Studie: Autonomes Fahren spaltet die Gesellschaft - scinexx | Das Wissensmagazin
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Studie: Autonomes Fahren spaltet die Gesellschaft

Verkehrs- und Mobilitätswende

Cockpit eines autonom fahrenden PKW
© adobe.stock / scharfsinn86

Das autonome Fahren ist ein Zukunftsszenario, welches viele Vorteile mit sich bringen könnte. Rein aus technologischer Sicht könnten schon bald sämtliche Autos autonom unterwegs sein. Doch die Hürden liegen neben der Gesetzgebung vor allem in der Gesellschaft, wie eine neue Studie beweist. Denn nicht alle Menschen halten diese Innovation für sinnvoll. Ähnlich sieht es mit den Elektroautos aus, welche sich nur schleichend auf dem Markt durchsetzen. Es handelt sich somit um ein Thema, das die Gesellschaft spaltet und bei welchem sich eine tiefergehende Betrachtung lohnt.

Über die Verkehrs- und Mobilitätswende wird viel diskutiert. Sie betrifft nicht nur zahlreiche Wirtschaftsbereiche, sondern in erster Linie auch ganz konkret den Alltag der Konsumenten und Verbraucher. Zum einen wird die Entwicklung autonomer Fahrzeuge von Industrie und Forschung fieberhaft vorangetrieben – zum anderen sind viele Menschen jedoch skeptisch und wenig bereit, sich auf diese neuen Technologien einzulassen.

Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte hat zu den Themen Autonomes Fahren, Elektromobilität und Connected Car 2019 eine umfassende Studie veröffentlicht, bei der die Sicht der – noch skeptischen – Verbraucher im Zentrum steht. Darüber hinaus zeigt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Bitkom Research wie die Frage nach der Mobilität der Zukunft die Gesellschaft spaltet. Die zurückhaltende Akzeptanz der Konsumenten wird auch von einer Studie des Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmens Prognos bestätigt.

Ergebnisse aus den ersten Testprojekten

In den Ohren vieler Menschen klingt das autonome Fahren noch nach einer Utopie. Dabei ist die Forschung in diesem Bereich bereits weit fortgeschritten. Viele Hersteller von Fahrzeugen wie Personen- oder Lastkraftwagen führen bereits erfolgreiche Experimente mit entsprechenden Technologien durch – und zwar nicht nur auf abgeschotteten Teststrecken, sondern durchaus auch bereits im ganz normalen Straßenverkehr.

So beispielsweise Volkswagen zu Beginn des Jahres 2019 auf den öffentlichen Straßen von Hamburg. Sogar in der komplexen Verkehrslage von Großstädten können die autonomen Fahrzeuge also bereits bestehen. Dennoch müssen für solche Tests spezielle Sondergenehmigungen eingeholt werden.

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Um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, dürfen die autonomen Fahrzeuge eine Geschwindigkeit von 50 km/h (noch) nicht überschreiten. Zudem muss ein Fahrer hinter dem Steuer sitzen, um im Notfall eingreifen zu können. Dennoch dürfen die Autos bis zu Level 4, sprich vollautomatisiert, fahren. Ziel solcher Testfahrten ist die Sammlung wichtiger Daten, die anschließend ausgewertet werden können, um die Technologien weiter zu verfeinern.

Autobahn
© adobe.stock / metamorworks

Vorteile der autonomen Technologien

Dass das autonome Fahren eines Tages der neue Standard sein wird, scheint zum jetzigen Stand unbestritten. Das liegt auch daran, dass die Technologien quasi einsatzbereit sind. Vor allem aber sind es die zahlreichen Vorteile, welche die autonomen Fahrzeuge mitbringen, die überzeugend klingen:

  • Die Sicherheit im Straßenverkehr könnte durch das autonome Fahren deutlich erhöht werden. Schließlich ist das menschliche Versagen die häufigste Ursache für Autounfälle. Um bis zu 95 Prozent könnte deren Anzahl demnach durch moderne Technologien verringert werden.
  • Weiterhin könnten autonome Autos den Verkehrsfluss deutlich verbessern und dadurch viele Staus verhindern. Selbst, wenn nur jedes 22ste Auto auf die autonome Technologie zurückgreifen würde, wäre die Wirkung deutlich spür- und messbar.
  • Ebenso würde die Parkplatzsuche einfacher werden. Denn autonome Autos verfügen über einen hohen Grad der Vernetzung, damit die Technologie funktionieren kann. Dementsprechend wären Zusatzfunktionen wie die automatische Anzeige freier Parkplätze ebenso möglich wie das Umfahren von Staus, die Optimierung der Emissionen und vieles mehr.
  • Während viele Menschen gerne Auto fahren, reduziert das autonome Fahren die Autos wieder auf ihren ursprünglichen Zweck: Den Transport von A nach B. Ähnlich wie in einem Zug, könnten die Passagiere derweil schlafen, ein Buch lesen oder anderen Tätigkeiten nachgehen. Zwar ist zu erwarten, dass zu Beginn noch die Aufmerksamkeit eines Fahrer vorgeschrieben ist, um in Notfällen eingreifen zu können. Doch auf lange Sicht dürfte das nicht mehr notwendig sein.
  • Auch das Rufen des Autos per Knopfdruck, beispielsweise mit einer speziellen App, ist dann denkbar. Das macht Modelle wie das Carsharing noch attraktiver, was erneut positive Auswirkungen auf die Umwelt mit sich bringt.
  • In gewerblicher Hinsicht könnte das autonome Fahrzeug, zum Beispiel beim Transportwesen in Form von Lastkraftwagen, große Kosteneinsparungen mit sich bringen. Fahrer sind dann nicht mehr notwendig, was die Personalkosten verringert. Weiterhin wären keine Pausen mehr erforderlich, sprich die Transporte sind zeiteffizienter und zugleich spritsparender möglich. Experimentiert wird dafür bereits mit Modellen wie Lastwagen, die in Kolonnen und somit im gegenseitigen Windschatten unterwegs sind.

Überhaupt mangelt es nicht an Zukunftsszenarien rund um das autonome Fahren. Denkbare Einsatzzwecke und damit auch mögliche Vorteile gibt es eine Menge. Zu erwarten ist daher, dass das autonome Fahren zu Beginn vor allem im gewerblichen Bereich sowie in Großstädten eingeführt wird und sich anschließend zunehmend auch auf die Privatnutzung oder den ländlichen Raum ausbreitet.

Schlafende Person in autonom fahrendem Fahrzeug
© adobe.stock / metamorworks

Wie sicher sind autonome Fahrzeuge?

Das größte Problem der aktuellen Technologien stellt natürlich die Sicherheit dar. Schließlich bedeutet es für die Menschen einen großen Vertrauensvorschuss, das Steuer sprichwörtlich aus der Hand zu geben. Zudem haben in den vergangenen Jahren immer wieder Schlagzeilen über Unfälle mit autonomen Autos für eine Verunsicherung in der Gesellschaft gesorgt.

Dennoch ist die Forschung auch in diesem Bereich weit fortgeschritten. Aktuell wird die Sicherheit durch viele verschiedene Maßnahmen gewährleistet:

  • Unterschiedliche Sensoren ermöglichen eine 360-Grad-Überwachung rund um das Auto, um eventuelle Hindernisse oder Gefahren zu ermitteln – aber auch für die Navigation und als „Augen“ für die künstliche Intelligenz.
  • Diese künstliche Intelligenz in einem autonomen Fahrzeug wird stetig weiterentwickelt, um in sämtlichen Situationen ähnlich reagieren zu können wie ein menschlicher Fahrer. Das gilt vor allem für kritische Situationen. Denn diesbezüglich wird häufig befürchtet, die fehlende „menschliche Intuition“ könne zu zusätzlichen Unfällen führen.
  • Eine Ultraschallsensorik hat weiterhin die Aufgabe der Nahfeld-Erkennung. Es handelt sich dabei um eine vergleichbare Technologie zu jener der Parksensoren, welche bereits jetzt in vielen Autos serienmäßig eingebaut werden.
  • Videokameras sind in autonomen Fahrzeugen unverzichtbar, um die Straße sowie die Umgebung zu „überblicken“. Diese Kameras können aber zugleich Entfernungen messen sowie den Innenraum überwachen. Schon jetzt werden zunehmend Seiten- und Rückspiegel in modernen Autos durch solche Kameras ersetzt.
  • Eine tragende Rolle spielen außerdem sogenannte LiDAR-Sensoren, die einem klassischen Radar-System ähneln – allerdings erfoglt die Umgebungserfassung per Laser. Die Systeme senden und messen Lichtimpulse, wodurch sie schnelle Reaktionszeiten des autonomen Systems ermöglich. Dafür wiederum ist teilweise eine Anpassung der Lackierungen notwendig, vor allem bei schwarzen Lacken, damit diese die Laserimpulse besser reflektieren. Eine Maßnahme, die derzeit bei vielen Herstellern schon umgesetzt wird.
  • Zuletzt wird die Vernetzung zukünftig bei autonomen Fahrzeugen eine tragende Rolle spielen. Denn die Sammlung, Auswertung und vor allem blitzschnelle Verarbeitung von Daten wird die Grundlage des autonomen Autos der Zukunft darstellen. Die Forschung konzentriert sich daher momentan zu großen Teilen auf die Rechenleistung sowie -geschwindigkeit in den Fahrzeugen. Big Data sowie künstliche Intelligenz sind somit zwei Stichworte, wodurch die Autos in Zukunft sogar in der Lage sein sollen, selbstständig zu lernen und das System damit automatisch in einem stetigen Verbesserungsprozess zu optimieren.

Angesichts dieser aktuellen Entwicklungen liegt die Vermutung nahe, es gäbe bereits eine langsame Wandlung der herkömmlichen zu autonomen Autos. Schon jetzt werden nämlich nach und nach entsprechende (Sicherheits-)Technologien serienmäßig in neue Fahrzeuge implementiert. Zudem werden die autonomen Modelle, wie bereits erwähnt, regelmäßig erfolgreich sowie unfallfrei in Großstädten und anderen Situationen getestet.

Das macht erneut deutlich, dass deren Einsatz schon in Kürze flächendeckend möglich sein könnte. Autonome Fahrzeuge werden von manchen Experten bereits jetzt als sicher eingestuft. Tendenz steigend. Da stellt sich die Frage, weshalb die autonomen Autos überhaupt noch auf sich warten lassen? Welche also sind die Hürden, die ihrer Einführung momentan im Weg stehen, wenn es weder die Technologie noch die Sicherheit ist?

Es fehlt am Vertrauen in die Innovation

Das Stichwort ist bereits gefallen: Das Steuer abzugeben erfordert ein hohes Maß an Vertrauen durch die Passagiere in einem autonomen Auto. Genau diesen Vertrauensvorschuss sind aber viele Menschen noch nicht bereit zu geben, und zwar nicht nur in Deutschland, wie die „2019 Global Automotive Consumer Study“ von Deloitte herausgefunden hat.

Dennoch sind die Deutschen der Entwicklung gegenüber positiver eingestellt als viele andere Nationen:

  • Während hier nur 56 Prozent Sicherheitsbedenken haben, wenn es um die modernen Technologien in autonomen Fahrzeugen geht,
  • sind es in China sowie Indien 64 Prozent.
  • Sogar in den USA zweifeln noch 65 der Befragten im Rahmen der Studie an der Sicherheit.

Das fehlende Vertrauen spielt also eine tragende Rolle, ist aber sicherlich nicht das einzige und größte Hindernis, welches einer Einführung der autonomen Autos im Straßenverkehr im Weg steht. Denn eine gewisse Skepsis ist bei neuen Technologien keinesfalls ungewöhnlich, verschwindet aber meist schnell nach deren Einführung – nachdem die Verbraucher also merken, dass keine Gefahr von der Innovation ausgeht.

Ursachen der gespaltenen Gesellschaft

Weitere interessante Erkenntnisse, um diese Frage abschließend zu beantworten, liefert die Mobilitätsstudie der Bitkom aus dem Jahr 2019: Demnach ist die Hälfte der Bevölkerung aktuellen Entwicklungen wie der Elektromobilität und dem autonomen Fahren gegenüber positiv eingestellt – die andere Hälfte lehnt sie jedoch ab. Auch das liegt vor allem an Vorbehalten im Bereich Sicherheit:

  • Jeder zweite Befragte würde zwar autonome Autos nutzen, die anderen 50 Prozent jedoch aufgrund von Sorgen um die Sicherheit, um technische Probleme sowie um Hacker-Angriffe nicht.
  • Fast ein Drittel der Studienteilnehmer gibt zudem an, vor allem in Gefahrensituationen der Technik nur bedingt zu vertrauen.
  • Eine noch größere Hürde stellen aber die rechtlichen Rahmenbedingungen dar. Knapp 60 Prozent der Deutschen befürchten demnach, bei Unfällen oder anderen Vergehen für die Fehler der Technologie zu haften.

Neben dem fehlenden Vertrauen sind es also vor allem die Rahmenbedingungen in Form von neuen oder geänderten Gesetzen, die das autonome Fahren momentan noch nicht alltagstauglich machen.

Dennoch liefert die Mobilitätsstudie auch Erkenntnisse, welche auf gute Zukunftspotenziale für das autonome Fahren schließen lassen:

  • Nur 33 Prozent der Befragten möchten lieber selbst fahren, weil sie daran Spaß haben.
  • Für etwa zwei Drittel der Deutschen wäre es demnach in der Theorie kein Problem, das Steuer aus der Hand zu geben.
  • 45 Prozent nennen die hohen Investitionskosten in die Infrastruktur als größtes Hindernis, was sicherlich nicht ganz unbegründet ist – jedoch kein Problem, das sich auf lange Sicht nicht lösen lässt.
  • Demgegenüber sehen drei Viertel der Studienteilnehmer zahlreiche Vorteile durch die autonomen Autos, wie sie bereits eingangs geschildert wurden.
  • Vor allem aber legen immer mehr Käufer Wert auf digitale Dienste im Auto. Für sie werden solche digitalen Technologien sogar zunehmend zu einem wichtigeren Entscheidungskriterium beim Autokauf als beispielsweise die Marke oder Motorleistung.

Das Auto scheint also an Bedeutung als Statussymbol zu verlieren, wohingegen der Klimaschutz an Relevanz gewinnt. Und auch an dieser Stelle könnten die autonomen Fahrzeuge, wie bereits erwähnt, auf lange Sicht überzeugen.

© adobe.stock / boscorelli

Ausblick auf das Auto der Zukunft

Die Chancen stehen also gut, dass das Auto der Zukunft tatsächlich autonom sein wird und die Technologie bereits in absehbarer Zeit Marktreife erlangt. Wie vorab festgestellt, wird dieser Wandel aber voraussichtlich eher schleichend vonstattengehen als plötzlich. Elektroautos sind an dieser Stelle schon deutlich besser akzeptiert und werden immer häufiger in Deutschland gekauft. Jedoch bewegen auch sie sich nach wie vor eher in einer Nische.

Zu erwarten ist dennoch, dass das Auto von morgen nicht nur autonom, sondern auch mit einem Elektromotor ausgestattet ist. Und diese dürften nicht die einzigen Revolutionen auf dem Markt werden:

Die Motorisierung

Das Auto der Zukunft wird mit großer Wahrscheinlichkeit über einen Elektromotor verfügen. Denn dieser stellt sich bereits jetzt also deutlich umweltfreundlicher gegenüber Verbrennungsmotoren heraus. Sogar die schwedischen Forscher, die im Jahr 2017 ein verheerendes Fazit bezüglich der Nachhaltigkeit von Akkus, die in Elektroautos verbaut werden, gezogen hatten, haben sich mittlerweile in einer neuen Studie selbst korrigiert. Demnach stellten Elektroautos aktuell tatsächlich die umweltfreundlichste Alternative dar und somit auch die beste Option für die Entwicklung von autonomen Autos.

Fahrzeug(teil)e aus dem 3D-Drucker

Eine weitere realistische These ist jene, dass zukünftige Autos irgendwann aus dem 3D‑Drucker stammen könnten. Schon jetzt gibt es erste Modelle, deren Karosserie gedruckt wurde. Sie sind leichter als herkömmliche Autos, günstiger und umweltfreundlicher. Zum Einsatz können zum Beispiel ganz neue Materialien wie Bio-Kunststoff aus Polylactide kommen.

Die Reifen

Auch die Reifen könnten eines Tages aus dem 3D-Drucker kommen, denn es gibt viele Entwürfe innovativer Technologien, welche die herkömmlichen Reifen ersetzen könnten. Von Reifen ohne Luft über Modelle zum Erklimmen von Hindernissen bis hin zu Reifen, deren Kontaktfläche sich selbstständig adaptieren kann, sind viele Szenarien denkbar und teilweise bereits in der Entwicklung.

Bereits heute müssen die Reifen den verschiedensten Anforderungen genügen – je nach Fahrzeugtyp und weiteren Kriterien. Doch es wäre also beispielsweise möglich, einen Reifen zu entwickeln, der sich selbstständig an die Straßenbedingungen anpasst, was den Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen überflüssig machen würde – ohne dabei Nachteile in Kauf nehmen zu müssen, weil beispielsweise im Sommer mit zu rauem Profil gefahren oder im Winter mit Ganzjahresreifen kein optimaler Halt generiert wird.

Das digitale Fahrzeug

Zuletzt wird das Auto der Zukunft natürlich digital sowie vernetzt sein. Wie bereits erwähnt, könnte der Wandel zum autonomen Fahrzeug daher schleichend kommen, indem immer mehr Sensoren, technologische Hilfen zur Verbesserung der Sicherheit und weitere Technologien in die neuen Autos integriert werden – so lange, bis eben kein Fahrer mehr notwendig ist. Endgültig wird das jedoch erst möglich sein, sobald dafür auch die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst wurden.

Nicht nur die Autos werden revolutioniert

Dies ist nur ein kleiner Ausblick auf viele Revolutionen, welche im Bereich der Mobilität in naher Zukunft warten könnten. Das Auto als Transportmittel wird sich daher in den kommenden Jahren grundlegend wandeln. Das betrifft aber nicht nur dessen Technologie sowie Gestaltung, sondern auch seine Nutzung.

Wenn sich die Autos verändern, werden sich also zunehmend auch die Gewohnheiten der Gesellschaft ändern:

  • Bereits jetzt sagen laut der zitierten Mobilitätsstudie etwa 40 Prozent der Befragten, dass für sie persönlich ein eigenes Auto zukünftig nicht mehr so wichtig ist. Sie wären also durchaus bereit, auf andere Verkehrsmittel oder Carsharing-Angebote umzusteigen, wenn sie dadurch nachhaltiger, günstiger oder schlichtweg praktischer unterwegs wären. Vor allem bei den jungen Generationen ist die Akzeptanz solcher Zukunftsszenarien überdurchschnittlich groß.
  • Jeder vierte Studienteilnehmer stimmte außerdem der Aussage zu, für ein Verbot von Verbrennungsmotoren spätestens ab dem Jahr 2030 zu sein.

Tatsächlich lässt sich also bereits jetzt ein Umdenken in der Gesellschaft beobachten – obwohl sich diese hinsichtlich der autonomen Technologien noch gespalten präsentiert.

Bedeutung für den deutschen Automobilmarkt

Ähnliche Uneinigkeit herrschte im Rahmen der Studie bei der Frage, ob Deutschland seine Vorreiterrolle in der Automobilindustrie in Zukunft wird halten können:

  • Nur rund ein Viertel der Befragten geht davon aus, dass die deutschen Autohersteller den Wettbewerb im Bereich autonome Autos gewinnen wird.
  • Die Hälfte der Deutschen befürchtet hingegen, die Wende hin zu Innovationen wie Elektroautos, autonomen Fahrzeugen oder erneuerbaren Antriebsformen zu verpassen.
  • 46 Prozent können sich zudem gut vorstellen, dass einige klassische Autohersteller angesichts dieser Entwicklungen vom Markt verschwinden werden.
  • Gute Chancen messen sie hingegen ausländischen Herstellern wie Toyota oder Ford bei.
  • 22 Prozent erwarten außerdem, dass IT- und Internetunternehmen wie Google oder Apple zukünftig den Markt erobern werden.
  • Und wenn es um die Frage nach der Markteinführung autonomer Autos geht? Diesbezüglich erwarten 60 Prozent der Befragten, dass es in spätestens 20 Jahren bereits mehr autonome als herkömmliche Fahrzeuge auf den deutschen Straßen geben wird.

Eine Studie des Prognos-Forschungsinstituts ist diesbezüglich allerdings zurückhaltender. Hier lautet das Fazit: Autonome Autos werden sich zwar durchsetzen, jedoch nur langsam. Als Grund dafür wird die lange Lebensdauer der Fahrzeuge genannt, welche derzeit auf den Straßen unterwegs sind. Wenn diese also 15 bis 20 Jahre in Betrieb sind, wandelt sich der Gesamtbestand nur allmählich in Richtung der Innovationen wie dem autonomen Fahren.

Das erklärt zugleich, weshalb sich die Elektroautos nur schleichend durchsetzen:

  • Eine optimistische Schätzung geht daher von 70 Prozent autonomen Fahrzeugen im Jahr 2050 aus.
  • Im Jahr 2040 könnten bereits erste vollständig autonome Autos unterwegs sein.

Bis dahin wird eher mit den bereits erwähnten langsamen Veränderungen wie der Ausstattung mit einem „Citypilot“ gerechnet. Wann und in welcher Form sich die Technologie tatsächlich durchsetzt, bleibt also noch abzuwarten. Sicher scheint zum jetzigen Zeitpunkt aber, dass das Auto der Zukunft eines Tages autonom fahren wird.

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