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Eine kleine Geschichte des Feuers

Kulturgeschichte

Symbolbild Feuer
Feuer ist eine Naturgewalt und gefährlich, heute ist es für uns dennoch eine Selbstverständlichkeit.. © GettyImages, 13threephotography

Es lässt sich wohl ohne jeden Zweifel behaupten, dass die Menschheit heute ohne das Feuer nicht dort wäre, wo sie sich befindet. Wir haben es den Flammen zu verdanken, dass wir uns sprunghaft weiterentwickeln und uns noch besser vermehren konnten. Doch noch vor tausenden von Jahren war das Feuer nicht so selbstverständlich, wie es etwa heute für uns ist. Feuer ist allgegenwärtig, es geht eine Gefahr von ihm aus, allerdings zieht es uns auch an und sorgt für Gemütlichkeit und Romantik, beispielsweise wenn wir vor einem offenen Lagerfeuer oder im prasselnden Schein eines Kamins sitzen.

Wir haben Feuer viel zu verdanken

Einige Hinweise deuten darauf hin, dass die ersten Menschen vor rund 1,5 Millionen Jahren das erste Lagerfeuer nutzten. Einige eher umstrittene Belege, sagen sogar, dass Menschen das Feuer schon vor 2 Millionen Jahren für sich entdeckt hatten. Wirklich genutzt und eingefangen werden konnte es jedoch erst viel später.

Fest steht, dass das Feuer die kulturelle und die biologische Evolution des Menschen maßgeblich vorangetrieben hat. Feuer steckt in nahezu allem. Es wird in der Produktion von unseren Alltagsgegenständen, beim Kochen von Essen und natürlich zum Entspannen zu Hause vor dem heimischen Kamin oder Kamineinsatz genutzt. Wir können ein offenes Feuer in unseren vier Wänden kontrollieren und empfinden es als angenehm. Das war jedoch nicht immer so.

Feuer einfangen, allerdings ohne Knowhow

Wie bei so vielen anderen bahnbrechenden, technischen Neuerungen der Menschheit war auch das Feuer wohl eher eine zufällige Entdeckung. Ganz am Anfang entstand es beispielsweise durch Vulkanausbrüche oder war die Folge von Blitzeinschlägen. Vor etwa 700.000 Jahren konnten die Menschen diese Feuer dann zum ersten Mal einfangen.

Dazu mussten sie beispielsweise Blitzeinschläge abwarten und dann das Feuer dort quasi abgreifen. Mit Hilfe eines Lagerfeuers wurden die Flammen dann am Leben gehalten. Bis sie das Feuer jedoch wirklich unter Kontrolle hatten, in dem sie es auch selbst entzündeten sollten noch mehrere Hunderttausend Jahre ins Land gehen.

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Feuer selbst entzünden – Die Erfindung des ersten Feuerzeugs

Vor etwa 32.000 Jahren lernten die Menschen dann, wie man das Feuer selbst entzünden kann. Ganz am Anfang wurden dazu noch Steine genutzt, die aneinander geschlagen wurden. Dadurch entstand ein Funke, der auf Zunder landete. Bei Zunder handelt es sich um leicht brennbare Materialien. Es wurde beispielsweise aus Zunderschwämmen oder Zunderpilzen gewonnen. Das entflammte dann wiederum Äste und Stöcke, bis schließlich ein Feuer entstand.

Das Entzünden eines Feuers sorgte für mehr Freiheit und Flexibilität bei den Menschen. Sie waren vom Wetter unabhängig. Außerdem musste nicht mehr ständig darauf geachtet werden, die Flammen am Leben zu halten. Noch bis ins 19. Jahrhundert war diese Methode des Feuermachens weit verbreitet.

Überleben in kälteren Gefilden

Das Feuer bot den Menschen ganz neue Möglichkeiten sich zu entwickeln. Unter anderem konnten sie nun in kälteren Gefilden überleben. Am Lagerfeuer konnten sie sich in der Nacht wärmen, ohne beispielsweise im Winter zu erfrieren. Dadurch wurde folglich die Lebenserwartung erhöht und die Population konnte gesteigert werden.

Dazu trug unter anderem auch bei, dass das Feuer ein natürliches Abschreckungsmittel gegen wilde Tiere war. So konnten sich die Menschen gegen Angriffe wehren, also kamen dadurch ebenfalls weniger ums Leben. Das Licht ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Die Menschen konnten länger wach bleiben und hatten mehr Zeit am Tag. Das trieb wiederum die Kultur voran. Der Tag musste nicht unbedingt nur noch aus Jagen und Sammeln bestehen.

Biologische Evolution durch bessere Ernährung

Mit der Entdeckung des Feuers konnten die Menschen ihre Nahrungsmittel, die sie sich beschafft hatten, endlich durchgaren. Heute können wir nur erahnen, wie viele Menschen durch den Konsum von verdorbenem Fleisch ums Leben gekommen sind. Das Feuer tötet jedoch Bakterien in der Nahrung ab und macht sie für den Körper besser bekömmlich.

Nährstoffe können durch das Braten und Kochen viel besser aufgenommen werden. Dadurch konnte sich unser Gehirn viel schneller und besser weiterentwickeln. Die menschliche Evolution konnte also dank des Feuers und der daraus folgenden neuen Ernährungsweisen einen großen Sprung machen. Dieses Plus an Energie und Nährstoffen war offenbar entscheidend für die Entwicklung des Homo sapiens.

Feuer und Keramik

Als Nächstes lernten die Menschen mit dem Feuer umzugehen und Neues zu erschaffen. Beispielsweise entstand durch feuchten Lehm und Hitze das erste Porzellan. Nahrungsmittel konnten besser aufbewahrt werden oder sogar mit Hilfe dieses neuartigen Geschirrs einfacher zubereitet werden. Später entwickelten die Menschen einfache Feueröfen, in denen Keramik gebrannt und Essen zubereitet werden konnte.

Feuer und Dampf

In Lehm- und Tongefäßen wurde dann auch Wasser erhitzt, das dann zum Kochen und zur Erzeugung von Wasserdampf genutzt wurde. Im 19. Jahrhundert war das schließlich der Schlüssel zur Industrialisierung. Ab dann entwickelten sich Kultur, Wirtschaft und die Menschen selbst schlagartig weiter.

Feuer sorgt heute für ein warmes, sicheres Gefühl

Heute ist Feuer für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir bekommen Feuerzeuge an jeder Ecke und können es meist auch kontrollieren. Dennoch stellt Feuer noch immer eine Gefahr dar, wenn wir es nicht kontrollieren können. Man denke beispielsweise an die großen Waldbrände, die jedes Jahr überall auf der Welt wüten.

Dennoch gibt es uns zu Hause in unseren eigenen vier Wänden oder draußen am Lagerfeuer ein Gefühl der Sicherheit. Es liegt wohl in unseren Genen, dass allein der Anblick von Feuer in uns etwas Ursprüngliches und Warmes hervorruft.

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