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Warum so viele Menschen Angst vor Aktien haben

Wertpapiere

Symbolbild Trader
Aktien als großes Risiko? Die Schwankungen von Aktienkursen stellen für viele Anleger ein psychologisches Problem dar. Wer diversifiziert, kann das Risiko jedoch minimieren und erzielt auf lange Sicht fast immer Gewinne. © Jason Briscoe / Unsplash.com

In Deutschland leben viele Aktienmuffel. Eine Ansicht, die vielen Experten teilen. Dass die regelmäßigen Hinweise auf eine Umschichtung von Kapital in Richtung Aktien bisher verhallen, verwundert eigentlich. Niedrigzinsen werfen nicht mehr genug ab, um Inflation und Steuern auszugleichen. Dass in Deutschland der Aktienbesitz immer noch so ungleich verteilt ist, hat natürlich seine Gründe.

Viele Sparer misstrauen den Märkten nach wie vor. Wer die Krise 2007/2008 erlebt hat, wird die massiven Kursverluste noch im Hinterkopf haben. Gibt es noch andere Gründe für die Zurückhaltung der Verbraucher? Nachfolgend werden die Gründe genauer beleuchtet und einige Tipps aufgezeigt, mit denen die Aktienanlage funktioniert.

Verlustangst als Hemmschuh – sind Aktien unsicher?

Minizinsen für Tagesgeld oder Sparbuch und eine sinkende Rendite bei Renten- und Lebensversicherung müssten eigentlich zu einem Umdenken führen. Der radikale Bruch in der Anlagestrategie vieler Haushalte (und Sparer) ist bisher allerdings ausgeblieben. Warum halten so viele Sparer an einer eigentlich überholten Strategie fest?

Mit genau dieser Frage hat sich 2019 eine Untersuchung der Frankfurt School of Finance & Management in Zusammenarbeit mit YouGov beschäftigt. Das Ergebnis: Zu den wichtigen Gründen, die von vielen Sparern als Hemmnis angeführt werden, zählt die Angst vor wirtschaftlichen Verlusten. In der Studie, die in Medien und bei Ökonomen wie der Deutschen Börse ein breites Echo fand, haben mehr als zwei Drittel der Nicht-Aktienbesitzer entsprechende Gründe angegeben.

Zum Vergleich: Bei den Aktienbesitzern lag die Quote nur bei 38 Prozent. Mit 66 Prozent lag die Ansicht, dass das Vermögen zu klein ist, auf Platz 2. Selbst fehlendes Know-how und das mangelhafte Vertrauen in die Märkte liegen deutlich über der 60-Prozent-Marke.

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Top 5 der Kontra-Argumente für Aktienbesitz:

  • Angst vor hohen Verlusten – 67%
  • Vermögen nicht ausreichend – 66%
  • Know-how fehlt – 65%
  • Kein Vertrauen in Märkte – 64%
  • Geringe Stresstoleranz bei geringen Verlusten – 67%

Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang einerseits die fehlende Kongruenz zwischen Nicht-Aktienbesitzern und Anlegern. Auf der anderen Seite scheinen sich viele Nicht-Anleger gar nicht im Klaren darüber zu sein, dass Wertpapiere sehr Potenzial haben können.

Einfaches Beispiel: Das DAI (Deutsche Aktieninstitut) veröffentlich regelmäßig das Renditedreieck für den DAX. Spätestens hier wird klar, dass das Thema Aktie über weite Strecken in der Gewinnzone landet.

Was ist in Bezug auf Aktien zu beachten?

Mit der Tatsache, dass an den Aktienmärkten nicht nur Gewinne erwirtschaftet werden, müssen Anleger einfach leben. Diese Erkenntnis bedeutet nicht, sich sklavisch dem Schicksal zu ergeben und dem Abschmelzen des Kapitals einfach zuzuschauen. Wichtig ist, sich intensiv mit dem Thema Wertpapiere auseinanderzusetzen. Und dabei auch Fragen zu stellen. Wie kann ich Verluste vermeiden?

1. Einen guten Broker suchen

Grundvoraussetzung für den Handel ist die Entscheidung für den passenden Broker. Ein Aspekt, den kein Anleger auf die leichte Schulter nehmen darf. Hier entscheidet sich nicht nur, wie teuer der Aktienhandel wird. Über den Broker definieren Anleger auch, in welchem Umfang sie Zugang zu verschiedenen Märkten haben, welche Assetklassen handelbar sind und wie die Performance der Handelsplattform ausfällt. Hinsichtlich der Gebühren reicht es an dieser Stelle übrigens nicht aus, sich nur auf die Depotführungskosten zu fokussieren. Die Orderprovisionen und die Umlage von Fremdspesen – wie Handelsplatzgebühren – müssen genauso ins Gewicht fallen. Gerade Discount-Broker können hier punkten und bringen teils deutlich geringere Kosten mit sich. Wer sich hier genau umschaut, kann die effektive Rendite noch einmal erhöhen.

2. Zu Beginn eher in ETFs investieren

Gleich zum Start auf Hochrisikopapiere wie Derivate oder CFDs setzen – keine unbedingt ausgereifte Idee. Für den Anfang ist es keine schlechte Idee, sich eher mit weniger riskanten Anlagen zu befassen. Auf der einen Seite sind Blue Chips – also die Hauptwerte der Indizes – keine schlechte Option. Deren Wert ist häufig wenig volatil und die Aktie kann oft auch durch die Dividende ein Kandidat zum Buy-and-Hold sein.

Eine weitere Option ist das Setzen auf ETFs. Hierbei handelt es sich meist um Indexfonds, die passiv verwaltet werden und einen speziellen Indes abbilden. Das Ganze hat zwei Vorteile. Durch die interne Streuung des Fonds entsteht ganz automatisch ein Sicherheitsnetz. Parallel bieten viele Broker die Möglichkeit, ETFs in Sparpläne einzubinden. Hiermit kann bereits eine überschaubare Summe eingesetzt werden, um Kapital aufzubauen. Gleichzeitig macht sich dieser Ansatz über den Durchschnittskosteneffekt bemerkbar.

3. Know-how und Erfahrung sammeln

Im Aktienhandel geht es ums Erkennen der Handelssignale. Wann ist es Zeit für den Ausstieg aus einer Position? Hierfür braucht es Erfahrung und Know-how. Beides fällt Anlegern nicht in den Schoß. Im Gegenteil: Es braucht Zeit, sich mit den Handelsinstrumenten und Indikatoren zu beschäftigen. Hier müssen Theorie und Praxis Hand in Hand gehen. Ideal wäre es, mit einem Demokonto zu arbeiten. Dieses wird heute von vielen Brokern zur Verfügung gestellt – bereits mit der Kontoeröffnung.

4. Auf einen langen Anlagehorizont schauend

Klein- und Privatanleger wünschen sich eine Kapitalanlage, die Rendite abwirft und trotzdem einige Sicherheit bietet. Ein sehr wichtiger Punkt ist hier der Anlagehorizont. Sehr kurzfristige Trades sind im Regelfall eher spekulativer Natur. Wer Aktien beispielsweise als Teil der Altersvorsorge sieht, richtet den Horizont langfristig aus. Jahre an einem Wertpapier festhalten ist durch aus möglich. Gerade bei den Blue Chips – wie VW oder SAP – kann sich diese Strategie bezahlt machen.

Symbolbild Aktienkurse
Mit steigendem Wissen werden die Entscheidungen in Sachen Aktienanlage häufig deutlich fundierter. © Ishant Mishra / Unsplash.com

Fazit: Angst vor Aktien unbegründet

Deutsche Sparer zeigen eine gewisse Skepsis gegenüber Aktien und der Börse. Eine Tatsache, welche durch die YouGov-Umfrage untermauert wird. Dabei sind einige der Gründe, warum Wertpapiere so kritisch gesehen werden, in der Praxis nicht zu halten. Gerade die Unterschiede zwischen aktiven Anlegern und Nicht-Aktienbesitzern zeigen, dass in der Wahrnehmung eine sehr breite Lücke klafft. Dabei muss die Angst vor Verlusten nicht zwangsläufig bestätigt werden.

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