Hausstaubmilben: Lästige Mitbewohner gefährden Gesundheit - scinexx | Das Wissensmagazin
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Hausstaubmilben: Lästige Mitbewohner gefährden Gesundheit

Allergien

Matratze
Allergiker schlagen Alarm, Milben finden sich in fast jedem Schlafzimmer © Pixabay.de, congerdesign

Millionen Deutsche halten sich Haustiere. Wer nicht dazugehört, hat seine tierischen Mitbewohner vermutlich nur noch nicht zu Gesicht bekommen. Maximal einen halben Millimeter misst die Hausstaubmilbe. Meist verläuft die unfreiwillige Begegnung mit den fiesen Milbentieren harmlos. Doch etwa zehn Prozent unter uns leiden an einer Hausstauballergie und laufende Nasen und juckende Augen gehören zum Alltag in deutschen Schlafzimmern.

Milbenalarm im Schlafzimmer

Die Hausstaubmilbe gehört der Gattung der Spinnentiere an und wird in Fachkreisen als Dermatophagoides bezeichnet. Die Übersetzung lautet „Hautfresser“. Die Winzlinge haben es auf menschliche Hautschuppen abgesehen. Jeder Mensch verliert pro Tag zirka 1,5 Gramm Hautschuppen. Dies ernährt ganze Generationen von Hausstaubmilben. Deren Leben dauert etwa einen Monat. In einer idealen Umgebung kann die Milbe auch mehrere Monate überleben.

Tausende Hausstaubmilben tummeln sich in unseren Betten. Die kuschelige Bettwärme, verbunden mit einer hohen Luftfeuchtigkeit schafft ideale Lebensbedingungen. Hausstaubmilben lassen sich bevorzugt auf den Matratzen nieder, bevölkern aber auch Decken und Kopfkissen. Auch Teppiche, Zierkissen auf der Couch oder die Kuscheltiere im Kinderzimmer sind bevorzugte Lebensräume. Dabei hilft selbst akribisches Putzen leider wenig, denn Hausstaubmilben widersetzen sich selbst der gründlichsten Hausfrau.

Hausstaubmilben als Gesundheitsrisiko

Hausstaubmilben machen Allergikern das Leben schwer. Dabei ist nicht die Milbe selbst der Allergieauslöser, sondern deren Ausscheidungen. Das Allergen befindet sich in den Eiweißbestandteilen des Milbenkots. Jedes der winzigen Spinnentiere produziert täglich bis zu zwanzig Kügelchen Kot.

Milbenkot gilt nach den Blütenpollen als häufigster Allergieauslöser. Nur ein Gramm Staub kann mehr als 250.000 pulverisierte Kotkugeln enthalten.

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Hausstaubmilben den Kampf ansagen

Das Vorkommen an Hausstaubmilben lässt sich deutlich reduzieren, wenn täglich gründlich gesaugt wird. Herkömmliche Staubsauger wirken dabei jedoch kontraproduktiv und blasen die Staubpartikel in den Raum zurück. Daher sollte ein Staubsauger mit Feinporenfilter verwendet werden.

Diese HEPA-Filter verhindern, dass sich der Milbenkot während des Saugens in der Luft verteilt. Allergiker sollten das Staubsaugen dennoch einer anderen Person überlassen. Ist dies nicht möglich, sollte ein Mund- und Nasenschutz getragen werden. Auch beim Leeren und Entsorgen des Staubsaugerbeutels ist Vorsicht geboten. Ein Akkustaubsauger besitzt keinen Staubsaugerbeutel und lässt sich daher leichter reinigen.

Ein Großteil der im Handel befindlichen Standstaubsauger kommt ohne Beutel aus. Die praktischen Geräte nehmen nur wenig Platz in Anspruch und sind schnell zur Hand, was bei der täglichen Benutzung durchaus Vorteile bringt. Lästiger Kabelsalat lässt sich vermeiden, wenn ein Akkustaubsauger angeschafft wird. Dieser erleichtert die Arbeit und kann auch in schwer zugängliche Winkel vordringen.

Weitere nützliche Tipps

Von Hausstaubmilben befallene Gegenstände sollten häufig in die Waschmaschine wandern. Dabei ist eine Waschtemperatur von mindestens 60 Grad notwendig. Ansonsten werden die Spinnentiere nicht abgetötet. Wer die Milben zuverlässig aus dem Spielzeug der Kinder entfernen möchte, legt die Plüschtiere für mindestens 24 Stunden in die Tiefkühltruhe.

Teebaumöl ist vielseitig in der Anwendung und kann auch gegen Hausstaubmilben helfen. Eine ausgediente Sprühflasche wird mit Wasser gefüllt. Anschließend werden 30 Milliliter Teebaumöl hinzugegeben. Mit dieser Mischung sollten alle kontaminierten Gegenstände in der Wohnung behandelt werden.

Der Handel bietet Milbensprays auf natürlicher Basis an. Diese werden beispielsweise auf der Basis von Teebaumöl hergestellt. Für den Menschen sind die Sprays ungefährlich. Den Milben vergeht jedoch der Appetit auf unsere Hautschuppen.

Hausstaubmilben vorbeugen

Hygiene und Sauberkeit verhindern zwar einen Milbenbefall nicht gänzlich, reduzieren das Vorkommen aber merklich. Vorbeugend sollte die Matratze mindestens einmal jährlich professionell gereinigt werden. Die Bettwäsche ist wöchentlich zu wechseln. Damit es nicht zu einem Wärmestau kommt, sollten die Betten nach dem Aufstehen zunächst auslüften, damit die über Nacht aufgestaute Nässe entweicht.

Eine Raumtemperatur von 18 bis 20 Grad ist ausreichend. Die Luftfeuchtigkeit sollte sich bei maximal 60 Prozent bewegen.

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