Gattung übertragen das West-Nil-Virus. Oft bleibt die Infektion unbemerkt, in seltenen Fällen treten grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Appetitlosigkeit auf. Bei schweren Verläufen kann es zu gefährlichen Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis, Meningitis) kommen.

Flussblindheit

Auslöser sind die Larven des Fadenwurms Onchocerca volvulus, die durch Kriebelmücken übertragen werden. Erfahren Sie hier mehr zur Kriebelmücke.

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Die Symptome der Erkrankung äußern sich durch eine veränderte Haut und Hautfarbe (Leopardenhaut), eine Vergrößerung der Lymphknoten sowie Haut- und Gefäßentzündungen. Bleibt die Flussblindheit über Jahre hinweg unbehandelt, können auch Entzündungen der Binde- und Hornhaut des Auges oder sogar eine Erblindung auftreten.

Chikungunya-Fieber

Das Chikungunya-Virus wird nicht nur durch Stechmücken der Gattungen Aedes aegypti, Aedes albopictus (auch bekannt als Asiatische Tigermücke), Aedes africanus und Aedes furcifer übertragen. Auch Insekten der Culex-Gattung gelten als Überträger. Mögliche Beschwerden sind plötzliches, hohes Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen, angeschwollene Gelenke und Lymphknoten, knotig-fleckiger Hautausschlag sowie Hals- und Bauchschmerzen. Die Symptome sind bei dieser Erkrankung nicht selten sehr stark ausgeprägt.

Dengue-Fieber

Mücken der Gattung Aedes (beispielsweise Gelbfieber- oder Tigermücken) sind die Überträger des Dengue-Virus. Die körperlichen Beschwerden reichen von grippeähnlichen Symptomen (hohes Fieber, Kopf-, Gelenk- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost) bis hin zu Hautausschlag mit Juckreiz, Übelkeit und Erbrechen sowie geschwollenen Lymphknoten.

Gelbfieber

Das Gelbfiebervirus wird durch Stechmücken der Gattung Aedes (Afrika, Südamerika) und Haemagogus (nur in Südamerika) übertragen. Die Beschwerden verlaufen in zwei Phasen. Zunächst bekommen Patienten hohes Fieber, das mit Schüttelfrost, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen einhergeht. Bei circa 15 Prozent der Betroffenen steigt das Fieber (oft nach kurzer Besserung) erneut stark an, was unter Umständen zu einer Schädigung der Organe führt.

Schlafkrankheit

Verantwortlich für den Ausbruch der Erkrankung sind Trypanosoma brucei gambiense und Trypanosoma brucei rhodesiense (beides einzellige Kleinstlebewesen), die durch die Tsetsefliege übertragen werden. Es treten eine schmerzlose Schwellung an der Einstichstelle, Fieber, Lymphknotenschwellungen, Störungen des Nervensystems (Verwirrtheit, Koordinationsstörungen), ein erhöhtes Schlafbedürfnis und Schlaflosigkeit auf. Unbehandelt ist die durch den Mückenstich ausgelöste Krankheit tödlich.

Zika-Virus

Das Zika-Virus wird durch Stechinsekten der Gattung Aedes (zum Beispiel ägyptische Tigermücke) verbreitet. Zu den Beschwerden zählen Müdigkeit, Hautausschlag, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Bindehautentzündung und teilweise auch Fieber.

Japanische Enzephalitis

Stechmücken der Gattung Aedes und Culex (am häufigsten Culex tritaeniorhynchus, C. fuscocephala und C. annulus) übertragen das Japanische-Enzephalitis-Virus auf den Menschen. Das Krankheitsbild weist grippeähnliche Symptome auf, kann aber auch völlig ohne Beschwerden verlaufen. Befällt das Virus das zentrale Nervensystem, so entwickelt sich eine Enzephalitis (Entzündung des Gehirns), die mit Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen und Zeichen einer Meningitis (Hirnhautentzündung) einhergehen können.

Um sich vor diesen Krankheiten zu schützen, ist es wichtig, sich vor Fernreisen beim Arzt über empfohlene Impfungen zu informieren und diese auch durchführen zu lassen. Generell schützt auch das Tragen von langer Kleidung und die Verwendung von Insektenschutzmitteln vor Mückenstichen und damit einer möglichen Infektion.

Infektionskrankheiten durch Mückenstiche sind in Deutschland bisher selten

Stechmücken sind Überträger einiger Krankheiten, die einen gefährlichen Verlauf nehmen können. Meist ist das nur in subtropischen und tropischen Gebieten der Fall, da die Erreger zum Überleben eine warme Umgebung brauchen. Zudem sind auch die meisten Mücken abhängig von der Umgebungstemperatur.

Aufgrund des immer wärmer werdenden Klimas fühlen sich die Erreger und Stechmücken mittlerweile aber auch in Deutschland wohl. Die Insekten gelangen als Urlaubsmitbringsel in fremde Regionen, wo sie sich dann ausbreiten. Das führt möglicherweise dazu, dass Krankheiten wie das Dengue- oder Gelbfieber zukünftig auch in Europa vorkommen. In Deutschland wurden bisher aber nur die Asiatische Buschmücke und die Asiatische Tigermücke gesichtet.

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