Vorsicht, Wildwechsel: Wie Autofahrer Wildunfälle vermeiden können - scinexx | Das Wissensmagazin
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Vorsicht, Wildwechsel: Wie Autofahrer Wildunfälle vermeiden können

Straßenverkehr

Verkehrswarnschild Wildwechsel
© ThinkstockPhotos, zlikovec

Das Ausmaß von Wildunfällen wird oftmals unterschätzt. Kommt es bei Tempo 100 zu einer Kollision mit einem 20 Kilogramm schweren Reh, entsteht ein Aufschlaggewicht von beinahe einer halben Tonne. Am häufigsten kommt es in Übergangsbereichen zwischen Feld- und Waldzonen zu Wildunfällen – und zwar in den Abend- und den frühen Morgenstunden. Hier finden regelmäßige Wildwechsel statt, denn die Tiere ziehen zum Fressen auf die Felder und kehren danach wieder in den Wald zurück. Genau deshalb müssen sie auch häufig Straßen überqueren, sodass Zusammenstöße mit Autos drohen. Welche Möglichkeiten haben Autofahrer, um Kollisionen mit Wildtieren zu vermeiden?

Wildunfälle sind keine Seltenheit

Das Autofahren ist immer mit einer Belastung der Umwelt und der Natur verbunden. Allein der Autobau verbraucht wertvolle Ressourcen. Das Fahren an sich verbraucht Diesel oder Benzin und verursacht obendrein auch noch viele schädliche Stoffe wie etwa den Ultrafeinstaub. Darüber hinaus kommt es nicht selten zu Wildunfällen, weil Straßen mitten durch Wälder angelegt werden, sodass der Lebensraum der Tiere beeinträchtigt wird. Sie sind dann gezwungen, über die Straße zu laufen – und das geht für die Wildtiere oft tödlich aus. Die Schäden am Auto nach einem Wildunfall sind ebenfalls in aller Regel hoch. Zudem kommt es oft zu verletzten Personen. Im Jahr 2018 kollidierte laut einer Pressemitteilung vom GDV aus dem Oktober 2019 ungefähr alle zwei Minuten ein PKW mit einem Wildtier.

Wildunfälle vermeiden – diese Maßnahmen helfen

Solange das autonome Fahren noch ein Zukunftsszenario bleibt, liegt es an jedem Autofahrer selbst, Wildunfälle bestmöglich zu vermeiden. Nur durch eine umsichtige, aufmerksame und angepasste Fahrweise können die Zusammenstöße verhindert werden. In Bereichen mit entsprechend vielen Wildunfällen werden zwar verschiedene Maßnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass die Wildtiere auf die Straße laufen. Eine Garantie zur Vermeidung eines Wildunfalls ist das aber nicht. Was können Autofahrer also ihrerseits tun, um derartige Unfälle zu verhindern?

In Gefahrenzonen vorsichtig sein

Wichtig ist, in Gefahrenzonen besonders vorsichtig zu fahren. Als solche gelten unübersichtliche Wald- und Feldränder sowie Straßen, die durch Wälder führen. Aber auch auf neu gebauten Straßen ist grundsätzlich besonders viel Vorsicht geboten, denn hier sind die Tiere noch keine Autos gewöhnt, sodass sie keinerlei Scheu haben.

Geschwindigkeit anpassen

Der Deutsche Jagdverband empfiehlt unter anderem, die Geschwindigkeit entlang unübersichtlicher Feld- und Waldränder zu drosseln. Wer statt den erlaubten 100 Stundenkilometern lieber nur mit 80 Kilometern pro Stunde fährt, kann schneller reagieren und bremsen. Die Wahrscheinlichkeit, einen Wildunfall dadurch zu verhindern, ist hoch.

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Die Umgebung im Auge behalten

Autofahrer sollten immer auch die Umgebung der Straße im Blick behalten. Mitunter sind die Wildtiere schon in der Ferne auf dem Feld erkennbar oder sie stehen am Straßenrand. In solchen Situationen sollte man das Tempo drosseln, denn das Tier könnte jederzeit ohne Vorwarnung auf die Straße laufen.

Auf Nachzügler achten

Die meisten großen Wildtiere tauchen in Rudeln auf. Um einen Zusammenstoß mit einem Reh, mit einem Wildschwein oder auch mit einem Wolf zu verhindern, sollte man daher besonders vorsichtig sein, wenn bereits ein Tier die Straße überquert hat. Oft folgen wenig später die Nachzügler. Hier gilt also: Abbremsen und die Umgebung beobachten.

Mit hoher Aufmerksamkeit fahren

Es versteht sich eigentlich von selbst: Autofahrer sollten immer mit einer hohen Aufmerksamkeit im Straßenverkehr unterwegs sein. Das gilt gerade auf abgelegenen Landstraßen. Hier können Wildwechsel zu jeder Tages- und Nachtzeit passieren. In der Dämmerung und in der Nacht sowie bei Nebel und schlechter Sicht ist jedoch besonders viel Achtsamkeit erforderlich. Außerdem sollte man nach der Zeitumstellung sehr aufmerksam sein.

Lieber bremsen als ausweichen

Wenn doch ein Wildtier vor dem Fahrzeug auftaucht, ist es besser, kontrolliert zu bremsen und weiter geradeaus zu fahren, anstatt ein unkontrollierbares Ausweichmanöver zu beginnen. Letzteres kann dazu führen, dass weitere Unbeteiligte mit in den Unfall verwickelt werden.

Sicher verjagen

Taucht ein Tier im Fernlicht auf, sollte man dieses ausschalten. Geblendet von dem Licht bleiben die Wildtiere nämlich meistens erst recht auf der Straße stehen und rühren sich nicht von der Stelle, sodass ein Aufprall unvermeidlich ist. Darüber hinaus empfiehlt es sich zu hupen, um die Tiere von der Straße zu verjagen.

Wildunfall – und nun?

Manchmal lässt sich ein Wildunfall trotz aller Vorsicht nicht vermeiden. Wie man sich verhalten sollte, wenn es zu einem Zusammenstoß mit einem wilden Tier gekommen ist, ist in diesem Ratgeberartikel genauer beschrieben. Grundsätzlich gilt wie bei jedem Verkehrsunfall: Ruhe bewahren, Warnblinkanlage einschalten und Unfallstelle sichern. Bei verletzten Personen muss ein Krankenwagen gerufen werden. Andernfalls sollte man die Polizei rufen. Diese kontaktiert dann den ansässigen Wildhüter oder Jagdpächter. Wichtig: Die Polizei sollte auch informiert werden, wenn ein verletztes Wildtier flüchtet. Für die Versicherung sollte man alle Spuren fotografisch festhalten. Die Polizei oder der Jagdpächter stellt nach der Unfallaufnahme auch eine Wildschadenbescheinigung aus. Diese wird für die Teilkaskoversicherung benötigt.

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