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Geheimnis Schlaf – Was genau passiert eigentlich mit uns des Nachts?

Schlaf

Symbolbild Schlaf
© pixabay.com, xiangying_xu

In der Nacht spielen sich auf körperlicher und psychischer Ebene mehrere Prozesse ab, die in der Regel darauf abzielen, den Körper zu regenerieren und die Erlebnisse des Tages mental zu verarbeiten. Doch zum einen funktioniert das nicht immer und die Betroffenen wachen plötzlich auf oder schlafen nur unruhig, und zum anderen können sich auch merkwürdige Träume, Alpträume oder Ähnliches einschleichen. Was genau passiert mit unserem Geist und Körper während wir schlafen?

Im Schlaf kann der Körper sich regenerieren

Die wichtigste Funktion des Schlafes besteht darin, dass der Körper sich während der Ruhephase regenerieren kann. Er erneuet die Zellen und reguliert den Stoffwechsel, außerdem wird das Immunsystem gestärkt. Kranke haben daher einen höheren Schlafbedarf als Gesunde. Für das menschliche Gehirn ist der Schlaf ebenfalls notwendig, denn dann verarbeitet das Gehirn wichtige Informationen und Erlebnisse des Tages, oft werden auch alte Probleme aus dem Unterbewusstsein hervorgeholt und neu sortiert und bearbeitet. Dies sorgt manchmal für seltsame Träume.

Kann die Traumdeutung die Erlebnisse des Gehirns während des Schlafes entschlüsseln?

Traumdeutung ist eine interessante Möglichkeit, die nächtlichen Bilder der Träumenden zu „übersetzen“. Das war in alten Kulturen völlig normal, die alle Träume als Botschaften des Unterbewusstseins verstanden haben. In der Antike wurde beispielsweise im Asklepieion der sogenannte Heilschlaf praktiziert, bei dem die Patienten darauf warteten, vom Gott Asklepios im Traum geheilt zu werden. Heutzutage gibt es sowohl Traumdeutungsbücher für den Hausgebrauch, deren Symbolik darin aber kulturell bedingt häufig unterschiedlich gedeutet wird, als auch professionelle Deutungen. Diese werden in der Regel im Rahmen einer Psychoanalyse vorgenommen.

Wie viel Schlaf ist gesund?

Das Schlafbedürfnis ist individuell unterschiedlich und sinkt mit zunehmendem Alter. Während Säuglinge noch bis zu 17 Stunden täglich schlafen können, benötigen ältere Menschen nur noch rund 7 Stunden oder sogar noch weniger. Dabei ist es aber wichtig, dass der Schlaf so tief wie möglich ist, damit der Körper sich auch richtig erholen kann. Ein zu leichter, flacher Schlaf bringt nicht die gewünschte Erholung.

Der Schlaf selbst läuft phasenweise ab und beginnt mit dem leichten Schlaf, in dem der Körper seine Atemfrequenz sowie Temperatur und Puls senkt. Aus dieser oberflächlichen Phase kann der Mensch aber jederzeit aufwachen. Danach folgt der Tiefschlaf, in dem der Körper mit der Regeneration der Zellen beginnt. Hier wird es schon schwieriger, den Schläfer aufzuwecken und wer jetzt aufgeschreckt wird, fühlt sich benommen.

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Ungewöhnliche Schlaferfahrungen während der REM-Phase

Die tiefste Schlafphase ist die REM-Phase oder Traumschlaf-Phase. In dieser Phase kommt es zu einem besonders intensiven und lebendigen Traumerleben, woran sich der Schläfer beim Aufwachen auch gut erinnern kann. Während dieser zyklisch auftretenden Phase können sich auch verschiedene verstörende Erlebnisse ereignen wie Halluzinationen, außerkörperliche Erfahrungen oder Schlafparalysen.

Die Schlafparalyse kann besonders aufwühlend sein, weil die Schläfer dabei halb wach und halb im Traumgeschehen gefangen sind und unfähig, sich zu bewegen. Während des Schlafes sind die Muskeln höchst entspannt und der Körper sorgt dafür, dass schlafende Menschen sich nicht so bewegen können, wie sie das im Traumgeschehen tun – sie würden sich sonst möglicherweise verletzen, um sich schlagen, aus dem Bett fallen oder Ähnliches. Gerade bei Alpträumen ist es aber umso erschreckender, wenn der Träumer denkt, er sei wach, wird aber verfolgt oder bedroht und kann nicht flüchten.

Um das Risiko von Schlafparalysen zu vermeiden, können Betroffene beispielsweise in der Rückenlage schlafen, Alkohol vor dem Einschlafe vermeiden und Entspannungsübungen machen, denn wer gestresst ist, ist anfälliger für solche Erlebnisse.

Schlafstörungen können krank machen

Wer zu wenig oder zu schlecht schläft, büßt seine Leistungsfähigkeit ein und riskiert schwere Herz-Kreislauferkrankungen. Das liegt nicht nur am Stress, der nachts das Gedankenkarussell am Laufen hält, sondern auch an den Umwelteinflüssen, die sowohl den Schlaf, als auch das wichtige Traumgeschehen verhindern.

So hat beispielsweise die NORAH-Studie die Auswirkungen von Fluglärm auf den Schlaf erforscht und dabei herausgefunden, dass es dabei als direkte Folge zu Herzrasen beim Aufwachen kommt. Kurzfristig leiden die Probanden an Konzentrationsschwäche und Müdigkeit und langfristig sind sie durch Bluthochduck gefährdet, wobei auch das Herzinfarktrisiko steigt.

Symbolbild Müdigkeit
© pixabay.com, Sammy-Williams

Die Gefahren von Schlafmangel und Schlafentzug

Absichtlicher Schlafentzug ist aus der Depressionstherapie sowie als Foltermethode bekannt. Doch auch der unabsichtlich herbeigeführte Schlafmangel kann zu schweren Nebenwirkungen führen. Auf körperlicher Ebene, wenn der Körper sich nicht mehr regenerieren kann, kommt es zu Stoffwechselstörungen, frühzeitiger Hautalterung und Gewichtszunahme. Gleichzeitig leiden die Betroffenen an Kopfschmerzen, größerer Infektanfälligkeit und erhöhten Blutzuckerwerten.

Aber auch psychisch wirkt sich der Schlafmangel negativ aus. Müdigkeit und Erschöpfung sowie Antriebsmangel und Konzentrationsabfall sind die ersten Anzeichen. Darüber hinaus kommen aber auch eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit, leichte Reizbarkeit bis hin zur Aggression sowie erhöhte Stressanfälligkeit hinzu. Gefährlich ist nun auch der mögliche Sekundenschlaf, der im Straßenverkehr nicht  nur den Betroffenen, sondern auch Unbeteiligte schädigen könnte.

Bei absichtlich angewandtem Schlafentzug werden hier auch Halluzinationen und schwere psychische Störungen sichtbar, dazu kommen Gedächtnislücken, Einschränkungen des Gleichgewichtssinns oder das Gefühl, betrunken zu sein. Im weiteren Verlauf kann es dabei zu Persönlichkeitsstörungen oder Selbstmordgedanken führen. Der Weltrekord im Schlafentzug wurde übrigens 2007 aufgestellt, als Tony Wright knapp über 11 Tage lang wach blieb. Im Tierexperiment starben hingegen Ratten nach einem dauerhaften Schlafentzug bereits nach spätestens 7 Tagen.

Die Schlafforschung leistet gute Aufklärungsarbeit in diesem Bereich

Verschiedene Studien unterschiedlicher Kliniken oder gemeinnütziger Vereine, wie beispielsweise der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e.V. , die als größte schlafmedizinische Fachgesellschaft in Europa gilt, widmen sich der Erforschung von Schlafstörungen.

Sie können fachbereichsübergreifend, also auch unter Einbeziehung der Psychiatrie, Neurologie oder anderen Fachbereichen Schlafstörungen auf den Grund gehen und betroffenen Patienten dadurch wirksame Möglichkeiten aufzeigen, die Schlafstörungen zu behandeln und zu beseitigen.

 Tipps für besseren Schlaf

Es hat sich bewährt, feste und gleichbleibende Schlafens- und Aufstehzeiten (auch am Wochenende) einzuhalten, um den Körper an einen bestimmten Rhythmus zu gewöhnen. Außerdem sollte das Schlafzimmer ruhig, dunkel und gut temperiert sein, keinesfalls zu warm.

Es hilft außerdem, abends nichts Schweres mehr zu essen, keinen Alkohol zu trinken und keine aufregenden Filme zu sehen oder Computerspiele zu spielen. Störquellen wie Smartphones sollten ausgeschaltet werden. Wer stressbedingt Probleme hat, in den Schlaf zu finden, kann über Meditationsübungen oder autogenes Training diesen Prozess erleichtern.

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