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Von der Schule bis zum Studium und der Ausbildung: Diese vier Lerntypen gibt es

Lernpsychologie

Symbolbild Lernen
Einfach nur zuhören ist nicht jedermanns Sache. © istock.com, skynesher

Spätestens in der Schule werden wir alle damit konfrontiert, bestimmte Inhalte lernen, verstehen und anwenden zu müssen. Dann wird auch deutlich, dass nicht jeder Schüler auf dieselbe Weise lernt: Während es manchen leicht fällt, den Unterrichtsstoff nach einmaligem Durchlesen zu verinnerlichen, begreifen ihn andere besser, wenn er vom Lehrer vorgetragen wird. Die Wissenschaft unterscheidet in diesem Zusammenhang vier hauptsächliche Lerntypen. Für den Lernerfolg ist es wichtig, zu wissen, welchem Typ Sie entsprechen und welche die besten Lernmethoden für diesen sind. Denn diese werden Sie auch im späteren Studienalltag oder in der Ausbildung immer begleiten.

Was sind Lerntypen und welche Bedeutung haben sie?

Als Lerntypen bezeichnen Experten die unterschiedlichen Wege des Lernens. Es gibt in diesem Zusammenhang verschiedene Wege, wie Inhalte aufgenommen, verarbeitet und verinnerlicht werden. Menschen lernen nämlich nicht alle gleich, sondern durchaus auf sehr unterschiedliche Weisen. Bereits in der Grundschule wird deutlich, dass manche Kinder Informationen ganz anders verarbeiten als ihre Klassenkameraden. Es ist sinnvoll, zu wissen, welchem Lerntyp man selbst am ehesten entspricht, um einen möglichst effektiven Lernerfolg zu erreichen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Lerntypen keine strikten Klassifikationen darstellen, sondern die meisten Menschen in gleich mehreren Kategorien anzusiedeln sind. Allerdings ist oftmals eine dominante Tendenz zu beobachten, wenn es darum geht, welche Lernmethode im Einzelfall am besten funktioniert. Es ist aber auch gut möglich, dass erst eine Kombination mehrerer Methoden zum gewünschten Erfolg führt. In der Psychologie ist die Einteilung in Lerntypen umstritten, da es keine empirischen Beweise für deren Wirksamkeit gibt.

Anschauen, Sehen, Beobachten: Der visuelle Lerntyp

Beim visuellen Lerntyp stehen die Augen als dominanter Sinn beim Lernen im Fokus. Wenn Sie zu dieser Gruppe gehören, fällt Ihnen das Lernen am leichtesten, wenn Sie die jeweiligen Inhalte Ansehen, Lesen und Beobachten. Geeignete Lernmittel sind hier beispielsweise Bücher, aber auch Grafiken, Videos und Präsentationen. Beim Lernen für eine Klassenarbeit oder eine Prüfung im Studium sollten dieser vermehrt zum Einsatz kommen und den Lernstoff möglichst anschaulich darstellen.

Der auditive Lerntyp lernt am besten übers Zuhören

Der auditive Lerntyp verarbeitet Informationen am besten und effektivsten, wenn er diese über die Ohren aufnimmt. Hier sind Vorträge und mündliche Darstellungen die geeigneten Methoden, sich den Lernstoff anzueignen. Dabei kann es sich um eine Präsentation etwa in der Schule oder Uni handeln, aber auch um einen Vortrag aus dem Internet. Oftmals hilft es auditiven Lerntypen außerdem, wenn sie die Inhalte selbst laut vorlesen.

Berührung und Bewegung sind das A und O beim haptischen Lerntyp

Die beste Lernmöglichkeit für den haptischen Lerntyp ist das Anfassen und das eigene praktische Handeln. Nur dasitzen und Inhalte passiv aufnehmen führt hier selten zum gewünschten Erfolg: Aktives Lernen und Bewegen gehören für diesen Lerntyp einfach dazu. Da es besonders bei theoretischen Inhalten nicht immer einfach ist, diese „zum Anfassen“ aufzubereiten, müssen haptische Lerner oftmals kreativ werden.

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Der kommunikative Lerntyp braucht den Austausch mit anderen

Die Bezeichnung verrät bereits, worauf es beim kommunikativen Lerntyp ankommt: Diese Gruppierung lernt am besten, wenn der zu bewältigende Stoff mit anderen diskutiert, wiederholt und aufbereitet wird. Der Austausch mit anderen Lernenden ist hier essenziell. Es empfiehlt sich, in Gruppen zu arbeiten und die Inhalte mithilfe von eigenen Präsentationen, Diskussionsrunden oder Fragestellungen zu kommunizieren. Und wenn das in Zeiten der Pandemie nicht in Person möglich ist, kann man die Lerngruppen ganz einfach auch virtuell abhalten,

So finden Sie Ihren dominanten Lerntyp heraus

Wenn Sie nicht wissen, welcher Lerntypkategorie Sie am meisten entsprechen, haben Sie im Internet die Möglichkeit, einen entsprechenden Test zu absolvieren und so zu ermitteln, ob Sie eher zu den visuellen oder doch den haptischen Lernern gehören. Dabei sollten Sie allerdings beachten, dass ein solcher unverbindlicher Test in erster Linie eine Orientierung darstellen kann – wenn Sie bislang Schwierigkeiten beim Lernen hatten, können Sie anhand des Testergebnisses neue Lernmethoden ausprobieren und auf diese Weise für mehr Effizienz und bessere Ergebnisse sorgen. Dabei ist es ratsam, unterschiedliche Methoden in Betracht zu ziehen und diese auch miteinander zu verbinden, denn Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Kombination aus allen vier Lernmethoden bei vielen Menschen besonders effektiv ist – die Unterschiede liegen vornehmlich darin, welcher Sinn in welchem Maße angesprochen wird und welche dominante Methode im Einzelfall Vorrang hat.

Effizientes Lernen benötigt Organisation und Struktur

Nicht nur die für den individuellen Fall ungeeigneten Lernmethoden sind dafür verantwortlich, wenn das Lernen trotz größter Bemühungen anstrengend und ineffizient ausfällt. Viele Menschen gehen unstrukturiert an das Lernen heran und sind schnell frustriert, wenn sich der gewünschte Lernerfolg nicht einstellt. Experten raten dazu, einen Lernplan zu erstellen, in dem Sie festhalten, welche Inhalte Sie in welcher Zeit lernen wollen oder müssen. Dabei sollten Sie realistisch bleiben und ausreichend Zeitpuffer einbauen, denn auch beim Lernen geht nicht immer alles nach Plan, und Unterbrechungen oder Verzögerungen kommen immer wieder vor. Darüber hinaus dürfen ausreichend Pausen und Entspannungsphasen nicht fehlen, um die sprichwörtlichen Batterien wieder aufzuladen. Fällt es Ihnen schwer, sich bei einem hohen Lernpensum zwischendurch zu abzuschalten, können Meditationen oder vergleichbare Entspannungsmethoden hilfreich sein. Wie genau Sie selbst am besten lernen, finden Sie durch das Ausprobieren und Kombinieren verschiedener Konzepte heraus.

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