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Nachhaltigere geteilte Mobilität durch dynamisches Zusammenlegen von Haltepunkten

Technische Universität Dresden

Nachhaltige Mobilität ist ein wichtiges Forschungsfeld der Professur für Netzwerkdynamik am Center for Advancing Electronics Dresden der TU Dresden. Unter anderem wird hier zum „Ride Sharing“, also dem Teilen von Fahrten geforscht. Die jüngste, soeben veröffentlichte Studie zu diesem Thema adressiert die Frage, wie die Effizienz des Ride Sharings durch das dynamische Zusammenlegen von Haltepunkten erhöht werden kann.

Allein der Verkehrssektor verursacht etwa ein Fünftel aller klimaschädlichen Emissionen in Deutschland. Einer der vielversprechenden Lösungsansätze auf dem Weg zu einem klimafreundlicheren Verkehrssystem ist die „Geteilte Mobilität“, also das Teilen von Fahrten mit ähnlichen Routen wie in einem flexibilisierten und breit verfügbaren Sammeltaxi (Ride Sharing). Dadurch werden weniger Fahrzeuge gebraucht und die Emissionen gesenkt.

Je mehr Fahrten man zusammenlegt, desto effizienter können Fahrten geteilt werden. Die gefahrene Strecke pro Fahrgast sinkt, wenn mehr Nutzer einen Bus teilen, und der Service wird nachhaltiger. Allerdings bedeuten mehr Nutzer:innen pro Bus auch mehr Umwege für jeden Einzelnen. Die gestiegene Nachhaltigkeit wird somit durch längere Reisezeiten erkauft.

Vier Wissenschaftler:innen des Center for Advancing Electronics Dresden (cfaed) an der TU Dresden schlagen in einer Studie nun vor, geeignete benachbarte Haltepunkte dynamisch zu zentralen Haltepunkten zusammenzulegen (Dynamic Stop Pooling). Statt alle Fahrgäste exakt vor Ort einzusammeln, laufen diese gegebenenfalls ein Stück zu Fuß. So kann ein Bus mehrere Passagiere am selben zentralen Haltepunkt einsammeln. „Die Busse fahren direktere Wege und müssen seltener halten. Das Besondere ist, dass Haltepunkte dynamisch entsprechend der aktuellen Anfragen zusammengelegt werden, sodass die Fahrtrouten der Busse flexibel bleiben“, erläutert Charlotte Lotze, die Erstautorin der Studie.

In der Studie konnte gezeigt werden, dass es für die Nutzer:innen dieses Systems gleichzeitig möglich ist, kürzer zu warten und zu fahren. Wenn sie nur einen kurzen Anteil ihres Weges laufen, können sie trotz der zusätzlichen Laufzeit mit zusammengelegten Haltepunkten im Mittel schneller sein als in einem herkömmlichen geteilten Taxiservice. „Im Ergebnis können weniger Fahrzeuge dieselben Nutzer bei gleichbleibender Reisezeit bedienen, wenn die Fahrgäste bereit sind, ein Stück zum Einstiegs- oder vom Ausstiegsort zum Ziel zu laufen“, so Lotze. „Das dynamische Zusammenlegen von Haltepunkten ermöglicht daher einen effizienteren und nachhaltigeren Service mit weniger Fahrzeugen, ohne dass die Nutzer längere Wegezeiten einplanen müssen“, ergänzt Prof. Marc Timme, Leiter der Professur für Netzwerkdynamik. (New Journal of Physics; doi: 10.1088/1367-2630/ac47c9)

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Quelle: Technische Universität Dresden

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