Remote Work: Was ist das und wie funktioniert es? - scinexx | Das Wissensmagazin
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Remote Work: Was ist das und wie funktioniert es?

Digitalisierung

Wohnung
Wohnung statt Büro © Nick Keppol via flickr, CC BY 2.0

So manche tun es, viele wollen es, fast jeder hat schon einmal davon gehört: ortsunabhängig arbeiten. Ob am Schreibtisch zu Hause, im Zug während einer Geschäftsreise oder am Strand auf einer einsamen Insel: Manche Tätigkeiten lassen sich ganz komfortabel auch an diesen Orten erledigen – theoretisch, denn, ohne einen schnellen Internetzugang funktioniert es meistens nicht. Was man über Remote Work wissen muss.

Remote Work prägt unsere Arbeitswelt. Das Cambridge Dictionary definiert den Begriff als die Arbeit eines Angestellten hauptsächlich von zu Hause aus, bei der er mit dem Unternehmen per E-Mail und Telefon kommuniziert. Von dieser Definition abzugrenzen sind Selbstständige, die ausschließlich remote arbeiten, also beispielsweise sogenannte Digital Nomads. Auch wenn andere Arbeitsorte ebenfalls denkbar sind, entscheiden sich die meisten Angestellten beim ortsunabhängigen Arbeiten für den Schreibtisch zu Hause. Darum haben sich die Begriffe Homeoffice und Heimarbeit als Synonyme für Remote Work durchgesetzt. Auch von Mobile Office, Telearbeit oder Fernarbeit ist im deutschsprachigen Raum mitunter die Rede.

Mehr Zufriedenheit – weniger Produktivität?

Ob tageweise oder über einen längeren Zeitraum hinweg: Immer mehr Arbeitgeber erlauben Homeoffice. Und sie haben einen guten Grund dafür: Mehr Flexibilität bei der Arbeit, und das schließt die freie Wahl des Arbeitsortes ein, erhöht die Zufriedenheit von Mitarbeitern meist deutlich. Schließlich lassen sich Privat- und Arbeitsleben um einiges besser miteinander in Einklang bringen, wenn man erstens mehr Freizeit hat (durch den gesparten Arbeitsweg) und zweitens kleine, aber wichtige Aufgaben schon tagsüber erledigen kann und nicht erst spät abends (beispielsweise Wäschewaschen).

Die Arbeit unterbrechen und private Angelegenheiten regeln – während Mitarbeiter diese Freiheit schätzen, befürchten manche Arbeitgeber den Kontrollverlust. Solange es nicht um mehr als beispielsweise ein kurzes Telefonat oder das Annehmen eines Pakets geht, bringen sie in der Regel Verständnis auf und vertrauen darauf, dass ihre Mitarbeiter die dafür benötigte Zeit nacharbeiten. Jedoch ist es für den Arbeitgeber häufig schwer zu beurteilen, ob „schwarze Schafe“ die gewährten Freiheiten zu seinen Ungunsten ausnutzen.

Wissenschaftler der Stanford University konnten jedoch zeigen: Die Produktivität im Homeoffice ist sogar höher als im Büro – laut der Studie um 13 Prozent. Wie das möglich ist? Zunächst einmal müssen die Grundvoraussetzungen für einen reibungslosen Arbeitsablauf gegeben sein – allen voran ein schneller Internetzugang. Mittlerweile gibt es zudem zahlreiche spezialisierte Tools, die es erlauben, mit Kollegen und Vorgesetzten ebenso mühelos zu kommunizieren, als säße man gemeinsam am Konferenztisch, oder per Remote Desktop bei Bedarf auf seinen Computer am Arbeitsplatz zuzugreifen.

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Entscheidend für die höhere Produktivität im Homeoffice ist jedoch etwas anderes: Laut der Studie machen Arbeitnehmer zu Hause weniger Pausen und melden sich seltener krank, was allerdings auch eine der Tücken des Homeoffice ist, da dies der Überarbeitung Tür und Tor öffnet. Die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) konnte zudem beobachten, dass Angestellte im Homeoffice innovativer an ihre Arbeit herangehen – das PDF ist hier nachzulesen.

Remote Work is here to stay

Mobiles Arbeiten dürfte sich zum neuen Standard entwickeln. Das lässt auch eine aktuelle Studie von IDG Research Services (als PDF) erahnen: Viele Ansprüche, die Mitarbeiter an ihren „Büroarbeitsplatz der Zukunft“ stellen, haben direkt oder indirekt mit ortsunabhängigem Arbeiten zu tun. So steht nach flexibleren Arbeitszeitmodellen auf Platz 2 der Wunschliste eine schnelle Netzwerkanbindung, die sich 45,9 Prozent der Befragten wünschen. Mit 43,6 Prozent folgt auf Platz 3 der standortunabhängige Zugriff auf Dateien. Und 37,2 Prozent wünschen sich eine geringere Präsenzpflicht im Büro und mehr Homeoffice. Auf entsprechende Forderungen von Gewerkschaften will die Politik nun reagieren: In Deutschland soll bald ein Gesetz das Recht auf Heimarbeit festschreiben.

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