Geschichte der Shisha - Ist sie ein Kulturgut? - scinexx | Das Wissensmagazin
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Geschichte der Shisha – Ist sie ein Kulturgut?

Kultur

Raucher in einer Shisha-Bar
Shisha-Bar © iStock, InkkStudios

Die Shisha erfreut sich immer größerer Bedeutung und ist bereits heute kaum noch aus deutschen Innenstädten und vielen Wohnzimmern wegzudenken. Dabei blickt sie bereits auf eine lange Geschichte zurück, bevor sie in unseren Kulturraum gekommen ist. Wo ihre Ursprünge liegen, wie sie nach Europa gekommen ist und welche Rolle sie in unserer Kultur spielt, wird dieser Artikel beleuchten.

Die Shisha – vom Persischen und Osmanischen Reich bis zur heutigen Türkei

Woher genau die Shisha kommt und wann sie entstanden ist, ist nicht vollständig geklärt. Erste Ursprünge werden in Indien vermutet, die Shisha wie wir sie heute kennen stammt wohl aus dem Persischen Reich. Sie wird dabei im 15. oder 16. Jahrhundert verortet. Besonders jedoch durch das Osmanische Reich übertrug sich der Gebrauch in die gesamte arabische Welt.

Relativ schnell entwickelte sich eine eigene Kultur rund um die Wasserpfeife. Besonders das gemeinsame Rauchen in der Gemeinschaft macht den Reiz der Shisha aus – auch heute noch. Damals wie heute gilt das gemeinsame Rauchen der Wasserpfeife im arabischen Raum als Geste der Gastfreundschaft.

Dort ist es zudem üblich, neben der Shisha Tee zu trinken um den Geschmack zu neutralisieren. Außerdem werden kleine Speisen gereicht – diese reichen von Süßigkeiten bis zu vollwertigen Mahlzeiten. Generell dreht sich beim Rauchen der Shisha vieles um Entspannung. Deshalb wird die Wasserpfeife häufig im Sitzen oder Liegen auf Kissen, Teppichen oder Matratzen konsumiert.

Verbreitung nach Europa

Als Nachfolger des Osmanischen Reichs ist die Türkei maßgeblich für das heutige, moderne Erscheinungsbild der Shisha verantwortlich. Als Bindeglied zwischen Asien und Europa gelang die Shisha dann auch über die Türkei nach Europa. Seit Mitte der 2000-Jahre erfreut sich die Shisha nun besonders in der Jungendkultur großer Beliebtheit.

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Während zunächst eher Privatpersonen Shishas besaßen und diese dann gemeinsam mit Freunden rauchten, wächst seit einiger Zeit die Zahl der Shishabars in den Innenstädten stark an. Dort gehört, ähnlich wie in der Türkei, neben dem Konsum der Shisha an sich auch das Beisammensein zu den wichtigsten Punkten. Zudem wird getrunken und gegessen.

Als Abwandlung der typischen Shisha wurde mittlerweile auch die E Shisha entwickelt. Sie ist von der Funktionsweise vergleichbar mit einer E Zigarette. Statt des herkömmlichen Kopfes mit Tabak und Kohle wird ein elektronischer Aufsatz mit Akkus und Liquid verwendet. Da statt einer Verbrennung nur eine Verdampfung ohne Tabak stattfindet, wird unter anderem der schädliche Einfluss von Teer minimiert.

Die Shisha als Kulturgut

Ohne Frage ist die Shisha aus dem arabischen Raum kaum noch wegzudenken. Das Zusammensitzen, Teetrinken und Rauchen der Shisha ist eine wichtige kulturelle Tätigkeit. Sie fördert das Beisammen sein und sorgt für Entspannung. Besonders die historische Verankerung stärkt die kulturelle Bedeutung der Wasserpfeife. Unzählige Bräuche und ungeschriebene Gesetze haben sich in den letzten Jahrhunderten entwickelt, was typisch für Kulturgüter ist.

Doch auch in Europa entwickelt sich die Shisha nach und nach zu einem Kulturgut – besonders in der Jugendkultur. Dies lässt sich zum einen an der großen Zahl junger Konsumenten, aber auch an der wachsenden Bedeutung von Shishabars festmachen. Besonders ausgeprägt ist dies in Deutschland. Als Grund hierfür kann der vergleichsweise hohe Anteil türkischer Migranten gesehen werden, die die Shisha als Teil ihrer Kultur mitgebracht haben. So kann mit der Zeit ein arabische-osmanisches Kulturgut zu einem Teil der deutschen Jungendkultur werden.

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