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Was macht eine Fachkraft für Arbeitssicherheit im Betrieb?

Arbeitsschutz

Symbolbild Schutzanzug
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz beschränken sich heute nicht mehr nur auf den Umgang mit gefährlichen Stoffen, Werkzeugen oder Arbeitsumgebungen. © pixabay, voltamax (CC0 Public Domain)

Die Fachkraft für Arbeitssicherheit hat die Aufgabe, im Unternehmen den Arbeitsschutz und die Unfallverhütung zu unterstützen. Dazu gehört beispielsweise eine menschengerechte Arbeitsplatzgestaltung, die schlimme Unfälle verhindern hilft. Am Arbeitsplatz lauern überall Gefahren, nicht nur in der Werkstatt des Handwerksbetriebs oder in der Schlosserei, wo die Mitarbeiter mit schweren Maschinen und gefährlichen Geräten hantieren, wie Kreissägen, Pressen, Walzen oder Drehmaschinen. Insbesondere in Unternehmen mit mehr Mitarbeitern ist es sinnvoll, einen Mitarbeiter zu bestimmen, der für die Arbeitssicherheit zuständig ist. In kleineren Betrieben macht das meistens ein Mitarbeiter zusätzlich zu seinen sonstigen Aufgaben. In größeren Unternehmen gibt es Fachkräfte für Arbeitssicherheit.

Am Arbeitsplatz lauern überall Gefahren

Die Fachkraft für Arbeitssicherheit kann ein Sicherheitsingenieur sein, ein Sicherheitstechniker oder -meister. Diese Fachkraft hat die folgenden Aufgaben:

  • Sie unterweist und hilft bei der Erstellung von Unfallanzeigen.
  • Sie ergreift Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen.
  • Sie erstellt Gefährdungsbeurteilungen und Gefahrstoffdokumentationen, sogenannte Gefahrstoffbetriebsanweisungen.
  • Sie führt Sicherheitsbegehungen durch oder hilft dabei.
  • Sie unterstützt bei der Arbeitsplatzgestaltung und Gesundheitsprävention, beispielsweise mit Maschinenbetriebsanweisungen.
  • Sie schafft eine geeignete Organisation für den Arbeitsschutz im Unternehmen.

Das sind sehr viele Aufgaben, auf die sich die Fachkraft gut vorbereiten muss. Dafür gibt es spezielle Schulungsangebote, beispielsweise bei der DEKRA-Akademie, die auf diese Aufgaben gut vorbereiten. Der Lehrgang HSE-Manager bereitet nicht nur auf die Sicherheitsaspekte im Unternehmen vor. Lehrgangsinhalt sind darüber hinaus Gesundheitsschutz der Mitarbeiter und der Umweltschutz. Beides sind wichtige Themen in der heutigen Zeit, die zum Wohlbefinden aller beitragen.

Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungsträger haben einheitliche Vorgaben

Mit der DGUV Vorschrift 2 gibt es für alle Unternehmen gleichlautende Vorschriften. Darin ist festgeschrieben, dass jeder Betrieb eine Fachkraft für Arbeitssicherheit braucht. Das kann ein eigener Mitarbeiter oder eine externe Fachkraft sein, die sich um die sicherheitstechnische Betreuung kümmert. Eine solche Fachkraft kann auch überbetrieblich für mehrere Betriebe zuständig sein.

In Betrieben mit bis zu 50 Mitarbeitern ist es bei einigen Berufsgenossenschaften möglich, dass der Unternehmer selbst diese Aufgabe übernimmt. Dazu muss er allerdings an Schulungswochenenden der Berufsgenossenschaft teilnehmen, um sich entsprechend zu qualifizieren und die erforderlichen Inhalte zu lernen. Wenn die Schulungen erfolgreich abgeschlossen sind, kann der Unternehmer selbst entscheiden ob und wann er eine externe Fachkraft für Arbeitssicherheit in Anspruch nehmen möchte.

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Mitarbeiter – das größte Kapital eines Unternehmens

Die Mitarbeiter in einem Unternehmen sind wichtiges Betriebskapital, denn ohne sie läuft gar nichts. Deshalb ist es so wichtig, dass Arbeitgeber nicht nur um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter besorgt sind, sondern auch um deren Gesundheit. Stundenlanges Sitzen, schlechte Ernährung, einseitige Belastungen und Stress können die Mitarbeiter krank machen, können Rücken, Augen und Herz der Mitarbeiter ruinieren. Der HSE-Manager lernt in seiner Ausbildung auch, wie sich die Gesundheit am Arbeitsplatz verbessern lässt. Bei diesem Thema ist allerdings nicht allein der Arbeitgeber für das Wohlergehen seiner Mitarbeiter verantwortlich. Hier ist jeder Mitarbeiter selbst in der Pflicht, seine Gesundheit zu erhalten.

Betrieblicher Gesundheitsschutz

Der betriebliche Gesundheitsschutz erstreckt sich nicht nur darauf, die Mitarbeiter beim Umgang mit giftigen oder gefährlichen Stoffen zu schützen. Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) sehen sich Unternehmen auch bei folgenden Themen in der Pflicht:

  • Arbeitsbedingungen
  • Arbeitsorganisation
  • Empowerment
  • Wohlbefinden

Viele Arbeitgeber haben erkannt, dass der Wunsch vieler Mitarbeiter nach Work-Life-Balance auch ihnen zugutekommt. Denn gesunde und zufriedene Mitarbeiter sind wesentlich leistungsfähiger als Mitarbeiter, die ständig wegen Krankheit fehlen oder wegen Unzufriedenheit nur die halbe Leistung bringen. Letztlich zahlt sich das Engagement hier fünf- bis zehnfach aus.

Gesundheit am Arbeitsplatz zahlt sich aus

Bei Work-Life-Balance und Gesundheitsschutz geht es nicht nur darum, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Arbeitgeber können beispielsweise durch gesundes Essen in der Kantine oder einen situationsgerechten und zeitgemäßen Führungsstil zur physischen und psychischen Gesundheit ihrer Mitarbeiter beitragen. Auch Angebote zur Stressbewältigung oder Sportangebote können hier hilfreich sein. Es zahlt sich für die Unternehmen aus, weil

  • sich das Betriebsklima verbessert.
  • sich die Zufriedenheit der Mitarbeiter erhöht.
  • die Produktivität steigt.
  • die Mitarbeiter dann motivierter sind.
  • die Mitarbeiterbindung gestärkt wird.
  • sich Krankheitskosten und Fehlzeiten reduzieren.
  • das Unternehmen sein Employer-Branding stärkt.
Symbolbild Betriebssport
Sport ist wichtig für die Gesundheit. Betriebsinterne Sportgruppen, ein firmeneigenes Fitnessstudio oder ein Fitness-Coach im Unternehmen können die Gesundheit der Belegschaft nachhaltig verbessern. © pixabay, lbokel (CC0 Public Domain)

Mitarbeiter sind hier ebenfalls in der Verantwortung

Dass es zu vermehrt zu Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Typ 2 oder Fettstoffwechselstörungen kommt, liegt an schlechter Ernährung, zu wenig Bewegung und dem sich daraus ergebenden Übergewicht. Bei diesem Thema tragen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst den größten Teil der Verantwortung.

Der Grund ist vor allem die Unbeweglichkeit der Menschen, denn die Menschen in Deutschland sitzen. Die Mehrheit bewegt sich durchschnittlich nur 30 Minuten pro Tag, arbeitet fast ausschließlich im Sitzen. Die Digitalisierung hat den Aktionsradius immer mehr verkleinert.

Gesundheit am Arbeitsplatz – ein paar Tipps

Neben einem ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz brauchen die Mitarbeiter auch Möglichkeiten, sich zwischendurch zu entspannen, kurz aufzustehen, um sich zu bewegen sowie Anregungen und Gespräche außerhalb des Arbeitsplatzes.

Ein kurzer Mittagsschlaf von nur etwa 20 Minuten steigert die Leistung nach der Mittagspause, gibt Kraft und kann sogar helfen Bluthochdruck zu senken.

Kaugummikaufen hilft Verspannungen in Kiefer-, Gesichts- und Nackenmuskulatur zu lösen.

Kurze Atemübungen tragen ebenfalls dazu bei, dass Mitarbeiter den Stress besser bewältigen. Dazu kann beispielsweise ein Trainer ins Unternehmen kommen, um die Mitarbeitenden am Anfang anzuleiten, wie sie diese Übungen richtig durchführen.

Ein Fitnessstudio im Unternehmen bietet vielen die Möglichkeit – trotz akutem Zeitmangel – täglich etwas Sport zu treiben, beispielsweise in der Mittagspause oder direkt nach Feierabend.

Kurze Pausen zwischendurch helfen ebenfalls, den Stresspegel zu senken. Wer mehrmals am Tag für fünf oder zehn Minuten eine Pause einlegt, ist leistungsfähiger. Diese Pausen lassen sich gut für ein wenig Bewegung nutzen, beispielsweise auf dem Weg in die Küche oder mit ein paar Dehnübungen am Schreibtisch. Bewegung macht nachweislich kreativ und wirkt gegen die schädlichen Effekte von dauerhaftem Sitzen.

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