Fracking zur Erdgasgewinnung – erst Boom, dann Crash? - scinexx | Das Wissensmagazin
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Fracking zur Erdgasgewinnung – erst Boom, dann Crash?

Energieversorgung

LNG-Tanker "Arctic Princess" vor Hammerfes
© JoachimKohlerBremen / CC by-sa 4.0

Die USA sind durch Fracking innerhalb weniger Jahre zum größten Erdölproduzenten der Welt aufgestiegen. Sie produzieren inzwischen mehr Öl als Saudi-Arabien und Russland. So ganz nebenbei sind die USA durch Fracking auch zum größten Erzeuger von Erdgas geworden.

Verzweiflung der Ölkartelle und Erdgas-Boom der USA

Seit Jahren versucht die OPEC den Ölpreis mit Förderkürzungen zu pushen, bei einer sinkenden Förderproduktion der USA könnten die OPEC endlich auf Kürzungen verzichten. Aber derzeit sieht es nicht so aus, denn erst letzte Woche hat die amerikanische Energiebehörde EIA eine Prognose veröffentlicht, der zufolge der Ölproduzent USA im kommenden Jahr seinen Output auf 13,29 Millionen Barrel pro Tag anheben wird. Was kann den größten Erdgasproduzenten noch stoppen?

Hoffnung auf Crash

Die USA sind als Umweltverschmutzer seit 2018 im Aufwärtstrend, denn seitdem sind ihre CO2-Emissionen nach dreijährigem Absinken wieder um 3,4 Prozent gestiegen. Zur gesteigerten Erdölförderung kommt die Kohleförderung und der CO2-Ausstoß durch Kraftwerke, Industrie, Gebäude und Verkehr dazu. Das alles ergibt eine beträchtliche CO2-Menge, die in der Atmosphäre landet und die Klimaerwärmung weiter anheizt.

Fakten gegen Fracking-Boom

  • Die Zahl der Bohrlöcher ist laut Experten seit letztem Jahr um 20 % gefallen, was sich auf die laufende Produktion auswirken könnte.
  • Als weiteres Indiz gilt, dass der Frackingindustrie wegen fehlender Kreditgeber das Geld ausgeht.
  • Als Ursache für die Probleme giltdie Tatsache sein, dass sich beim Fracking kaum noch Kosten einsparen lassen und daher stattdessen die Investitionen gekürzt werden.
  • Hinzu kommen die steigenden Arbeitslosenzahlen in der Fracking-Industrie.
  • US-Öl-Aktien werden gemieden und können nicht mit den internationalen Energiebehörden mithalten.
  • Zuerst wird an den besten Lagestätten eines Ölfeldes gebohrt, die nachfolgenden Bohrstellen sind weniger produktiv.

Ende der Boom-Phase & Crash?

Schon 2012-2014 gab es einen ersten Crash nach einer Boom-Phase. Experten prognostizieren: Der derzeitige Fracking-Boom habe bereits den zweiten Höhepunkt überschritten und der nächste Crash stehe bevor. Der zweite Boom käme zustande, weil hohe Preise die Investoren ermutigen würde, was zur Überproduktion führe. Die Folge ist eine Sättigung an den Weltmärkten, die  mit einem Sinken der Preise einhergeht. Im Moment lassen die Auswirkungen aber noch auf sich warten, weil die Handelskonflikte der USA und die Iran-Sanktionen für einen weiteren Preisschub auf dem Ölmarkt sorgen könnten. Diese würde auch die Gaspreise wieder in die Höhe treiben und Rechnung beim Endverbraucher landen.

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Fracking-Boom – Umweltfolge

Der Fracking-Boom wird von der US-Regierung gefördert, um eine Energie-Vormachtstellung zu erreichen und so andere Länder von ihrem Fracking-Öl und –Gas abhängig zu machen. Dieses Vorhaben könnte zu größeren CO2-Emissionen führen und die Welt weiter in eine Klimakatastrophe treiben.

Es bleibt zu hoffen, dass die USA mit einem baldigen Wechsel in der Politik auch die Rolle als  Klimaschützer weiter ausbauen und sich weniger um die Fracking Vormachtstellung in der Welt kümmern.

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