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Haushaltskonsum

Nachhaltige Produkte liegen voll im Trend

Ladenauslage mit Bioprodukten
Nachhaltigkeit bei Produkten nimmt für Verbraucher einen immer größeren Stellenwert ein - doch was lässt sich in diesem Zusammenhang tun? © Jason Blackeye / Unsplash.com

Die Zahlen im Überblick

Angaben zum Anteil von ökologischen und nachhaltigen Produkten am gesamten Konsum der deutschen Haushalte lassen sich nur geschätzt angeben. In den verschiedenen Bereichen des Konsums fällt der Anteil auch unterschiedlich aus. Insgesamt ist der Umsatz jedoch seit 2011 um ca. 73,5% gestiegen.

Dies sind die Marktanteile, laut dem Umweltbundesamt, in den jeweiligen Bereichen:

  • Energieverbrauchende Haushaltsgeräte: Bei den energieverbrauchenden Haushaltsgeräten lässt sich der Marktanteil zwischen 70 % und 90 % schätzen. Energieeffizienzklassen sind für viele Kunden ein Auswahlkriterium beim Kauf.
  • Mobilität: Der Bereich der Mobilität ist nicht sehr grün. Der Anteil an genutzten öffentlichen Verkehrsmitteln im Verkehr liegt nur bei etwa 9 %. Hybrid- und Elektroautos werden nur zu 1,9 % genutzt.
  • Ernährung: Im Bereich der Ernährung machen Bio-Produkte nur 5 % aus. Die Anteile variieren je nach Produkt jedoch sehr stark.

Gerade was die Emission von Kohlendioxid in privaten Haushalten pro Kopf im Jahr betrifft, gab es in den letzten Jahren kaum eine Veränderung. Ein positiver Trend ist zwar zu erkennen und die Treibhausgase, die von den privaten deutschen Haushalten erzeugt werden, sind in den letzten 15 Jahren gesunken, jedoch ist dieser nur unwesentlich. Lag im Jahre 2000 noch eine Kohlendioxid-Emission pro Kopf von etwas über acht Tonnen vor, liegt sie im seit dem Jahr 2016 nur knapp unter acht Tonnen pro Kopf.

Was können Unternehmen tun?

Öko-Produkte werden immer gefragter, die Anteile auf dem Markt in vielen Bereichen sind jedoch nicht so hoch, wie es sich viele wünschen würden. Unternehmen könnten dafür sorgen, dass die Produkte grüner werden.

Bei der Produktion könnten Unternehmen mehr biologische Materialien nutzen. Dazu kann bereits die Produktion nachhaltiger werden und sorgt für einen geringeren Ausstoß von Kohlendioxid. Dies lässt sich vor allem dann ermöglichen, wenn auf Kunststoffe bei der Produktion verzichtet werden.

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Es ist zudem wichtig, dass sich die Nutzung von fossilen Rohstoffen verringert. Biologisch nicht abbaubares Plastik wird auch heute noch von zu vielen Unternehmen verwendet. Biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe könnten eine nachhaltige Alternative bilden. Dabei ist es jedoch wichtig zu differenzieren, in welcher Umgebung die Stoffe biologisch abgebaut werden können. Oft sind Produkte, die nachhaltig hergestellt worden sind und sich als grün bezeichnen lassen, teurer. Wenn die Preise dieser Produkte gesenkt werden können, greifen Käufer seltener zu den alternativen Produkten, die nicht nachhaltig sind.

Auch bei Produktverpackungen setzen viele Unternehmen zu viel auf Kunststoffe. Gerade Lebensmittel werden in hohem Maße in biologisch nicht abbaubarem Plastik verpackt. Viele Supermärkte verzichten deswegen bereits auf viele dieser Produkte. Außerdem verzichten viele von ihnen komplett auf Plastiktüten und bieten nur noch Papiertüten an.

Wichtig ist vor allem, dass Unternehmen auch ihre Mitarbeiter schulen, umweltbewusster zu werden. Durch Förderungen und Schulungen am Arbeitsplatz, können die Emissionen auch in den Büros gesenkt werden. Verstehen sie den biologischen Fußabdruck, ist es außerdem möglich, dass sie auch privat nachhaltiger leben und auf Nachhaltigkeit setzen.

Zudem kann es auch sinnvoll sein, bei kleineren Werbeartikel die Nachhaltigkeit des eigenen Unternehmens herauszustellen. Warum nicht einmal ein nachhaltig produziertes Skizzenbuch oder Kugelschreiber in cooler Holzoptik. Dies zeigt den Verbrauchern, dass man die Wünsche der Gesellschaft ernst nimmt.

Was können Verbraucher tun?

Auch als privater Verbraucher kann man für eine höhere Nachhaltigkeit sorgen. Zunächst sollten sich Verbraucher gut informieren und verstehen, was ihr Lebensstil für Auswirkungen auf den Treibhauseffekt und die Umwelt hat. So wird es einfacher, umweltbewusster und nachhaltiger zu leben. Hier einige Tipps, wie Verbraucher dafür sorgen können, dass mehr nachhaltige Produkte produziert werden können:

  • Nachfrage anfachen: Wenn Verbraucher mehr auf Produkte setzen, die nachhaltig produziert wurden, steigt auch das Angebot. Dabei sollte neben der Produktion auch auf die Verpackung geachtet werden. Viele Produkte werden mehrfach in Plastik verpackt. Vor allem bei Obst und Gemüse kann auf Kunststoffverpackungen verzichtet werden. Gehen die Verkaufszahlen dieser Produkte zurück, setzen mehr Unternehmen auf umweltfreundlichere und nachhaltigere Methoden bei der Produktion und Verpackung.
  • Auf Textilsiegel achten: Auch beim Kauf von Klamotten kann auf ein Nachhaltigkeitssiegel geachtet werden. Auch in der Textilherstellung setzen immer mehr Unternehmen auf umweltfreundliche Methoden zur Produktion.
  • Plastiktüten meiden: Beim Einkauf können Verbraucher außerdem darauf verzichten, diesen in Plastiktüten zu transportieren. Zwar bieten viele Supermärkte ausschließlich Papiertüten an, viele bieten aber immer noch Tüten aus Kunststoff an. Wird auf sie verzichtet und bringen Kunden häufiger ihre eigenen Tragetaschen aus Stoff mit, werden sie auch weniger produziert.
  • Beitrag für die Umwelt: Verbraucher sollten bereit sein, einen höheren Preis für grüne Produkte zu zahlen.
  • Recycling: Als Verbraucher kann man oft nicht auf Kunststoffverpackungen oder auf Produkte, die zu einem großen Teil aus Kunststoff bestehen, verzichten. In diesen Fällen sollten die Verpackungen und Produkte zumindest ordnungsgemäß recycelt werden.
Plastikabfall in der Natur
Der Verzicht auf Plastiktüten könnte ein Baustein in einer nachhaltigen Produktstrategie sein. © RitaE / Pixabay

Fazit

Nachhaltige, grüne Produkte stehen immer mehr im Trend und sind jedes Jahr etwas gefragter. Das Angebot ist oft nicht sehr groß und die Produkte sind oft auch im Vergleich teurer. Die Kohlendioxid-Emission des privaten Konsums ist in den letzten Jahren nicht wesentlich gesunken. Um das zu ändern, können Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen für eine bessere Nachhaltigkeit sorgen.

Die Unternehmen können daraufsetzen, dass ihre Produkte generell nachhaltiger werden. Dies wird durch eine umweltfreundlichere Produktion und dem Verzicht von Kunststoffen bei der Produktion und der Verpackung ermöglicht.

Als Verbraucher kann man für ein besseres Angebot gesorgt werden, indem die Nachfrage gestiegen wird. Je mehr Bio-Produkte gekauft werden, desto weniger Produkte, die nicht nachhaltig sind, werden hergestellt. Außerdem sollten Verbraucher darauf achten, dass sie ihren biologisch nicht abbaubaren Müll ordentlich und ordnungsgemäß recycelt wird.

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