Vermehrter Einsatz technischer Hilfsmittel im Training und während der Spiele - scinexx | Das Wissensmagazin
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Technik und Fußball

Vermehrter Einsatz technischer Hilfsmittel im Training und während der Spiele

Daimler-Benz-Arena, Stuttgart
In der deutschen Bundesliga sorgten die Videoassistenzschiedsrichter seit der Einführung im August 2017 für reichlich Diskussionsstoff. © pixabay.com, moerschy

In vielen Ligen Europas ist der Einsatz von Videoassistenzschiedsrichtern (VAR), Torlinientechnik und Übersichtskameras, den sogenannten Sky Cams gang und gäbe. Dabei erfuhr besonders die Anwendung dieser technischen Hilfsmittel bei der FIFA WM in Russland durchweg positive Resonanz. In der spanischen und deutschen 1. Fußballliga hingegen, sorgen Einsatz und Entscheidungen der Referees für viel Diskussionsstoff.

Trotz der Diskussionen ist es beschlossene Sache, dass die Premier League und auch die 2. Bundesliga nächstes Jahr den Videoassistenten nutzen werden. Besonders für die Fans ist es aber wichtig, dass die Anwendung klarer gestaltet wird und die Zuschauer nicht mehrere Minuten im Unklaren sind, was gerade überhaupt geprüft wird.

Unklar, wann Prüfung stattfindet

Für die Zuschauer im Stadion ist häufig nicht klar, ob der VAR zum Einsatz kommt oder nicht. Zudem sollte auch angezeigt werden, welcher Grund für eine Überprüfung vorliegt. Zudem scheint es für Außenstehende nicht genau definiert zu sein, bei welchen Situationen der Videoassistent zum Einsatz kommen darf. Besonders in Bezug auf ein vermeintliches Handspiel sind die Regeln, wann Hand gepfiffen wird und wann nicht, nicht exakt definiert. Somit sind sogar die Entscheidungen, die durch Zuschaltung des Videoassistenten gefällt wurden, nicht richtig nachvollziehbar.

VAR kann Spiele entscheiden

Besonders mit Hinblick auf die engen Duelle um die Meisterschaften in den europäischen Topligen können einige falsche gefällte Entscheidungen entscheidend sein. In Deutschland, England und Holland zeichnen sich gerade Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel ab und es könnte sein, dass wenige Punkte oder sogar Tore den Ausschlag für ein Team geben. Parallel kämpfen jede Saison einige Teams am Tabellenende um ihre Existenz. Für diese Mannschaften wäre es wichtig, dass die Entscheidungen korrekt, nachvollziehbar und gerecht sind. Während Torlinientechnik und virtuelle Abseitslinie exakte Urteile zulassen, scheinen die Entschlüsse um Platzverweise, Foulspiel oder Elfmeter, die in Abstimmung mit dem Videoassistenten gefällt werden, nicht konstant zu sein.

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Abläufe noch nicht eingespielt

Trotz der Erfahrungswerte, die das Schiedsrichterteam auf dem Platz und das Team in der Videokabine schon haben, scheinen die Abläufe noch nicht ausreichend erprobt zu sein. Insgesamt ist der Fußball in den Ligen mit Videoassistenzschiedsrichtern gerechter geworden, allerdings leidet das Zuschauererlebnis noch deutlich. Die langen Unterbrechungen, die durch Prüfungen verschiedener Spielszenen entstehen, sind nicht nur für den Zuschauer, sondern auch für die Spieler eher störend. Häufig geht der Spielfluss nach solchen Pausen, die durchaus länger als 3 Minuten dauern können, gänzlich verloren.

VAR fester Bestandteil der Zukunft des Profifußballs

Die Einführung des VAR ist der richtige Weg, um den Fußball gerechter zu machen. Dabei sollte aber die Natur des Fußballs nicht verloren gehen. Die europäischen Ligen sollten sich ein Beispiel an der FIFA WM in Russland nehmen, bei der die neue Technik konsequenter angewandt wurde. Zudem könnte man sich an anderen Sportarten wie der NBA und NFL orientieren, wo das Videoreplay schon lange genutzt wird und kaum noch für Diskussionen sorgt.

Insgesamt ist zu erwarten, dass sich die Abläufe in den nächsten Jahren einspielen und die Entscheidungen schneller und nachvollziehbarer gefällt werden können.

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