Risikolebensversicherung: Wie viel ist ein Leben wert? - scinexx | Das Wissensmagazin
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Risikolebensversicherung: Wie viel ist ein Leben wert?

Finanzplanung

© pixabay.com, geralt

Eine Lebensversicherung gehört in Deutschland nicht zu den Pflichtversicherungen wie Sozialversicherungen (bestehend aus Kranken-, Pflege-, Renten-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung) oder Haftpflicht. Dennoch ist gerade eine Risikolebensversicherung für junge Familien als finanzieller Hinterbliebenenschutz unersetzlich – für den Fall, dass der Lebenspartner überraschend stirbt. Allerdings unterscheidet sich eine Risikolebensversicherung in diversen Punkten von herkömmlichen Lebensversicherungen.

Geschichte der Lebensversicherung

Lebensversicherungen sind in ihrer frühesten Form schon aus der Antike bekannt. Im alten Rom entstanden damals Beerdigungsvereine, die für Bestattungen von Mitgliedern aufkamen. Die Ursprünge der heute geläufigen Lebensversicherungen stammen aus dem England des 18. Jahrhunderts, als erstmals altersabhängige Beiträge bestimmt wurden. In Deutschland gibt es Lebensversicherungen seit Mitte des 19. Jahrhunderts: In Gotha verkaufte eine Bank damals die ersten Versicherungen. Ende des Jahrhunderts wurde daraus die Lebensversicherung für jedermann, unabhängig vom finanziellen oder sozialen Status.

Kategorien der Lebensversicherung

Der Sinn einer Lebensversicherung besteht darin, Familienangehörige und Hinterbliebene im Todesfall finanziell abzusichern. Auch die eigene Altersvorsorge zählt dazu. Dafür wird mit einer Versicherungsgesellschaft vertraglich eine Versicherungssumme festgelegt, die zu einem bestimmten Zeitpunkt und zu bestimmten Bedingungen ausgezahlt wird. Der Versicherungsnehmer entrichtet fortan monatlich einen festen Beitrag.

Lebensversicherungen kann man nach unterschiedlichen Gesichtspunkten kategorisieren. Am geläufigsten ist die Unterteilung in Todesfall- und Erlebensfallversicherung. Bei der ersten Variante wird die Versicherungssumme nur ausgezahlt, wenn der Versicherungsnehmer stirbt. Darunter fällt die

  • Risikolebensversicherung: Die Versicherungssumme wird ausgezahlt, wenn der Todesfall während der vereinbarten Vertragslaufzeit eintritt.
  • Kreditlebensversicherung: Die Versicherungssumme wird nach dem Versterben eines Kreditnehmers ausgezahlt, um das Darlehen zu tilgen.
  • Sterbegeldversicherung: Die Versicherungssumme soll im Todesfall die entstehenden Kosten für Beerdigung und ähnliches abdecken.

Die andere Variante funktioniert exakt anders herum – stirbt der Versicherungsnehmer vorzeitig, wird seitens der Versicherung keine Leistung fällig. Eine Kombination aus Todes- und Erlebensfallversicherung ist die Kapitallebensversicherung. Darin ist vertraglich geregelt, dass die Versicherungssumme entweder als Altersvorsorge oder als Hinterbliebenenschutz ausgezahlt wird.

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Fakten zur Risikolebensversicherung

Junge Familien sollten sich Gedanken über den Abschluss einer Risikolebensversicherung machen, sobald große Veränderungen anstehen. Das kann der Bau eines Eigenheims oder die Geburt des ersten Kindes sein. Mit beidem geht eine große finanzielle Belastung einher, die eine Person allein in der Regel nicht bewältigen kann. Da bei einer Risikolebensversicherung unklar ist, ob der Tod des Versicherungsnehmers während der Vertragslaufzeit auch wirklich eintritt, sind die Beiträge deutlich geringer als bei anderen Versicherungsarten.

Möchte man seine Kinder finanziell absichern, sollte der Zeitraum der Versicherung bis zum Ende der Ausbildung reichen. Steht die Baufinanzierung im Fokus, dann sollte sich die Vertragslaufzeit mit der Laufzeit des Darlehens decken. Für die Höhe der Summe kann man sich an der Faustregel orientieren, dass etwa das Fünffache des Brutto-Jahreseinkommens ausreicht.

Aspekte, die für eine Risikolebensversicherung relevant sind

Um den Versicherungsbeitrag einer Risikolebensversicherung zu berechnen, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden – das Alter des Versicherungsnehmers, der Gesundheitszustand, die Lebenssituation und der Beruf. Auch gefährliche Hobbies oder Rauchen wirken sich negativ auf den Versicherungsbeitrag aus. Des Weiteren spielt die Laufzeit der Versicherung eine Rolle. In der Regel liegt der jährliche Beitrag zwischen 30 und 40 Euro.

Es lohnt sich, unterschiedliche Anbieter hinsichtlich der Jahresbeiträge, Zusatzoptionen und Prämien zu vergleichen, um den besten Tarif zu finden. Dieser sollte auf die individuellen Bedürfnisse eingehen und flexibel gestaltbar sein.

Die Option zur Nachversicherung wird von Anbietern häufig gewährt, damit man die Möglichkeit hat, kurzfristig auf unvorhergesehene Ereignisse im Leben reagieren zu können. Ein wichtiger Zusatzschutz ist außerdem die Unfallversicherung, durch die sich die auszahlbare Versicherungssumme erhöht.

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