So funktioniert die Technik von Spielautomaten - scinexx | Das Wissensmagazin
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Glücksspiele

So funktioniert die Technik von Spielautomaten

Spielautomaten
Typische Spielautomaten (Foto: pixabay.com, Bru-nO)

Kann man dem Zufall auf die Sprünge helfen? Und geht beim Glücksspiel alles mit rechten Dingen zu? Wir erklären die Technik hinter den „einarmigen Banditen“.

Wer schon einmal in einer Spielhalle gebannt auf die drehenden Walzen eines Spielautomaten geblickt hat, der kennt die Frage: Wie funktioniert das eigentlich? Kann man den Verlauf manipulieren, oder ist es tatsächlich alles „reiner Zufall“? Wir beantworten diese Frage heute, indem wir einen Blick in das Innere eines Spielautomaten werfen bzw. unser eigenes Spiel programmieren. Übrigens: Die Technik ist bei einem virtuellen Spiel wie Mega Molaah und einem „echten“ einarmigen Banditen genau gleich. Ob man nun also in Las Vegas oder in der Spielbank um die Ecke steht oder sogar an seinem Handy zockt, das Prinzip ist dasselbe und auch die Gewinnchancen unterscheiden sich meist nur minimal. Um hier im Einzelnen mehr zu erfahren, sollte man einen Blick auf die Auszahlungsquote werfen – wie diese berechnet wird, legen wir gleich dar.

Der Zufallszahlengenerator – der wichtigste Teil eines Glücksspielautomaten

Wenn es um das Thema Glücksspiel geht, muss im gleichen Atemzug der Zufall erwähnt werden. Ähnlich wie bei einem Würfelspiel, wo sich im Voraus nie sagen lässt, welche Augen nach dem Wurf zu sehen sein werden, ist auch ein Spielautomat dem Prinzip des Zufalls unterlegen. Und so funktioniert das Ganze:

Der Zufallszahlengenerator (auf Englisch: Random Number Generator oder kurz RNG) läuft ununterbrochen im Hintergrund der Maschine und erzeugt in jeder Minute mehrere Tausend Zahlen mit zum Beispiel je 9 Ziffern, deren Beschaffenheit völlig zufällig ist. Auf diesen Zahlen basiert später das Spiel, denn alle Spielergebnisse werden später von diesem Zufallszahlengenerator bestimmt. So schreiben es die Aufsichtsbehörden vor. Damit können Spieler sicher sein, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Denn dieses System lässt sich nicht beeinflussen – weder von vor der Maschine, noch von Seiten des Betreibers.

Wir testen unseren Zufallszahlengenerator an einem Automatenspiel

Nun wollen wir unseren Zufallszahlengenerator an einem theoretischen Automatenspiel testen, um seine Wirkungsweise noch besser verstehen zu können. Wir denken uns dafür ein klassisches Spiel mit drehenden Walzen. Den Hauptgewinn bekommt der Spieler, wenn auf allen drei angenommenen Walzen ein bestimmtes Symbol erscheint. Das sind die Eigenschaften des Spiels:

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– Es hat drei Walzen.

– Es gibt pro Walze drei Symbole (Herz, Kleeblatt und Pik)

– Es gibt eine Gewinnlinie.

– Der Gewinn wird ausgezahlt, wenn auf der Gewinnlinie dreimal das Herz erscheint.

Die drei Walzen mit je drei Symbolen ermöglichen Kombinationen von 3 mal 3 mal 3, also 27. Der Gewinn ist eine dieser Möglichkeiten, die Chancen für den Spieler auf den Hauptgewinn liegen also bei 1 zu 27. Das heißt, würde man andauernd spielen, kämen rein statistisch alle 27mal die Herzen auf der Gewinnlinie, also der Hauptgewinn. Damit der Betreiber einen Gewinn erwirtschaften kann, muss die Auszahlung des Hautgewinns kleiner sein als der 27fache Spieleinsatz. Angenommen, einmal spielen würde den Spieler 1 Euro kosten, so müsste der Gewinn kleiner als 27 Euro sein, damit der Betreiber etwas zurückbehält. Beträgt der Gewinn zum Beispiel 26 Euro, hat unser Spielautomat eine Auszahlungsquote von 96,30%. An jedem investierten Euro verdient der Betreiber also 4 Cent.

Was haben nun die Zahlen des Zufallszahlengenerators damit zu tun?

Wenn der Spieler das Spiel startet, holt sich der Automat drei Zahlen aus dem Zufallszahlengenerator. Er teilt die Zahlen durch drei und ermittelt den Restwert. Dieser kann immer nur eine Ziffer zwischen null und zwei sein. Jedem Symbol am Automaten ist eine der Ziffern zugeordnet. Nur, wenn dreimal dieselbe Ziffer errechnet wird, erscheint auch dreimal dasselbe Symbol. Handelt es sich um das Herz, bekommt der Spieler den Hauptgewinn ausgezahlt.

So erhöht der Betreiber des Automaten seinen Gewinn

Angenommen, einem Betreiber sind die Gewinnchancen für den Spieler zu groß und sein Verdienst zu gering, dann kann die Auszahlungsquote natürlich zu seinen Gunsten verschoben werden. Dafür müssen die drei Walzen einfach nur mit einem zusätzlichen Symbol versehen werden, zum Beispiel einem X. Somit erhöht sich die Zahl der möglichen Zustände von 27 auf 4 mal 4 mal 4, also 64. Man muss nun also 64-mal das Spiel starten, um einmal 26 Euro gewinnen zu können. Die Auszahlungsquote beträgt nun nur noch 40,6%. Schlecht für den Spieler, aber gut für den Betreiber.

Meistens kommen Automaten mit besonders niedrigen Auszahlungsquoten in Spielotheken zum Einsatz. Denn hier sind keine festen Auszahlungsquoten festgeschrieben. Sie müssen auch nicht veröffentlicht werden, im Gegensatz zu einem Online Casinos oder einer staatlichen Spielbank.

Natürlich haben die meisten Automaten mehr Walzen und auch mehr Symbole, aber das Prinzip ist immer dasselbe.

Faszination Glücksspiel

Wie hoch oder niedrig bestimmte Quoten nun auch sein mögen, das Glücksspiel übt seit jeher eine große Faszination auf dem Menschen aus. Das liegt daran, dass es unser Belohnungssystem anspricht. Das Zocken kann auch nicht verboten werden, wie das Beispiel Las Vegas zeigt – hier wurde das unerlaubte Spielen einfach in einen Bereich vor den Mauern der Stadt verlegt. In Deutschland ist das Gaming nur in staatlich legitimierten Einrichtungen erlaubt. Online Spiele werden aber dennoch geduldet, da es nicht möglich ist, den europäischen Markt entsprechend zu regulieren. Obwohl das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig kürzlich das Verbot von Online Casinos bestätigt hat, können Spieler also dennoch online dem Nervenkitzel mit Gewinnchancen frönen.

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