Warum man Blutflecken so schwer aus Gewebe bekommt - scinexx | Das Wissensmagazin
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Warum man Blutflecken so schwer aus Gewebe bekommt

Textilreinigung

Blutader
© pixabay.com, qimono

Blutflecken versetzen Fleckenteufel in Alarmbereitschaft. Denn die Kenner wissen: Ist Blut erstmal getrocknet, ist es nur schwer wieder aus der Kleidung herauszubekommen. Doch woran liegt es eigentlich, dass Blut sich so hartnäckig im Gewebe festsetzt? Und gibt es nicht doch Mittel und Wege, die lästigen Flecken loszuwerden?

Für den menschlichen Körper ist Blut essentiell. Es transportiert Sauerstoff und versorgt die Körperzellen damit. Zudem liefert es ihnen Nährstoffe, hält die Körpertemperatur konstant und sorgt für ein stabiles Abwehrsystem, das Bakterien, Viren und Krebszellen im Körper bekämpft und unerwünschte Abfallstoffe von den Zellen wegführt. Blut rettet Leben, ermöglicht es, Kriminelle anhand ihrer DNA zu überführen und enthält sogar einen winzigen Goldanteil. Und doch: Außerhalb des menschlichen Körpers sehen wir es nicht gern. Schon gar nicht auf dem weißen Teppich oder dem neuen Sofa. Eine weitere wundersame Eigenschaft des Blutes ist nämlich seine Färbungseigenschaft. Es färbt so gut, dass die Indianer es früher als Färbemittel benutzten.

Rot wie Eisen

Blut besteht aus über 4.000 verschiedenen Komponenten. Grob lässt es sich in zwei Hauptbestandteile unterteilen: das Blutplasma, eine gelbliche Flüssigkeit, die zu 90 Prozent aus Wasser besteht, und die festen Blutzellen, zu denen die Blutplättchen (Thrombozyten), die weißen (Leukozyten) sowie die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zählen.

Während die Leukozyten und Thrombozyten für das bloße Auge unsichtbar sind, verleihen die Erythrozyten dem Blut seine signifikante Farbe. Als Farbstoff in den entsprechend benannten roten Blutkörperchen wirkt Hämoglobin. Das Protein hat vor allem die Aufgabe, Sauerstoff durch die Blutgefäße zu transportieren und umgekehrt das Kohlenstoffdioxid wieder zurück zur Lunge zu befördern. Das funktioniert mithilfe von Eisenatomen, die den Sauerstoff binden. Und dieses im Hämoglobin enthaltene Eisen, dessen rostrote Farbe wir auch aus der Umwelt kennen, lässt das Blut rot aussehen.

Zum Vergleich: Lebewesen wie Krebse oder Schnecken haben keine Eisen-, sondern Kupferteilchen im Blut, weshalb ihr Blut auch nicht rot, sondern blau aussieht. Das blaue Blut der Pfeilschwanzkrebse etwa, die eigentlich keine Krebse, sondern eher mit Spinnen verwandt sind, hat die besondere Eigenschaft, unmittelbar auf Giftstoffe zu reagieren. Darum ist das Blut der Ur-Krebse enorm wichtig für die Arzneimittelforschung geworden.

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Blutflecken nicht gerinnen lassen

Dass eingetrocknete Blutflecken so schwer zu entfernen sind, hängt mit der Blutgerinnung zusammen. Blut trocknet nicht einfach, es gerinnt. Damit eine Wunde heilen kann und nicht noch mehr Blut verloren geht, hat der Körper seinen eigenen Schutzmechanismus: Die im Blut enthaltenen Eiweiße vernetzen sich an der Luft zu festen Knäueln, um die Blutung zu stoppen. Was für den menschlichen Körper von unschätzbarem Wert ist, ist für den weißen Teppich oder die neue Bluse eher unvorteilhaft. Denn ist das Gewebe erstmal verklebt, lässt es sich nicht mehr mit Wasser auswaschen. Dann braucht es ein Waschmittel, das spezielle Enzyme enthält, die die verknäulten Proteine auflösen und so die Blutflecken entfernen.

Erste Hilfe bei Blutflecken: Kaltes Wasser

Ist Blut auf den Teppich oder das Sofa getropft, sollte es so schnell wie möglich mit Wasser ausgewaschen werden. Solange das Hämoglobin noch in den roten Blutkörperchen eingeschlossen ist, lassen sich die Bestandteile des Blutes noch gut in Wasser auflösen. Da außer Sauerstoff auch Hitze die Blutgerinnung anregt, sollten Blutflecken jedoch immer mit kaltem und niemals mit heißem Wasser behandelt werden. Als Erste-Hilfe-Maßnahme können Kleidungsstücke deshalb auch erstmal im kalten Wasserbad eingelegt und später gewaschen werden.

Frische Flecken mit kaltem Wasser vorzubehandeln, ist die halbe Miete. Ist der Blutfleck danach immer noch nicht verschwunden oder bereits getrocknet, stehen als Alternativen zum klassischen Waschmittel altbewährte Hausmittel wie Salz, Zitronensaft, Backpulver oder Kernseife zur Auswahl. Diese sind vor allem dann nützlich, wenn Polster und Teppiche betroffen sind, die sich nicht einfach in die Waschmaschine stecken lassen. Um unschöne Verfärbungen zu vermeiden, empfiehlt es sich vor der Behandlung jedoch immer, die Wirkung des Mittels erstmal an einer nicht sichtbaren Stelle zu testen.

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