Leben in der urbanisierten Welt: Wie leben wir heute und in Zukunft? - scinexx | Das Wissensmagazin
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Leben in der urbanisierten Welt: Wie leben wir heute und in Zukunft?

Verstädterung

Verbotene Stadt in Peking
Der Smog in Peking trübt sonnige Tage. © pixabay.com, bm10777 (CCO)

Leise Elektroautos, unkomplizierte Parkplatzsuche und schwebender ÖPNV – die Verkehrssituation in der Zukunft wird sich stark verändern und mit ihr auch unser Lebensraum. Strecken lassen sich leichter und schneller überwinden, Staus gehören der Vergangenheit an. Die verbesserte Mobilität führt dazu, dass die Welt buchstäblich zusammenwächst. Eine realistische Version prognostiziert, dass die Dörfer einen städtischen und die Städte einen dörflichen Charakter entwickeln werden. Was bedeutet das? Der Beitrag wirft einen Blick in die Megacities von heute.

Bereits 50 Prozent der Menschen leben in Städten

Noch ist die Verteilung ausgewogen, allerdings wird sich das schon bald ändern. Die Vereinten Nationen haben hochgerechnet, dass in 30 Jahren knapp 66 Prozent der Bevölkerung in einem städtischen Umfeld leben wird. Das hat auch gute Gründe: In Städten ist das Bildungsangebot größer, es gibt mehr kulturelle Veranstaltungen und natürlich auch mehr Jobs – wobei letzteres aufgrund der Digitalisierung zukünftig an Bedeutung verlieren könnte.

Zieht ein begabtes Talent in eine Stadt, zieht es erfahrungsgemäß weitere Talente an und damit steigt der Wohnraumbedarf rasant. Die Folge sind Megastädte, Wohnraumknappheit und steigende Mietpreise. Wie attraktiv ist das Wohnumfeld in einer Megacity? Diese Frage kann nur jeder einzelne für sich selbst beantworten, weil die Ansprüche höchst unterschiedlich sind.

Schon in der Zukunft angekommen: Leben einer Megacity

Stadtplaner müssen sich den großen Herausforderungen stellen und Lösungen für das zu erwartende Wachstum finden. Wir müssen mit mehr Verkehr, mehr Lärm, mehr Müll rechnen und gleichzeitig wächst das Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit, Ruhe und Sauberkeit. Ein gesundes Wohnumfeld zu schaffen gelingt in den größten Megastädten allerdings nicht. Peking zeigt unübersehbar, wie es nicht sein sollte:

  • Der Lärmpegel ist enorm. Das verursacht Stress und führt zur Einschränkung der Lebensqualität.
  • Die Luftverschmutzung ist massiv. In Peking ist die Umweltbelastung hoch. Der Smog macht die Bewohner krank.
  • Der Ressourcenverbrauch ist monströs und ungezügelt. Das hat bereits heute Einfluss auf die Klimaverhältnisse.

Abgesehen davon entwickeln sich in der überbevölkerten Stadt ungesunde Situationen in Hinblick auf die Lebensqualität. Winzige Wohnungen, wenig Grün, wenig Urlaub und staatliche Regeln, die tief in das Privatleben eingreifen machen es schwer oder gar unmöglich, einen gesunden Lebensstil zu entwickeln.

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Gesundheitliche Folgen und Gegenmaßnahmen

Eine der Begleiterscheinungen von Megacities von heute ist der erhöhte Lärmpegel. Egal, wo sich Menschen aufhalten, es gibt praktisch überall Lärmquellen. Manche nehmen die Lärmbelästigung gar nicht mehr bewusst wahr, doch das bedeutet nicht, dass sie nicht vorhanden ist. Vielmehr hat das Gehirn die Fähigkeit, permanente Belastungen auszublenden und nicht ins Bewusstsein vordringen zu lassen. Das gelingt ihm bei Straßenlärm genauso gut wie beim Brummen der Klimaanlage oder beim ständigen Geräuschpegel im Großraumbüro. Lärm bedeutet Stress, das gilt heute genauso wie in Zukunft. Eine gesundheitliche Folge der Urbanisierung ist die Beeinträchtigung der Hörfähigkeit und der anwachsende Stresspegel. Folgen von Stress sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie depressive Verstimmungen und Depressionen.

Ohrstöpsel

Individueller Schutz vor Lärm

Vor Lärm und seinen schlimmen Folgen kann sich jeder mit einem passenden Gehörschutz einfach und wirkungsvoll schützen. Auf das Gehör zu achten ist bereits heute für jeden Menschen wichtig. Sei es, um erholsam zu schlafen, konzentriert zu arbeiten oder aber entspannt durch die leider viel zu laute City zu bummeln. Gehörschutz gibt es in verschiedenen Varianten, wobei jede Variante auf eine bestimmte Situation zugeschnitten ist. Während die einen Ohrstöpsel die Geräusche komplett aussperren, lassen die anderen gefilterte Klänge durch, so dass eine Unterhaltung nach wie vor möglich ist und auch die Teilnahme am Straßenverkehr nicht beeinträchtigt wird.

Ressourcen schonen und umweltfreundlich leben

Die Auswirkungen der zügellosen Ressourcennutzung führt ganz offensichtlich zu sichtbarem Smog und auch zur Klimaerwärmung. Ein einfaches Mittel zum akuten Schutz vor Smog ist eine Atemschutzmaske, auch Partikelmaske genannt. Diese bekämpft die Symptome, nicht aber die Ursachen – nämlich die massive Umweltverschmutzung. Insofern ist jeder dazu angehalten, in seinem eigenen Alltag und Umfeld darauf zu achten, sorgsam mit dem Ressourcen umzugehen. Es hängt alles zusammen und jeder Beitrag, sei er auch noch so gering, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Genauso, wie jede kleine Umweltsünde ihre Auswirkungen hat, ziehen auch Umweltentlastungen messbare Konsequenzen nach sich. Wer sich heute noch ohne Rücksicht auf die ökologischen Auswirkungen maßlos mit Energie versorgt und in erster Linie auf seine eigene Bedürfnisbefriedigung aus ist, leistet den negativen Begleiterscheinungen von Megacities Vorschub. Peking ist dafür ein mahnendes Beispiel, dem wir auf keinen Fall nacheifern sollten.

Gegenbeispiel Kopenhagen (København): Mehr Fahrräder als Einwohner

Kopenhagen ist zwar keine Megacity, aber es ist eine Stadt, die einen echten Gegentrend zur ressourcenverschlingenden Urbanisierung darstellt. Man spricht sogar schon von „Copenhagenization“. Kopenhagen steht für die Ausweitung der Verkehrsflächen für umweltfreundliche Mobilität. Fußgänger und Radfahrer haben Vorrang, Natur kommt vor Asphalt. Auf den Dächern der Supermärkte wachsen landwirtschaftliche Erzeugnisse, die frisch geerntet in der Verkaufstheke landen. Fassaden sind mit lärmbrechenden Strukturen versehen und dämpfen den ohnehin vergleichsweise niedrigen Lärmpegel um einige Dezibel. Die CO2-Belastung steigt weltweit an, aber in Kopenhagen ist sie geringer als in anderen vergleichbar großen Städten. Der Forscher Prof. Dickson Despommier von der Columbia Universität in New York (USA) ist der Meinung, dass wir den CO2-Gehalt in der Erdatmosphäre auf das Niveau von 1980 zurückbringen könnten, wenn jede Stadt lediglich 10 Prozent aller benötigen Lebensmittel innerhalb der Stadtgrenzen selbst produzieren würde.

Hütte auf den Färöer Inseln
Back to the roots – wir besinnen uns auf Althergebrachtes und adaptieren es an die heutige Zeit © pixabay.com, peggychoucair (CCO)

Ausblick: Städte der Zukunft sind groß und grün

Die Ausweitung der Städte lässt sich nicht verhindern, denn die Bevölkerung wächst stetig weiter. Noch haben wir in Europa es in der Hand, die angehenden Megacities wie London und Berlin zu grünen Oasen mit dörflichem Charakter zu verwandeln. Denn das ist keine Utopie, sondern greifbare Wirklichkeit. Salate und Gemüse auf den Dächern sorgen nicht nur für Nahrung, sondern sie sorgen auf natürliche Weise für Kühlung. Eine weitere Lösung: City Trees, die aussehen wie ein senkrechtes Gemüsebeet, filtern feine Partikel aus der Luft und produzieren Sauerstoff. Außerdem bereichern sie das Stadtbild mit frischem Grün. Die Zukunft ist längst angebrochen und es liegt an uns, sie grün, nachhaltig, ruhig und lebenswert zu gestalten. Der erste Schritt dazu ist, sein eigenes Konsumverhalten zu überdenken und nach Möglichkeit anzupassen. Denn jeder kleine Beitrag pro Umwelt ist ein Beitrag für ein lebenswertes Umfeld.

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