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Psychologie

Risiken und Entscheidungen mit Herz und Verstand angehen

Korridor mit geschlossenen Türen
Wir alle kommen bei schwierigen Entscheidungen ins Grübeln. Wenn die Unentschlossenheit jedoch Auswirkungen auf unseren Alltag hat, kann sie problematisch werden. pixabay.com, qimono

Jeder kennt das Dilemma beim Durchsuchen der Speisekarte im Restaurant um die Ecke. Entweder ist man selbst betroffen oder man hat entscheidungsunfreudige Freunde, wenn es darum geht, was die Küche kochen darf. Sollte dieses Verhalten an einem Punkt lebensbestimmend sein, vielleicht sogar das soziale Leben erschweren und alltägliche Entscheidungen zum Problem machen, dann erhält man mit der Diagnose „Abulie“. Die bekannte „Prokrastination“ ist ein ähnliches Phänomen der Unentschlossenen, Entscheidungen oder Probleme aufzuschieben, bis dies nicht mehr möglich ist. Warum uns Menschen das Entscheiden manchmal schwer fällt, in welcher Weise Gefühle eine Rolle dabei spielen und wie man sich trainieren kann „besser“ zu entscheiden – diese Aspekte werden folgend erläutert.

Abulie – die Krankheit der Entscheidungslosen

Die Abulie, griechisch für „Willenlosigkeit“, ist eine mit weiteren psychologischen Erkrankungen einhergehend. Sie ist oft Teilsymptom der Schizophrenie: ein Sammelbegriff für komplexe Wahrnehmungsstörungen und Psychosen und nicht für die üblich angenommene Persönlichkeitsspaltung. Abulie ist eine oftmals im Präfrontalen Cortex zu lokalisierende Dysfunktion, welche durch Tumore, Kopfverletzungen oder Depressionen ausgelöst wird und im schlimmsten Fall zu sozialer Isolation und dem völligen Verlust der Willenskraft führen kann. Die Diagnose Abulie wird jedoch ausschließlich in Kombination mit anderen komplexen psychischen Erkrankungen gestellt und daher nicht isoliert behandelt.

Prokrastination – Ausweichen und Vermeiden

Das Phänomen der Prokrastination hingegen ist eine sich verstärkende Erscheinung der letzten Jahre. Eine Studie hat belegt, dass die Hirnanatomie Schuld an der „Aufschieberitis“ ist. Auch witzelnd als „Studentensyndrom“ bezeichnet, kann dieses Verhalten über einen langen Zeitraum zu groben psychischen Problemen führen. Abgabetermine, Examen oder auch fristlose Verabredungen können dabei schon als problematisch und stressig empfunden werden. Der „Prokrastinator“ verschiebt zwingend zu erledigende Angelegenheiten bis an den maximal spätesten Zeitpunkt, was oftmals zu schlechterer Qualität des Geleisteten und einem daraus resultierenden Gefühl der Unzufriedenheit führt. Auch übermäßige Selbstkritiker und Perfektionisten mit großem Ehrgeiz können daran leiden, da diese ihren eigenen Ansprüchen selten gerecht werden und daraufhin lieber kleine Erfolgserlebnisse generieren. Bis zum „Tag X“ belohnt sich der Betroffene mit angenehmeren Dinge, die zum einen erreichbar und direkt spürbar sind, zum anderen aber in den Möglichkeiten des „Aufschiebers“ liegen. Einige beginnen manisch ihre Wohnung zu putzen, andere schauen ganze Serien, obwohl man beispielsweise für eine wichtige und schwere Klausur lernen müsste.

Mit Herz und Verstand

Das grundlegende Problem ist nicht etwa die Anzahl der Aufgaben, die mit jedem Tag um ein vielfaches zu wachsen scheint, obwohl genau darin das Argument vieler Menschen mit diesem Problem liegt. Es ist auch nicht die Unterschiedlichkeit der Anforderungen, die viele Personen überfordern. Die teilweise ungesunde emotionale Verbundenheit selbst spielt oft einen großen Teil in dieser Gleichung. Der Verstand, nach Logik und Ordnung zu streben, kann den im Alltag nahezu immer emotional geladenen Sachverhalten und Anforderungen nicht gerecht werden. Es ist demnach essentiell, sich nicht ausschließlich auf seinen Verstand zu verlassen. Eine gesunde Verbindung zur eigenen Emotionalität, den Ängsten und Vorurteilen ist bei der Entscheidungsfindung ratsam. Doch wie sieht es aus, wenn Stress hinzukommt?

Was macht Stress mit den Entscheidungen?

Stress ist subjektiv und kann daher in den unterschiedlichsten Situationen auftreten. Für den einen ist es höchst belastend, sich ein Gericht aus einer limitierten Speisekarte auszuwählen; für den anderen kann es Stress bedeuten, wenn die Zukunft nicht geplant ist. Einen Plan zu haben, beruhigt viele Menschen ungemein. Dabei stehen oft auch Strategien zur Bewältigung dieser Aufgaben und Problemstellungen im Zentrum einer konstruktiven Problemlösung. Ist ein Problem definiert, kennt man die Ausmaße dessen und daher auch die Grenzen: So ist es mit Hilfe von Logik und dem daraus resultierenden Abwägen der Vor- und Nachteile leichter, eine Entscheidung zu treffen. Sollten dann jedoch Stress oder Ängste hinzukommen, werden einfache Entscheidungen zu schwerwiegenden Herzensangelegenheiten und können den gesamten Prozess erheblich verlängern. So kann es vorkommen, dass sich etwa professionelle Spieler ihrer Strategie sicher sind, die Umgebung aber eine stressige Auswirkung hat. Daraus können dann ungünstige Entscheidungen entstehen. Das von Profis geübte „Pokerface“ soll genau eine solche Situation verhindern. Das psychische Ausschalten der Umwelt ist für professionelle Spieler im Poker, Schach oder auch anderen Casinospielen wie zum Beispiel Baccarat essenziell. Besonders Poker oder die schneller voranschreitenden Casinospiele können mit neuen Gegebenheiten überraschen und den Spieler dementsprechend in einen Stresszustand versetzen. So ist es wie beim Durchlesen der Speisekarte wichtig, die Kontrolle der Vernunft zu behalten. Bei Poker und Casinospielen wie Blackjack oder Baccarat wird das oft Geldmanagement genannt, wobei Einsatzhöhen und Verluste durch verschiedene Systeme kontrolliert werden. Dies lässt Betroffene auf bekannte Muster zurückgreifen, um die anliegenden Problem schnell zu lösen, und der Stress nimmt ab.

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Risiken und Nebenwirkungen

Das Leben ist eine andauernde Entscheidung. Geht man links oder rechts, spart man Geld oder leistet man sich etwas. Jede dieser Entscheidungen tragen ein Risiko in sich. Zum einen spürt man das Risiko, etwas verpasst zu haben: Angenommen man geht links und erfährt im Nachhinein, dass der rechte Weg unglaubliche Sehenswürdigkeiten beherbergte. Zum anderen besteht auch immer das Risiko, eine persönliche falsche Entscheidung getroffen zu haben: Das Ergebnis einer Fehlentscheidungen hat in diesem Szenario einen Einfluss auf die Person selbst. Die Angst, Fehler zu machen, hemmt leider sehr viele. Und doch gibt es Strategien, die hierbei aushelfen können. Ob nun das Lieblingsgericht oder die kulinarische Neuentdeckungen – beides bereichert und lässt möglicherweise auch eine andere Perspektive zu. Diese Erkenntnis kann Druck wegnehmen und dadurch zunächst schwierig erscheinende Entscheidungen erleichtern.

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