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Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Entwicklung biobasierter Weichmacher

Kunststoffe müssen auf dem Weg zum Endprodukt gut zu verarbeiten und optimal auf die jeweilige Anwendung angepasst sein. Hierbei helfen Weichmacher, die in der Mehrzahl auf Phthalat-Basis hergestellt werden – eine Chemikalie, die nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommen darf. Gesetzliche Bestimmungen und steigendes Umweltbewusstsein erfordern zunehmend phthalatfreie Produkte. Fraunhofer UMSICHT entwickelt biobasierte Weichmacher unter anderem für Biokunststoffe mit dem Ziel, den biobasierten Anteil von Kunststoffen zu erhöhen und die Leistungsfähigkeit des Materials zu verbessern.

Weichmacher gehören zu den meistverkauften Chemikalien weltweit, bis 2018 wird die Nachfrage auf über 7,6 Millionen Tonnen pro Jahr steigen (Marktstudie Weichmacher 11/2013, Ceresana Research). In vielen Anwendungen sind die in die Diskussion geratenen Phthalat-basierten Weichmacher durch neue Substanzen ersetzt worden. In Biokunststoffen wie dem holzbasierten Celluloseacetat (CA) sind sie jedoch nach wie vor enthalten, denn nicht jeder Weichmacher verträgt sich mit Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen und entfaltet die erhoffte Wirkung.

Weichmacher für Thermoplaste mit polaren Eigenschaften

Fraunhofer UMSICHT stellt auf der 79. Internationalen Grünen Woche Berlin vom 17. bis 26. Januar 2014 neue biobasierte Weichmacher vor. Auf Basis der seit kurzem kommerziell verfügbaren biobasierten Bernsteinsäure entwickelt das Oberhausener Forschungsinstitut im Rahmen des vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoff e.V. (FNR) geförderten Projekts »Bioethanol 2.0« neue biobasierte Ester (Bernsteinsäuredialkanoate). Die dazu notwendigen biobasierten Alkohole werden mit Hilfe eines patentierten Verfahrens aus Bioethanol und weiteren Komponenten hergestellt.

Bernsteinsäuredialkanoate unterscheiden sich von anderen biobasierten Weichmachern wie z.B. solchen auf Basis von Pflanzenöl oder der potenziell allergen wirkenden Abietinsäure durch einen ausgeprägten polaren Charakter, d.h. die Atomgruppen der Bernsteinsäuredialkanoate sind elektrisch geladen. Zielpolymere sind folglich Thermoplaste mit eher polaren Eigenschaften wie z.B. Polyvinylchlorid (PVC), Polylactide (PLA), Polyhydroxybuttersäure (PHB), CA aber auch Polystyrene (PS).

(Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, 17.01.2014 – AKR)

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