E-Zigaretten deutlich weniger krebserregend als herkömmliche Tabakprodukte - scinexx | Das Wissensmagazin
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Verdampfer

E-Zigaretten deutlich weniger krebserregend als herkömmliche Tabakprodukte

Dampfer
Nun erwiesen: Mit der E-Zigarette kann die Aufnahme Krebserregender Stoffe stark minimiert werden. © lindsayfox / pixabay (CC0 Public Domain)

Die Nutzung von „Vaporizern“ nimmt seit einigen Jahren stark zu. Sie gelten allgemein als weniger gesundheitsschädlich als Zigaretten, doch fehlten lange wissenschaftliche Beweise. Zu den gesundheitlichen Auswirkungen gibt eine Studie nun ausführlicher Auskunft.

Es gibt eine schier unendliche Auswahl an Geräten, Aromen und den so genannten „Liquids“ um die E-Zigarette zu befüllen. Doch genau so vielfältig wie die Auswahl im Dampferladen sind auch die kritischen Stimmen, die auf die noch unbekannten möglichen gesundheitlichen Konsequenzen des Konsums hinweisen.

Es sollte klar sein, dass es sich bei den Verdampfern schon längst um einen etablierten Trend handelt – und das, obwohl die gesundheitlichen Risiken größtenteils unbekannt waren, und wiederholt vor möglichen Spätfolgen gewarnt wird.

Wie schädlich traditionelles Rauchen sein kann, sollte jedem bekannt sein – doch über mögliche Gefahren, welche regelmäßiges „Dampfen“ darstellen könnte, fehlten bisher Langzeitstudien.

So konnte noch keine Klarheit für Konsumenten und Kritiker geschaffen werden. Die Diskussion zwischen überzeugten Nutzern und kritischen Stimmen zieht sich schon lange dahin, und kam bislang zu keinem Ergebnis, da keine wissenschaftliche Basis dafür vorhanden war.

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Eine Studie, um der Diskussion ein Ende zu setzen

Doch nun könnte diese Diskussion ein für alle Mal beendet sein. Die britische Organisation für Krebsforschung (Cancer Research UK) hat im medizinischen Journal „Annals of Internal Medicine“ die Ergebnisse der ersten Langzeitstudie veröffentlich. Nun können sich beide Seiten des Gespräches endlich auf wissenschaftliche Fakten beziehen.

Dabei ist zu beachten, dass es sich hierbei um die ersten Ergebnisse einer Studie handelt, bei der tatsächlich die Effekte auf den Körper von Konsumenten untersucht wurden. Im Gegensatz wurde in Studien in der Vergangenheit rein chemische Analysen der inhalierten Stoffe angestellt. Es handelt sich also nicht mehr um eine Projektion von möglichen gesundheitlichen Folgen, sondern um eine Analyse der tatsächlichen Schadstoffkonzentrationen in Speichel und Urin von Langzeitnutzern (beispielsweise Raucher, die seit mindestens sechs Monaten vollständig auf die elektronische Alternative umgestiegen sind).

Dabei wurden mehrere Gruppen verglichen: Raucher von herkömmlichen „Kippen“, die bereits erwähnten Umsteiger (sowohl auf E-Zigaretten als auch auf andere Tabakalternativen wie zum Beispiel Nikotinpflaster), und Konsumenten, die sowohl herkömmliche Zigaretten als auch Ersatzprodukte parallel nutzen (insgesamt n = 181).

Ergebnisse der Studie

In der Pressemeldung von „Cancer Research UK“ wird zusammenfassend gesagt, dass E-Zigaretten insgesamt deutlich ungefährlicher als traditionelle Tabakprodukte sind. Die Aufnahmemenge von Nikotin, dem Suchtmittel in Tabak, wies keine Unterschiede abhängig von der Form der Aufnahme auf – die Konzentrationen der Abbauprodukte in den Proben bei allen Gruppen waren vergleichbar. Dennoch waren auffällige Unterschiede bezüglich krebsrelevanter Stoffe vorhanden: Die Raucher herkömmlicher „Kippen“ schnitten hier wesentlich schlechter ab als Nutzer von Ersatzprodukten oder elektronischer Zigaretten. Die Werte zwischen den Gruppen, die die Glimmstängel vollständig mit Dampfern oder anderen Alternativen ersetzt haben, waren ungefähr gleich.

Dabei ist zu beachten, dass Nikotin zwar die physische Abhängigkeit von Tabak verursacht, jedoch selbst nicht karzinogen ist. Dafür verantwortlich sind diverse Stoffe aus anderen Nebenprodukten, die unter anderem beim Verbrennen entstehen.

Was bedeutet das in der Praxis?

Für Raucher, die sich nicht sicher waren, ob ein Umsteigen auf die E-Zigarette eine sichere Alternative darstellt, gibt diese Studie nun zumindest bezüglich krebserregender Stoffe Entwarnung. Immerhin gut ein Drittel aller Todesfälle, die auf die Folgen von Tabakkonsum zurückgeführt werden, stehen direkt mit Krebsleiden in Verbindung. Somit würde diese Gefahr beim Umstieg deutlich eingedämmt werden – etwa genauso effektiv wie bei der Nutzung von Nikotinpflastern oder nikotinhaltiger Kaugummis.

Was Raucher jedoch beachten müssen: Dabei ist es wichtig, dass nach dem Umstieg vollkommen auf herkömmliche Tabakprodukte verzichtet wird. Die Gruppe, die diese zusätzlich zu modernen Ersatzprodukten konsumierte, konnte keine niedrigeren Konzentrationen an karzinogenen Stoffen verzeichnen.

Auch die Vermutung vieler kritischer Stimmen, dass durch das Verdampfen der „Liquids“ deutlich höhere Mengen an Nikotin aufgenommen würden, hat sich nicht bestätigt. Das Suchtpotenzial wird also im Vergleich nicht erhöht. Die Effektivität von E-Zigaretten, um langfristig das Rauchen von Tabak zu entwöhnen, wurde ebenfalls in einer anderen Studie bereits bestätigt.

Zigarettenkippen
NGehört für viele „Dampfer“ vielleicht bald nur noch der Vergangenheit an: Der überfüllte Aschenbecher. © PublicDomainPictures / pixabay (CC0 Public Domain)

Nikotinsucht selbst wird nicht direkt bekämpft

Ein Problem, vor dem Raucher auch bei der Nutzung weiterhin stehen: Durch das Nutzen von Ersatzprodukten nimmt der Körper weiterhin das Suchtmittel Nikotin auf, und wird somit von der physischen Abhängigkeit selbst nicht befreit. Doch im Gegensatz zu anderen Darreichungsformen wird der Raucher dadurch entlastet, dass die psychischen Komponenten der Angewohnheit (das Einatmen von Rauch beziehungsweise Dampf an sich, die traditionelle „Raucherpause“ und die haptischen Gewohnheiten wie das Spielen mit der Zigarette in der Hand) dabei ebenfalls weitergeführt werden. Das kann bei einer langsamen Entwöhnung hilfreich sein, und stellt für viele Rauche möglicherweise so einen realistischeren Ansatz zum Entzug dar.

Ebenfalls bieten die „Liquids“ den Vorteil, dass auf Wunsch der Nikotingehalt genau geregelt werden kann. So ist es möglich, sich gezielt nach und nach an weniger Nikotin zu gewöhnen, und somit die Sucht zu bekämpfen. Bezüglich der „Liquids“ mit angepasster Nikotin-Konzentration erhält man im Dampfer Shop fachkundige Beratung.

Ein weiterer Vorteil: Auch für Passivraucher wird somit die Krebsgefahr gemindert, und der Geruch ist meist ohnehin angenehmer als der anhaftende Rauch herkömmlicher Zigaretten.

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