Privat krankenversichern – So sparen Beamte mit Beihilfetarifen bares Geld - scinexx | Das Wissensmagazin
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Privat krankenversichern – So sparen Beamte mit Beihilfetarifen bares Geld

Krankenversicherung

Familienszene
Familienangehörige von Beamten sind ebenfalls beihilfeberechtigt und können privat krankenversichert werden. © pixabay.com, 11066063

Anders als Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft können sich Beamte sowie Beamtenanwärter ohne Erreichen einer Mindesteinkommensgrenze privat krankenversichern. Aufgrund besonderer Regelungen sind sie von der Sozialversicherungspflicht befreit.

Privat oder freiwillig gesetzlich krankenversichern? – Wer die Wahl hat,…

… hat die Qual. Bei Beamten tritt grundsätzlich die Fürsorge des Dienstherrn an den Platz der Sozialversicherung. Es gilt – anders als bei Arbeitnehmer – keine Versicherungspflichtgrenze. Schließen Beamte eine private Krankenversicherung (PKV) ab, wird die Beihilfe optimal ergänzt. Unter https://www.finanzen.de/krankenversicherung/private-krankenversicherung/beamte wird unter anderem erläutert, wie sich die Kosten für eine PKV bemessen, ob und wie Familienmitglieder mitversichert sind und was Interessenten bei der Wahl einer geeigneten Assekuranz bedenken sollten.  Grundsätzlich gilt: Es spricht für Beamte nichts dagegen, sich gesetzlich zu versichern. Beamte gelten in diesem Fall – ähnlich wie Selbständige und Freiberufler – als freiwillig Versicherte. Abhängig von ihrem Einkommen müssen sie die vollen Beiträge für die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zahlen, es besteht kein Beihilfeanspruch.

Wird eine PKV abgeschlossen, sieht das anders aus. Die Beihilfe übernimmt einen großen Teil der medizinischen Kosten. Erfüllen sie bestimmte Voraussetzungen, sind Familienangehörige ebenfalls abgesichert. Beamte zahlen einen Restbetrag und sind finanziell weniger belastet. Sich privat abzusichern, ist preisgünstiger.

Die Beihilfe und was sie leistet

Beihilfe und PKV sind eng aneinander gekoppelt – der Anspruch besteht ausschließlich, wenn sich Beamte privat absichern. Abhängig von Dienstherr und Bundesland ist die Beihilfe unterschiedlich geregelt, deutschlandweit aber ähnlich. Entsprechend der persönlichen Lebensumständen werden 50 bis 70 Prozent (teilweise bis zu 80 Prozent) der Kosten für medizinische Behandlungen durch die Beihilfe übernommen. Es gelten üblicherweise folgende Beihilfesätze:

  • Beamte (kinderlos oder mit einem Kind): 50 Prozent
  • Beamte mit Ehepartner, welcher nicht gesetzlich versichert ist und dessen Einkommen nicht über eine festgesetzte Grenze hinausgeht: 70 Prozent
  • Beamte mit zwei und mehr Kindern: 70 Prozent
  • Pensionäre: 70 Prozent

Für die Dauer des Kindergeldbezugs sind Kinder beihilfeberechtigt, maximal jedoch bis zum vollendeten 25. Lebensjahr.

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Das übernimmt die Beihilfe

Die Beihilfe leistet ähnlich der GKV,  unter Umständen auch darüber hinaus. Mit der PKV ist kann sie dennoch nicht verglichen werden. Üblicherweise wird weniger erstattet, selten ist es umgekehrt.

Die Kosten werden analog der PKV abgerechnet. Rechnungen werden zunächst selbst bezahlt, bei der die zuständige Beihilfestelle eingereicht und anschließend erstattet. Die restlichen Kosten rechnen Beamte mit dem Krankenversicherungsunternehmen ab.

PKV-Tarife für Beamte

Private Versicherungsunternehmen bieten verschieden Tarife an, die auf die jeweiligen Beihilferegelungen abgestimmt sind. Abgedeckt werden die Kosten, die vom Beihilfeanspruch ausgeschlossen sind. Das Versicherungswesen spricht von „Quotentarifen“. Sie sind wesentlich preisgünstiger als Vollkostentarife. Beamten stehen folgende Optionen zur Auswahl:

  • Basistarif, der von jedem Versicherer angeboten werden muss und einen Versicherungsschutz ähnlich der GKV bietet (günstige Beiträge, bescheidenes Leistungsniveau)
  • Premium- oder Komforttarife, die deutlich mehr als die GKV leisten und individuell auf die persönlichen Wünsche des Versicherten zugeschnitten sind (z. B. Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung, Heilpraktikerbehandlungen oder hochwertiger Zahnersatz)

PKV für Beamtenanwärter

Neben Beamten sind Beamtenanwärter und Referendare ebenfalls beihilfeberechtigt. Sie können ebenfalls eine PKV abschließen. Hierfür werden spezielle Beamtenanwärter-Tarife angeboten, bei denen kein Beitrag für Altersrückstellungen fällig wird. Erfolgt später keine Übernahme in das Beamtenverhältnis, entsteht kein Verlust. Aus diesem Grund und aufgrund des niedrigen Eintrittsalters sind Tarife für Beamtenanwärter günstiger.

Kommt es zu einer Übernahme ins Beamtenverhältnis, wird der Vertrag auf den „normalen“ Beamtentarif umgestellt. Beim gleichen Versicherer ist das in der Regel problemlos möglich. Es gibt weder Wartezeiten, noch erfolgt eine Gesundheitsprüfung.

Die Sondertarife für Beamtenanwärter sind auch für Ehepartner gültig, für Kinder gelten sie nicht. Diese können in den üblichen Beihilfetarifen abgesichert werden.

Besondere Regelungen für Beamte im aktiven Dienstag

Für Beamte im aktiven Dienst, welche besonders gefährliche Tätigkeiten ausüben, gelten besondere Regelungen. Zu diesen gehören Polizisten, Justizvollzugsbeamte, Feuerwehrleute sowie Berufssoldaten.

Der Dienstherr übernimmt zu 100 Prozent die notwendigen medizinischen Leistungen. Krankenversichern müssen sich diese Beamten nicht, geleistet wird in Form von Sachbezügen gewährt.

Beamte im aktiven Dienst können sich auch über Beihilfe und PKV absichern. Diese Wahl ist jedoch unwiderruflich. Familienangehörige können die freie Heilfürsorge nicht nutzen, hier greifen die Beihilferegelungen. Mit der Pensionierung endet die Heilfürsorge, Pensionäre können sich über Beihilfe und PKV absichern.

Welche Beiträge fallen für Beamte in der PKV an?

Wie auf https://www.beamte-in-der-pkv.de/ unter anderem nachzulesen, richtet sich die Höhe der PKV-Beiträge für Beamte  – wie bei allen Versicherungsnehmern – nach

  • dem Alter des Versicherten bei Eintritt,
  • dem gesundheitlichen Zustand des Versicherten bei Eintritt und
  • den individuellen Wahlleistungen.

Auch das Bundesland beeinflusst den Beitrag, da dieses neben weiteren Faktoren den Beihilfeanspruch bestimmt. Pauschale Beträge lassen sich deshalb schwer nennen.

In der GKV gelten folgende Beitragssätze:

  • 14,6 Prozent Krankenkassenbeitrag zuzüglich individuellem Zusatzbeitrag (bis zu 1,6 Prozent) sowie
  • 3,05 (bei kinderlosen Beamten Versicherten 3,3 Prozent) Pflegeversicherungsbeitrag.

Sofern sich Beamte gesetzlich krankenversichern, reduziert sich ihr Einkommen um gut 20 Prozent.

Eine ernste Alternative ist sie für Beamte nur, wenn das Einkommen recht gering ist und gleichzeitig viele Kinder vorhanden sind. In dem Fall ist es sinnvoller, Familienangehörige kostenfrei in der Familienversicherung abzusichern.

Sparschwein
In der PKV können Beamte bares Geld sparen. © pixabay.com, Kranich17

PKV-Beitrage steuerlich geltend machen – Was geht und was nicht?

Seit Januar 2010 lassen sich Krankenversicherungsbeitrage steuerlich geltend machen, Details hierzu sind unter https://www.lohnsteuer-kompakt.de/texte/2019/156/private_krankenversicherung nachzulesen. Als Sonderausgabe werden die Basisbeiträge, die an Kranken- und Pflegeversicherung zu entrichten sind, angegeben. Anerkannt werden lediglich die Beiträge, die für die Grundabsicherung zu zahlen wären. Alle Kosten für zusätzliche Leistungen sind nicht steuerlich absetzbar.

Noch ein Wort zur Anwartschaftsversicherung

Oft taucht zusammen mit der PKV der Begriff „Anwartschaftsversicherung“ auf. Dies ist eine Versicherung, welche die aktuellen Versicherungsbedingungen „einfriert“. Im Leben kommt es immer wieder zu Situationen, die eine Aufgabe der PKV notwendig machen. Sofern absehbar ist, dass dies nur vorübergehend ist, kann die Anwartschaftsversicherung Nachteile wie

  • erneute Gesundheitsprüfung,
  • höhere Beiträge durch höheres Eintrittsalter und
  • Wartezeiten

bei Wiedereintritt in die PKV vermeiden. Die Anwartschaftsversicherung bietet dabei keinen Krankenversicherungsschutz. Sinnvoll ist sie für Personen, die beispielsweise nach Rückkehr von einem längeren Auslandsaufenthalt wieder die Vorteile der PKV nutzen möchten. Auch Pensionäre, die nicht mehr über die Heilfürsorge abgesichert sind, können davon profitieren.

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