Anzeige

Frottier – die Eigenschaften und Vorteile des vielseitigen Stoffes

Florgewebe

Frottee-Handtücher
© pixabay.com, Alexas_Fotos

Wir alle haben ihn wahrscheinlich zu Hause: Frottier. Der hochwertige Stoff kann verschiedenen Anforderungen der persönlichen Hygiene gerecht werden. Durch gute Verträglichkeit, insbesondere für Hautsensible, bietet sich der Stoff perfekt für Heimtextilien an. Zudem zeichnet er sich durch eine hohe Saugfähigkeit und Flauschigkeit aus. Das Handtuch, mit dem wir uns abtrocknen oder der Bademantel, den wir tragen, besteht in den meisten Fällen aus diesem Gewebe.

Charakteristisch für Frottier-Gewebe sind seine  beidseitigen Schlingen, die ein größeres Volumen ergeben. Ein aufwändiges Webverfahren ergibt das „Dreikettengewebe“: Eine straff gespannte Basiskette wird mit Garn beschossen und zusammen bilden sie das Grundgewebe. Die lockere Oberkette erzeugt dann die charakteristischen Schlaufen. Unterschiede in der Spannung und in der Feinheit des Garns sorgen also für die Textur dieses Gewebes.

Frottier oder Frottee?

Sollten Sie über die Schreibweise gestolpert sein, dann sind Sie nicht allein. Der weitaus bekanntere Begriff, ist „Frottee“. Oft wird er fälschlich gebraucht, denn es handelt sich tatsächlich um zwei verschiedene Stoffe. Das Handtuch, mit dem Sie sich abtrocknen, oder auch Ihr Bademantel besteht aller Wahrscheinlichkeit nach aus Frottier und nicht aus Frottee, wie im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet.

Die Verwechslungsgefahr besteht darin, dass beide Stoffe zwar ähnlich aufgebaut sind, jedoch Frottier aufwändiger in der Produktion ist und als qualitativ höherwertig gilt. Es ist ein Dreikettengewebe, Frottee dagegen ein Zweikettengewebe. Weiterhin weist es hochgestellte Schlingen auf beiden Seiten auf. Somit ist Frottier dichter und flauschiger. Frottee besitzt dagegen eine glatte Seite und findet Gebrauch bei Möbeln und Kleidung. Die samtige Struktur wird mittels Drehen des Garns (Effektgarn) erzeugt.

Die Geschichte des Stoffes

Dieses noch heute verwendete Verfahren hat mit großer Wahrscheinlichkeit seinen Ursprung im Vorderen Orient, im speziellen die Türkei. Noch bis vor einigen Jahren waren Frottierhandtücher deshalb auch unter dem Namen „Turkish Towels“ bekannt. Der englische Textilunternehmer Henry Christy, der um etwa 1850 am Hof des Sultans von Konstantinopel weilte, entdeckte dort ein typisches, in Handarbeit gefertigtes, Tuch. Er schickte es zu seinem Bruder in die Fabrik nach England, der die Technik studierte, kopierte und später automatisierte.

Anzeige

Dies sollte der Durchbruch für die Hillgate-Werke werden. Die geschäftstüchtigen Brüder Christy schickten die ersten Handtücher an den Hof von Königin Victoria. Sie bestellte kurzerhand nach und verhalf den besonderen Handtüchern zu großer Bekanntheit. Noch heute ist „Christy“ eine bekannte Marke.

Wo kommt der Stoff zum Einsatz?

Der Namensursprung „frotter“ aus dem Französischen für „trocken- oder abreiben“, beschreibt schon die geläufigste Verwendung des Stoffes. Durch seine feuchtigkeitsabsorbierende Eigenschaft und das weich-griffige Tragegefühl liegt der Einsatz im Sanitär- und Wellnessbereich nahe. Im Haushalt, bei Massagen oder als Saunatuch. Besonders geeignet ist Frottier für Babys und Kinder. Er schafft hier eine gesunde Umgebung, denn das Material ist feuchtigkeitsregulierend, wärmedämmend aber auch atmungsaktiv. Es lässt sich leicht und hygienisch pflegen. In der Regel werden Baumwoll- oder Pflanzenstoffe verwendet. So lässt sich bei einer Waschtemperatur von 60 Grad die Mehrzahl der Keime abtöten.

Man unterscheidet weitestgehend vier Grundqualitäten. Die Höhe des Flors hat einen direkten Einfluss auf die Haptik des Stoffes:

  • Walk-Frottier    (weich und flauschig mit hoher Saugfähigkeit)
  • Zwirn-Frottier    (fester Griff, gedacht für Massagen)
  • Velours-Frottier (aufgeschnittene Schlingen feinen Garns ergeben eine weiche Oberfläche)
  • Wirk-Frottier     (gewirkt, nicht gewebt, eignet sich für Massagen)

Fazit

Jeder hat Frottier zu Hause und geht damit täglich um. So kann gesagt werden, dass dieser Stoff nah am Menschen ist. Und zwar aus gutem Grund: Frottier ist ein qualitativ hochwertiges Gewebe, das durch seine Eigenschaften bevorzugt Anwendung im Sanitärbereich findet. Die gute Hautverträglichkeit prädestiniert ihn für die persönliche Hygiene. Und nicht zuletzt sorgt die flauschige Textur für ein Stück Wohlbefinden im Alltag.

Anzeige

In den Schlagzeilen

Diaschauen zum Thema

keine Diaschauen verknüpft

Dossiers zum Thema

keine Dossiers verknüpft

News des Tages

Bücher zum Thema

keine Buchtipps verknüpft

Top-Clicks der Woche

Auslöser und Ablauf des größten Massenaussterbens der Erdgeschichte entschlüsselt

Tödliche Kaskade