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Mehr als Mobilität: Zukunfts­szenarien für Autonomes Fahren

Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Wie können Städte angesichts des Klimawandels einen Wandel der Mobilitätskultur herbeiführen? Die neue Studie des Fraunhofer IAO »AFKOS: Autonomes Fahren im Kontext der Stadt von morgen« zeigt, dass autonome geteilte Mobilität eine der größten Stellschrauben für mehr Nachhaltigkeit und Lebensqualität in Städten darstellt und gänzlich neue Möglichkeiten der Flächennutzung eröffnet.

Im Oktober letzten Jahres veröffentlichte der Weltklimarat einen Sonderbericht, der prognostiziert, dass sich die Erde noch schneller erwärmt als bisher angenommen. Neben dem Klimawandel stehen Städte weltweit vor weiteren Problemen wie dem Bevölkerungswachstum sowie dem damit einhergehenden Mangel an Wohnraum und der Verknappung von Ressourcen. Dies erhöht den Druck auf Städte, der gleichzeitig steigenden Mobilitätsnachfrage klimafreundlich zu begegnen.

Autonome geteilte Mobilität als Problemlöser für die Stadt von morgen

Wie autonome und geteilte Mobilität dazu beitragen kann, einen Wandel der Mobilitätskultur in Städten herbeizuführen, haben Forschende des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in der neuen Studie »AFKOS: Autonomes Fahren im Kontext der Stadt von morgen« untersucht. »Bisher ging es beim Thema Autonomes Fahren immer nur um technische oder regulatorische Aspekte. Ich bin jedoch überzeugt davon, dass autonome geteilte Mobilität eine der größten Stellschrauben dafür ist, drängende gesellschaftliche sowie ökologische Probleme zu lösen«, sagt Studienautor und Mobilitätsforscher Claudius Schaufler. Untersuchungsgegenstand der Studie, die im Rahmen der Fraunhofer-Initiative Ambient Mobility Lab mit dem Massachusetts Institute of Technology MIT entstanden ist, waren die stadträumlichen Potenziale, die sich durch autonome und vernetzte Fahrzeuge ergeben. Auf der Ebene einer deutschen Mittel- oder Großstadt erforschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie durch neue Mobilitätsformen Flächen für Stellplätze eingespart werden, aber dennoch ausreichend oder sogar noch mehr Fortbewegungsmöglichkeiten als heute gewährleistet werden können. Beispiel dafür ist der Aufbau so genannter Mobilitäts-Hubs, die an zentral gelegenen Sammelpunkten Umsteigemöglichkeiten zu Mobilitätsangeboten wie Carsharing, Bikesharing und Roller-Sharing zur Verfügung stellen. Im April 2019 wurde ein solcher Mobilitäts-Hub in Berlin Kreuzburg eröffnet. Leihräder, Elektroroller und verschiedene Mietwagen stehen am »Hub« bereit. Die zugehörige App »Jelbi« soll Routenplanung, Reservierung und den Bezahlvorgang integrieren und wird im Sommer fertig.

Studie AFKOS gibt Orientierungshilfen für die Transformation urbaner Mobilität

Um sich zunächst einen Überblick zum Stand der Forschung zu verschaffen, haben die Studienautoren 22 bestehende Studien und wissenschaftliche Paper zu dieser Thematik analysiert, nach Szenarien ausgewertet und zu Zukunftsbildern, die im Verlauf des kommenden Jahrzehnts auftreten könnten, zusammengefasst. In Workshops hat das Forschungsteam eine Meta-Analyse dazu erhoben, inwieweit ein Zukunftsbild der politischen als auch stadtplanerischen Orientierung dienen kann. Die Erkenntnisse wurden letztlich im Hinblick auf die Kategorien Gesellschaft, Technologie, Ökonomie, Umwelt, Politik und urbane Struktur ausgewertet.

Die Ergebnisse der Studie bieten kommunalen Entscheidern sowie wirtschaftlichen Akteuren eine wissenschaftlich fundierte Diskussionsgrundlage, um Leitplanken und Zielbilder für die Mobilität von morgen festzulegen. Denn um bei der Planung von Quartieren und Verkehrsinfrastrukturen den Wandel der Mobilitätskultur und die Möglichkeiten neuer Mobilitätsformen berücksichtigen zu können, müssen schon heute die richtigen Entscheidungen getroffen werden.

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Quelle: Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO); Originalpublikation: Autonomes Fahren im Kontext der Stadt von morgen [AFKOS] http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-543668.html

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