Flüssiggas – das sauberste Nebenprodukt - scinexx | Das Wissensmagazin
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Flüssiggas – das sauberste Nebenprodukt

Energieträger

Raffinerie
Flüssiggas ist eigentlich ein Nebenprodukt, das bei der Herstellung von Heizöl oder Leichtbenzin entsteht. Früher wurde das leichte Gas einfach vor Ort verbrannt. Heute gewinnt es mehr und mehr an Bedeutung als umweltfreundliche Alternative zum Heizöl und auch für Gasfahrzeuge. © pixabay.com, skeeze

In der Schule haben alle gelernt, es ist flüssig oder es ist ein Gas. Flüssiggas erscheint auf den ersten Blick als Begriff ein Widerspruch zu sein. Butan oder Propan sind normalerweise bei Raumtemperatur gasförmig. Doch unter leicht erhöhtem Druck verändern sie ihren Aggregatzustand. Schon acht Bar Druck reichen aus, um eine Mischung aus Butan und Propan flüssig werden zu lassen. Die Anteile können dabei variieren. Flüssiggas für die Heizung unterliegt der DIN 51622, die besagt, dass die Mischung 95 Prozent Propan und Propen enthalten muss und zu fünf Prozent Beimischungen von Ethan und Butan enthalten darf. Flüssiggas ist eine Kohlen-Wasserstoff-Verbindung. Als Gas ist das Volumen 260-mal größer als in flüssigem Zustand. Das heißt, 1000 Liter Gas ergeben rund vier Liter Flüssiggas. So lässt sich das Gas viel leichter transportieren und lagern.

Gasflaschen-Lager
Flüssiggas kommt in speziellen Flaschen zum Verbraucher. Darin herrscht ein höherer Druck, der aus voluminösem Gas eine leicht handhabbare Flüssigkeit macht. © pixabay.com, ulleo

Flüssiggas – nicht nur zum Kochen und fürs Camping

Propan und Butan (auch LPG genannt) fallen bei der Erdöl- und Erdgasförderung als Begleitgas an. Früher ließen die Produzenten es ungenutzt entweichen oder haben es sogar abgefackelt. Heute ist es zu einem wichtigen Energieträger geworden und spielt im täglichen Leben eine immer größere Rolle. Es kommt beim Kochen und Heizen zur Anwendung, aber auch als Kraftstoff oder beim Camping in der Gaslampe oder in Feuerzeugen. Beim Verbrennungsprozess reagieren die Hauptbestandteile des Gases, Kohlenstoff (C) und Wasserstoff (H) mit dem Sauerstoff der Luft zu Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H2O). Der Kohlenstoffgehalt in Flüssiggas ist geringer als der in Erdgas. Der Verbrennungsvorgang setzt etwa 15 Prozent weniger CO2 frei als bei Heizöl. Es hat außerdem einen hohen Heizwert und wesentlich weniger Luftschadstoffe, die in die Umwelt gelangen können. Es entstehen weniger Ruß und Asche. Damit sinken auch die Feinstaub- und Stickoxidemissionen. Das sind alles Argumente, die für die Verwendung von Flüssiggas als Brennstoff sprechen.

Die Gewinnung von Flüssiggas

Aus Rohöl entstehen in Raffinerien eine Vielzahl von Produkten, beispielsweise Schmieröle, Diesel, Heizöl, Kerosin, Petroleum, Leichtbenzin und auch Flüssiggas, die durch Destillation voneinander getrennt werden. Die Temperaturen sind in den Destillationskolonnen unten am höchsten. Leichte Bestandteile steigen nach oben, der leichteste Stoff bildet die oberste Schicht und das ist das Flüssiggas. Abtrennung und Reinigung der Gase erfolgen in den nächsten Schritten. Damit ist das Gas für die Weiternutzung und -verarbeitung aufbereitet. In Deutschland gibt es hauptsächlich Flüssiggas aus deutschen Raffinerien. Nur etwa 20 Prozent des Bedarfes kommt aus dem Nordseeraum.

Eisbäre auf treibender Eisscholle
Es ist höchste Zeit etwas für den Klimaschutz zu tun. An den Polen beginnt das Eis zu schmelzen, wodurch der Lebensraum vieler Tiere bedroht ist. © pixabay.com, cocoparisienne

Flüssiggas für Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Flüssiggas stellt eines der reinsten Produkte der Erdölraffination dar. Damit es für die verschiedenen Einsatzbereiche geeignet ist, muss das Flüssiggas noch weitere Reinigungsprozesse durchlaufen. Schwefel ist eine mögliche Verunreinigung, die die Qualität des Gases beeinträchtigen kann. Erst wenn der Reinigungsprozess abgeschlossen ist, kommt das Flüssiggas in den Handel und steht Industrie und Endverbrauchern zur weiteren Nutzung zur Verfügung. Je nach Einsatzbereich variiert der Anteil an Propan. So enthält das Autogas, das häufig ein Propan-Butan-Gemisch ist, im Sommer 60 Prozent Butan und 40 Prozent Propan. Im Winter ist das Mischungsverhältnis umgekehrt (60 Propan zu 40 Butan).

Bio-LPG entsteht bei der Produktion von Biokraftstoffen aus pflanzlichen Ölen ebenfalls in Raffinerien. Das biogene Flüssiggas ist eine Möglichkeit, nachhaltige Heizenergie bereitzustellen. Damit lässt sich die Nachhaltigkeitsstrategie unterstützen und ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Berechnungen zufolge könnte LPG schon heute 17 Prozent des Heizbedarfs decken.

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So kommt das Gas zu den Verbrauchern

Damit das Flüssiggas von der Raffinerie zum Händler und schließlich zum Endverbraucher kommt, wird es in Tankschiffen, Bahnkesselwagen oder Straßentankwagen transportiert. Auf diese Weise lassen sich Propan, Butan oder ein Gemisch daraus sicher transportieren. Wichtig dabei ist, dass die Transportunternehmen die ADR-Vorschriften für den Transport von Gefahrgut einhalten.

Auch die Nutzer, die einen Flüssiggastank besitzen, das können Unternehmen oder auch Endverbraucher sein, müssen ebenfalls bestimmte Sicherheitsbestimmungen für die Lagerung von Gas einhalten. Dabei ist es sehr wichtig, dass die Anlage regelmäßig von einer fachkundigen Stelle zu untersuchen ist. Die Eigenschaften von Flüssiggas und die zusätzlichen Sicherheitsbestimmungen für die Gasanlage machen Flüssiggas zu einem sehr sicheren Brennstoff. Das ist ein weiterer Grund, warum Flüssiggas zum Heizen so beliebt ist.

Klimaschonend heizen mit Flüssiggas

Mit dem Energieträger Flüssiggas können Privathaushalte klimaschonende Heizanlagen betreiben und damit die immer strengeren energetischen Anforderungen der Bundesregierung an Wohngebäude einhalten. Dabei lassen sich diese Heiztechnologien sehr gut mit der Nutzung von erneuerbaren Energien kombinieren. Es ist dabei möglich, die Verbesserungen schrittweise vorzunehmen, beispielsweise im Rahmen einer ohnehin anstehenden Sanierung, sodass keine enorm hohen Investitionen zu stemmen sind. Zudem gibt es staatliche Förderprogramme für die Heizungsmodernisierung, wie Kredite oder einmalige Zuschüsse von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau).

Flüssiggas – fossiler Energieträger mit geringer CO2-Emission

Flüssiggas ist wie Heizöl und Erdgas, ein fossiler Energieträger. Wird das Gas verbrannt, entsteht CO2, das klimaschädlich ist. Wenn Flüssiggas klassisches Heizöl oder Strom als Energieträger ersetzt, ist es auf jeden Fall die bessere Heizalternative.

Auch beim Vergleich der Heiz- und Brennwerte schneidet Flüssiggas besser ab. Der Heizwert sagt etwas darüber aus, welche Wärmemenge bei der Verbrennung unter festgelegten Normbedingungen entsteht. Der Brennwert ist die Wärmemenge, die bei der Verbrennung und der Abkühlung der Verbrennungsgase freigesetzt wird. Die Angabe des Heizwertes erfolgt in Kilowattstunden pro Kilogramm – kWh/kg. Der Brennwert ist in Kilowattstunden pro Kubikmeter angegeben – kWh/m3. Auch hierbei schneidet das Flüssiggas am besten ab.

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