Und wieder grüßt das Krabbeltier. Lassen sich Kopfläuse denn niemals ausrotten? - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Pedikulose

Und wieder grüßt das Krabbeltier. Lassen sich Kopfläuse denn niemals ausrotten?

Kopflaus (Pediculus humanus capitis)
Kopflaus © Gilles San Martin via flickr / CC BY-SA 2.0

Die schlechte Nachricht vorab: leider nein. Kopfläuse sind dem Menschen seit Millionen von Jahren treu – ein Ausrotten ist eher unwahrscheinlich. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Die kleinen Krabbeltiere sind absolut ungefährlich. Sie sind zwar lästig, übertragen in unseren Breitengraden aber keine Krankheiten. Es stellt sich somit eher die Frage, wie sich Kopfläuse möglichst effektiv am eigenen Kopf ausrotten lassen – vielleicht mit einer besseren Hygiene?

Die Kopflaus – ein kleiner Überlebenskünstler

Die menschliche Kopflaus (Pediculus humanus capitis) ist ausgewachsen nicht größer als ein Sesamkorn. Sie wird bis zu drei Millimeter lang. Ihre sechs Beine sind mit Krallen ausgestattet, mit denen sie sich sehr effektiv festhält – am liebsten in der Region des Haaransatzes. Dort befestigt die Laus ihre etwa einen Millimeter langen Eier, die auch Nissen genannt werden. Entgegen der verbreiteten Meinung springen oder fliegen die Tierchen nicht, sie krabbeln. Um ihren Wirt zu wechseln, benötigen Kopfläuse direkten Haar-zu-Haar-Kontakt – ohne diesen ließen sie sich wohl tatsächlich ausrotten. Für eine Verbreitung muss der Mensch also sprichwörtlich die Köpfe zusammenstecken. Das passiert wiederum häufig bei Kindern. In Kindertagesstätten und Schulen haben es Läuse somit besonders leicht.

Auf Textilien, wie etwa der Kleidung oder Bettwäsche, überleben sie nur kurz, da Läuse Blut als Nahrung benötigen. Ohne einen Wirt verhungern oder vertrocknen sie nach ein bis zwei Tagen. Solange es also den Menschen gibt, lassen sich Kopfläuse wahrscheinlich auch in Zukunft nicht ausrotten. Wir werden uns also noch länger mit den Parasiten herumärgern müssen. Aber es gibt Tipps, um sich vor Läusen zu schützen.

Kopfläuse und Hygiene – wie hängt das zusammen?

In vielen Köpfen hält sich hartnäckig die Überzeugung, dass vor allem diejenigen Kopfläuse bekommen, deren Hygiene zu wünschen übrig lässt. Doch dem ist nicht so. Für die Haarpflege ihres Wirts interessiert sich die Kopflaus überhaupt nicht. Es spielt keine Rolle, ob jemand seine Haare täglich oder einmal wöchentlich wäscht. Kopfläuse lassen sich deswegen auch nicht mit einer verbesserten Hygiene ausrotten.

Eine gewisse Reinlichkeit spielt aber für diejenigen eine wichtige Rolle, die die kleinen Tierchen wieder loswerden möchten. Sobald klar ist, dass Kinder und eventuell auch deren engsten Kontaktpersonen betroffen sind, ist die richtige Vorgehensweise entscheidend. Der Läuse- und Nissenkamm hilft nicht nur dabei, einen Befall durch genaues Absuchen einzelner Haarsträhnen zu entdecken, er unterstützt auch bei der Entfernung der Tiere und der an der Kopfhaut festgeklebten Eier. Ein regelmäßiges, gründliches Auskämmen (Strähne für Strähne) ist Teil jeder erfolgreichen Läusetherapie.

Anzeige

Zudem ist der Einsatz eines (für den Menschen) schonenden Läusemittels hilfreich, das Läuse und Nissen durch Sauerstoffentzug erfolgreich abtötet. Betroffene wenden das Mittel zu Anfang der Therapie und nach etwa neun Tagen erneut an. Nissen schlüpfen nach acht bis zehn Tagen, sodass eine zweite Behandlung nach dieser Zeit der Sicherheit dient. Es soll schließlich kein einziges Ei überleben.

Ergänzend zur Behandlung des Kopfes, empfiehlt sich die der Textilien. Kleidung und Bettwäsche werden, wenn möglich, bei 60 Grad gewaschen. Wäsche, die diese Temperatur nicht verträgt, wird in einer Plastiktüte für mindestens ein paar Stunden in das Gefrierfach gelegt – danach ist sie läusefrei. So haben Kopfläuse – wenn sie sich bereits festgesetzt haben – dank einer guten Hygiene am Ende doch keine Chance mehr.

Wichtig: Sind ein oder mehrere Kinder in einer Einrichtung betroffen, ist ein offener Umgang entscheidend. Die Kopfläuse lassen sich zumindest dort problemlos ausrotten, wenn alle Eltern informiert sind, ihre Kinder genau untersuchen und bei einem Befall entsprechend handeln.

Anzeige

In den Schlagzeilen

Diaschauen zum Thema

Dossiers zum Thema

News des Tages

Mondfinsternis

Heute Abend verdunkelt sich der Mond

Magersucht liegt auch in den Genen

Vormenschen: Muttermilch als Notversorgung

KI löst Zauberwürfel

Stonehenge: Steintransport mit Schweinefett?

Bücher zum Thema

Die Psycho-Trojaner: Wie Parasiten uns steuern - von Monika Niehaus und Andrea Pfuhl

Karies, Pest und Knochenbrüche - Was Skelette über Leben und Sterben in alter Zeit verraten Von Joachim Wahl und Albert Zink

Top-Clicks der Woche

Anzeige
Anzeige