Familie: Steckt die Erziehung in der Krise? - scinexx | Das Wissensmagazin
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Gesellschaft

Familie: Steckt die Erziehung in der Krise?

Weinender Junge in den Amen seiner Mutter
Kinder müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Eltern notfalls für sie da sind. © Francisco Osorio / CC-BY 2.0

Die meisten Eltern wünschen sich, dass ihr Kind ihnen zu 100 Prozent vertraut, viel Freiheit zur Entfaltung seiner Potenziale hat und dadurch früh Selbstständigkeit lernt. Doch wie der Weg dahin auszusehen hat, darüber herrscht Uneinigkeit. Während frühere Generationen oft einen strengen Erziehungsstil verfolgten, ist heute eher ein antiautoritärer Ansatz verbreitet. Doch wo verläuft die Grenze zwischen Freiheit und Maßregelung?

Die insbesondere von älteren Menschen geäußerten Vorwürfe kommen nicht von ungefähr. Zunehmend häufiger beobachtet man tobende Kleinkinder, bei denen die antiautoritäre Erziehung keinerlei Beruhigungseffekt zu erzielen scheint. Eltern säßen hier einem prinzipiellen Irrtum auf Zwar Kinder suchen aktiv nach Möglichkeiten, ihre angelegten Potenziale zu entfalten, so Studien des Zürcher Entwicklungsforschers und Kinderarzt Remo Largo. Infolgedessen reagieren viele Eltern r mit nahezu gänzlichem Verzicht auf Maßregelungen: Schlechtes Benehmen wird häufig einfach hingenommen; nicht zuletzt, weil Beobachtungsstudien sagen, die Unterstützung der Eltern fördere die kindliche Entwicklung. Was dabei allerdings in den Hintergrund gerät: Laut Psychotherapeuten basiert die Entwicklung von Autonomie auf der aktiven Austragung von Eltern-Kind-Konflikten.

Geringe Frustrationstoleranz wegen Überfürsorglichkeit

Tatsächlich bestätigen Beobachtungsstudien, dass sich Kinder besser von ihren Eltern lösen können, wenn sie sich in der Beziehung zu ihnen sicher fühlen. Um frei ihre eigenen Erfahrungen sammeln zu können, müssen sich Kinder demnach darauf verlassen können, dass ihre Eltern notfalls für sie da sind. Das daraus resultierende Vertrauen gilt als Basis späterer Selbstständigkeit und wird von Konflikten, die auf gesunde Weise ausgetragen werden, in keinster Weise gestört.

Obwohl zur Entwicklung der Selbstständigkeit auch Freiraum wichtig ist, schließt dies Maßregelungen nicht aus. Dass Kinder Dinge kaputt machen, laut sind und manchmal stören, gehört dazu. Aber schlechtes Benehmen einfach hinzunehmen, steht dem Erziehungsansatz entgegen. Während es im ersten Lebensjahr noch um die Entwicklung des Urvertrauens geht, solle man ab dem zweiten Lebensjahr keine Konflikte scheuen, betonen Experten. Geht es um die Gesundheit von deutschen Kindern und Jugendlichen, wird immer öfter eine geringe Frustrationstoleranz beobachtet. Der häufige Grund: überfürsorgliche Eltern.

Freiraum zur Entfaltung bedeutet grundsätzlich nicht die Freiheit, alles machen zu dürfen. Vielmehr sind damit Methoden wie freies Spielen gemeint, ab dem Grundschulalter vielleicht auch Aufenthalte in Feriencamps wie denen von go-jugendreisen.de. Dort kann sich der Nachwuchs abseits der Eltern frei ausprobieren, während die Erwachsenen mit fluege.de in den Urlaub fliegen. Obwohl Kinder naturgemäß im Zentrum des Familienlebens stehen, sollten gewisse Grenzen gezogen werden. Haben Kinder Narrenfreiheit und merken, dass sie stets Rückmeldung bekommen, nutzen sie das schnell aus – und Eltern laufen Gefahr, sich dem Nachwuchs zuliebe selbst zu vernachlässigen.

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Kinder müssen lernen, mit Enttäuschungen umzugehen

Ob mit lustigen Videos auf dem Smartphone oder Süßigkeiten: Die heutige Elterngeneration weiß genau, wie sie den nörgelnden Nachwuchs ablenken und beruhigen kann, wenn Stress und Quengelei drohen. Viele Kritiker halten aber auch das für eine bedenkliche Entwicklung: Werden Kinder durch Hilfsmittel ständig ruhiggestellt, lernen sie nicht, mit Wut und Enttäuschungen umzugehen. Der Umgang damit stellt jedoch einen der wichtigsten Entwicklungsschritte zu stabilen Persönlichkeiten dar.

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