Strom sparen im Gewerbe - scinexx | Das Wissensmagazin
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Strom sparen im Gewerbe

Strompreis

Strommasten in Industrielandschaft
Industrie und Gewerbe sind die Haupt-Verbraucher des Stroms in Deutschland. Etwa 70 Prozent sind für den Betrieb von Elektromotoren, Pumpen und Ventilatoren nötig, weswegen es dringend indiziert ist, Einsparpotentiale auszuloten. © pixabay.com, SD-Pictures (CC0)

30 Prozent des Stromverbrauchs gehen in Deutschland auf die Kappe privater Haushalte, 70 Prozent des Stroms in Deutschlands verbrauchen Dienstleister, Händler, Gewerbetreibende und Industriebetriebe. Letztere sind folglich diejenigen, die am meisten Strom verbrauchen. Grund genug, umfangreiche Maßnahmen anzustreben, um als Betrieb Strom zu sparen. Welche Maßnahmen im Unternehmen greifen könnten, verrät dieser Beitrag.

Hier lassen sich Milliarden an Kilowattstunden sparen

Elektrische Antriebe, Aggregate, Druckluft, Pumpen und Ventilatoren sind die größten Stromfresser, die in Industrie- und Gewerbebetrieben zu finden sind. Ideen, wie genau an dieser Stelle Strom eingespart werden kann, gibt es einige. So spricht das Umweltbundesamt von einer Studie, die Optionen aufzeigt, um rund 44 Milliarden Kilowattstunden einzusparen. Effiziente Beleuchtung, Lüftungssysteme, Pumpen und Druckluftsysteme könnten maßgeblich dazu beitragen. Auch das Einsparpotential beim Brennstoffverbrauch liege dem Umweltbundesamt zufolge zwischen 20 und 33 Milliarden Kilowattstunden.

So geht Stromsparen im Gewerbe ganz konkret

Neben utopischen Zahlen wird es vielerorts ganz konkret, denn die Maßnahmen sind greifbar und sorgen für nachweisliche Erfolge. Im Büro beispielsweise kann die Reduktion von Energieschleudern für eine bessere Effizienz sorgen. Das bedeutet: Leerlaufverluste (durch angesteckte, aber ungenutzte Geräte) sollten vermieden werden. Darüber hinaus gilt es Elektrogeräte, Heizung und Klimaanlagen aufzurüsten und so einzustellen, dass sie nivellieren und nicht etwa für Extreme sorgen. Ein ganz bekanntes Beispiel für Sparmaßnahmen ist auch der Glühlampenausstieg.

Das sind die Ansatzpunkte, die vor allem in Großbetrieben für Einsparpotential sorgen:

  • Beim Einsatz von Elektromotoren gibt es ein Gesetz: Asynchron-Drehstrommotoren können etwa 27 Milliarden an Kilowattstunden einsparen und sind bereits seit 2011 Pflich. © pixabay.com, andreas160578 (CC0)

    Klima- und Lüftungsanlagen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie rät zur Überprüfung der Klima- und Lüftungsanlage, die häufig der größte Stromfresser ist. Abrechnungen und Protokolle sollten überprüft werden, um herauszufinden, wie effizient die Anlage arbeitet. Vor allem die Volumenströme sind dazu wichtige Parameter, heißt es in der Informationsschrift des Bundesministeriums. Um rasch eine technische Verbesserung herbeiführen zu können, können Einzelkomponenten ausgetauscht werden, wie etwa Kälteerzeuger, Ventilatoren und Pumpen. Auch der Einsatz neuer Komponenten, beispielsweise im Bereich der Regelungstechnik, kann an dieser Stelle die Effizienz steigern und Kosten sparen.

  • Elektromotoren. Beim Sparen mithilfe von elekhilft ein Gesetz, das seit dem 16. Juni 2011 gilt. Asynchron-Drehstrommotoren sollen etwa 27 Milliarden Kilowattstunden einsparen deutschlandweit – und 16 Millionen Tonnen an Kohlenstoffdioxid. Festgeschrieben im Ökodesign-Regelungsbeschluss gilt die Erlaubnis für Motoren zwischen 0,75 und 375 Kilowatt. Ein konsequenter Wechsel der Motoren könnte bis 2020 135 Milliarden Kilowattstunden sparen und damit auch 63 Millionen Tonnen an Kohlenstoffdioxid.

Und welche Rolle spielen die Anbieter?

Aktuell, das heißt zur Zeiten der Corona-Pandemie, scheinen die Kosten für Rohstoffe beinahe vergessen. Experten gehen davon aus, dass die Großhandelspreise für Strom um 20 bis 30 Prozent sinken könnten. Die genauen Zahlen sollen jedoch davon abhängen, wie schnell die Wirtschaft im Land wieder in Gang kommt und wie schnell sie sich langfristig wieder von der Rezession erholen kann. Doch wie ist es, unabhängig von der aktuellen Lage, eigentlich um die Rohstoffpreise bestellt? Welche Rolle spielen sie im Zuge der Strom-Spar-Devise der Unternehmen?

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  • Gewerbestrom ist für viele Gewerbetreibende ein attraktives Sparanagebot, obgleich er im Grunde aus denselben Einzelbausteinen besteht wie Privatstrom auch, nur die Preise variieren. Etwa 28 Prozent des Preises sind die Netzentgelte des Betreibers, 48 Prozent sind Umlagen und Steuern und 24 Prozent des Preises gehen an den Anbieter – beim Privatstrom. Allerdings ist ein Detail entscheidend, denn beim Gewerbestrom sinkt der Anteil von Umlagen auf Steuern auf etwa 15 bis 30 Prozent, was unterm Strich dazu führt, dass Gewerbestrom eine praktische Sparoption darstellt. Ein weiterer Unterschied liegt in der Abnahmemenge, denn während Privathaushalte zwischen 1.000 bis 5.000 Kilowattstunden verbrauchen, beginnen Verträge über Gewerbestrom meist erst bei 100.000 Kilowattstunden. Abgerechnet wird dann mittels Abschlag, allerdings vom wirklichen Verbrauch.
  • Gewerbegas ist inhaltlich betrachtet natürlich dasselbe Gas wie Privatgas, allerdings gilt auch hier: Gewerbegas ist günstiger als Privatgas. Auch in diesem Fall liegt das an den Umlagen, Steuern und Abgaben, die für Gewerbetreibende geringer ausfallen als für Privatpersonen. Grund-Voraussetzung, um Gewerbegas zu beziehen, ist nicht nur die Gewerbeanmeldung, sondern auch die Einhaltung der Vorgaben, die der Anbieter zur Abnahme von Gewerbegas macht. Das können beispielsweise Abnahmemengen sein.

Fazit: Unternehmen müssen mehr in die Technik investieren und profitieren dann von geringeren Preisen

In aller Regel übersteigen die Investitionen, die Unternehmer tätigen müssen, um in puncto Energieeffizienz die geltenden Gesetze einhalten zu können, deutlich die Punkte, an denen sie günstiger an Gewerbestrom oder Gewerbegas kommen. Dennoch können beide erläuterten Bausteine zum Sparpotential werden, das sich im Betrieb bestmöglich ergänzt: Während kostenintensive Investitionen in die Technik vor allem die Menge an benötigten Rohstoffen verringern, sorgen günstige Rohstoffpreise darüber hinaus für einen günstigen Einkauf dieser Preise – eine Kombination, die sich unterm Strich für alle Beteiligten rechnen sollte.

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