Frauen sind leistungsstärker in warmen Büros - scinexx | Das Wissensmagazin
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Frauen sind leistungsstärker in warmen Büros

Arbeitsplatzgestaltung

Frau in modernem, hellem Büro
Das Temperaturempfinden wirkt sich aktiv auf die Leistungsfähigkeit aus. © 123rf.com / Sergey Nivens

Frauen frieren nicht nur schneller als Männer, sie sind auch leistungsfähiger, wenn sie in einem warmen Büro arbeiten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Demnach fördern hohe Raumtemperaturen bei Frauen die Leistungsfähigkeit, während sie bei Männern sinkt. Sie arbeiten leistungsintensiver, wenn es im Büro kalt ist.

Gemeinsam mit Agne Kajackaite vom Wissenschaftlichen Zentrum für Sozialforschung in Berlin hat Tom Y. Chang, der bei der University of South California beschäftigt ist, untersucht, wie sich das Zusammenspiel von Raumtemperatur und Leistungsfähigkeit gestaltet. Dabei kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass sich das Temperaturempfinden aktiv auf die Leistungsfähigkeit auswirkt, wobei die Folgen bei Männern und Frauen vollkommen gegensätzlich sind.

Aufgaben aus verschiedenen Teilbereichen

Für die aktuelle Studie wurden insgesamt 543 Männer und Frauen einbezogen. Die Probanden mussten verschiedene Aufgaben aus drei Teilbereichen lösen. Dabei waren sie unterschiedlichen Raumtemperaturen ausgesetzt, die von 16 bis beinahe 33 Grad Celsius schwankten. Im ersten Test mussten von den Studienteilnehmern fünf zweistellige Zahlen im Kopf addiert werden. Der zweite Test bezog sich schließlich auf die verbalen Fähigkeiten. Die Probanden erhielten die Buchstaben ADEHINRSTU und mussten daraus innerhalb von fünf Minuten so viele Wörter bilden wie möglich. Die dritten Aufgaben waren als kognitiver Reflexionstest gestaltet, kurz CRT. Hier wurden den Probanden insgesamt drei Fragen gestellt, wobei die intuitive Antwort hier immer die Falsche war.

Steigende Temperatur spiegelt sich in Leistungsfähigkeit wieder

Das Ergebnis der Studie ist verblüffend. So konnte jedes Grad mehr im Raum die Leistungsfähigkeit der Frauen spürbar steigern. Auch bei den Männern variierte der Temperatureinfluss auf die eigene Leistung deutlich. Die weiblichen Studienteilnehmer konnten zwischen 30 und 33 Grad Celsius Höchstleistungen erzielen und schnitten sowohl beim Rechnen als auch bei der Wortbildung deutlich besser ab. Bei Männern war die Entwicklung genau gegenteilig. Sie erzielten die besten Leistungen bei weniger als 20 Grad Celsius.

Direkten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit hatte die Temperatur bei Frauen und Männern aber nur bei den verbalen und mathematischen Aufgaben. Bei den kognitiven Reflexionsaufgaben war das anders.

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Frauen mögen höhere Raumtemperaturen

Wie Mario Berger, Redakteur bei OFFICELUX verdeutlicht, haben schon mehrere Umfragen gezeigt, dass Frauen eine höhere Innentemperatur bevorzugen als ihre männlichen Kollegen. Gerade in Büros, in denen Männer und Frauen gemeinsam arbeiten, sorgt das unterschiedliche Temperaturempfinden immer wieder für Diskussionen. Wird beim nächsten Mitarbeitertreffen über die Einstellung der büroeigenen Klimaanlage debattiert, können Frauen unter Berücksichtigung der neuesten Studienergebnisse mit ihrer Leistungsfähigkeit argumentieren.

Das unterschiedliche Temperaturempfinden beruht auf einem anderen Verhältnis von Muskeln und Fett. Frauen haben in der Regel weniger Muskeln als Männer. Dabei sind es die Muskeln, die die nötige Wärme erzeugen und das Frieren vermeiden. Dagegen hat Fett ausschließlich Isolationseigenschaften, wärmt an sich aber nicht. Während der weibliche Körper zu 25 Prozent aus Muskeln und Fett besteht, verteilt sich bei den Männern das Verhältnis auf 40 Prozent Muskeln sowie gerade einmal 15 Prozent Fett. Weiterhin haben Männer eine deutlich dickere Haut, wodurch wiederum mehr Wärme im Körper gespeichert wird. Grundsätzlich gibt es von Seiten des Gesetzgebers übrigens keine klaren Vorgaben dazu, wie kalt oder warm es in einem Büro sein darf. Arbeitgeber haben allerdings eine Sorgfaltspflicht gegenüber ihren Angestellten.

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