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Digitale Medizin – eine Chance, auch für Angstpatienten

Verbesserte Gesundheitsversorgung durch Digitalisierung

Symbolbild Telemedizin
© iStock.com, Geber86

Die Zukunft der Medizin hat längst begonnen. Das gilt für den digitalen Alltag in Arztpraxen genauso wie für moderne Methoden der Robotik. Davon profitieren auch Menschen mit Angst vorm Arzt.

Wer krank ist, geht zum Arzt. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Denn viele Menschen scheuen den Gang zum Mediziner. Dafür gibt es viele Gründe, zu denen auch lange Wartezeiten bis zum Termin oder in der Sprechstunde zählen. Das ist einer der Punkte, wo die Digitalisierung für Patienten echte Hilfestellung leistet, Beispiel zum durch das Angebot einer Online-Terminbuchung.

Die Angst vor dem Arztbesuch ist weit verbreitet

Während jedoch einige Menschen schlicht den organisatorischen Aufwand eines Arztbesuchs scheuen, gibt es allein in Deutschland rund zwei Millionen Menschen, die echte Angst vor Medizinern haben. Der Fachbegriff dazu lautet Iatrophobie und diese geht weit über das normale Maß an Furcht – etwa vor schmerzhaften Behandlungen beim Zahnarzt – hinaus. Das Fatale für Menschen, die an Arzt-Phobie leiden: Beschwerden werden unbehandelt immer schlimmer. Ein gutes Beispiel dafür ist der Zahnarztbesuch, der immer wieder aufgeschoben wird. Unbehandelt kann sich aus einem kleinen Loch schnell massiver Kariesbefall entwickeln und der kann massive Schmerzen verursachen. Allerdings – und das wissen Iatrophobiker auch – wird in solchen Fällen auch die Zahnarztbehandlung langwieriger und schmerzhafter. Ein Teufelskreis. Wie die Angst vor dem Arzt entsteht und was man dagegen tun kann, hat die Psychologin Franziska Geiser im Interview mit der Apotheken-Umschau erklärt.

Darüber hinaus kann auch bei Angst vor Ärzten die digitale Technik helfen: mit der Videosprechstunde, bei der ein Angstpatient nur indirekt mit der Situation konfrontiert wird, die ihm massive Probleme bereitet. Stattdessen kann er die Telekonferenz nutzen, um seine Ängste abzubauen, in dem er sich zum Beispiel die Behandlung genau erklären lässt, ohne unter Behandlungsdruck zu stehen.

Online-Symptomsuche kann Ängste verschlimmern

Gerade Angstpatienten sollten eines allerdings tunlichst vermeiden: das Recherchieren von Krankheitsbildern und Behandlungsmöglichkeiten mithilfe von Suchmaschinen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen macht Dr. Google krank. Das hat unter anderem eine Studie an der Universität Köln gezeigt. Dabei wurden die Probanden für fünf Minuten gebeten, das Netz nach persönlichen Symptomen zu untersuchen. Direkt nach der Suche machten sich die Studienteilnehmer vermehrt Sorgen um die eigene Gesundheit. Zum anderen aber hat sich Dr. Google auch als ausgesprochen unzuverlässig erwiesen, was die Diagnostik angeht. Das ist das Fazit einer Untersuchung an der Universität im australischen Perth.

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Schlussendlich kommt also niemand, der krank ist, tatsächlich um den Arzttermin herum. Dabei nutzen immer mehr Menschen die Möglichkeiten der Telemedizin – nicht nur solche mit krankhafter Angst vor dem Mann im weißen Kittel.

Neue Möglichkeiten der digitalen Behandlung

Diese Entwicklung hat eine Reihe handfester Vorteile. Videosprechstunden nämlich ermöglichen auch Menschen den Zugang zu Spezialisten, die zum Beispiel im ländlichen Raum mit einer geringen Arztdichte leben. Die aufwendige Anreise in eine Großstadt fällt aus. Das ist nicht nur für ältere Menschen mit geringer Mobilität ein echter Gewinn. Damit nicht genug: Videosprechstunden ermöglichen es dem Arzt auch, den Gesundheitszustand seines Patienten regelmäßig zu kontrollieren. Damit kann er schneller aktiv werden, sollte dieser sich verschlechtern.

Des Weiteren birgt die Digitalisierung in der Medizin auch Chancen für eine bessere Behandlung, Stichwort elektronische Patientenakte. Mit ihrer Hilfe können Ärzte verschiedener Fachrichtungen schnell und unkompliziert medizinische Details zum Patienten austauschen und interdisziplinäre Behandlungen effektiv in die Wege leiten. Informationen gehen nicht mehr verloren, auf Veränderungen im Krankheitsbild können alle behandelnden Ärzte schnell und gemeinsam reagieren.

Ein weiterer Aspekt der medizinischen Digitalisierung ist die sogenannte Robotik. Bereits heute werden beispielsweise Patienten, die dauerhaft liegen müssen, per Robotik regelmäßig und automatisch umgelagert. Auch im Operationssaal hat diese digitale Technik bereits Einzug gehalten, zum Beispiel als robotergestützte Chirurgie bei minimalinvasiven Operationen. Der behandelnde Chirurg kann dabei die Arme des Roboters millimetergenau steuern. Unwillkürliche Bewegungen der Hände werden damit ausgeglichen.

Ein anderes Beispiel ist der medizinische Roboter, der eigenständig durch Gefäße und das Herz navigiert. Aber auch in der Pflege bietet die Robotik Chancen, gegen den Fachkräftemangel aktiv zu werden und die Versorgung der Patienten auf hohem Niveau zu gewährleisten.

Zusammengefasst kann die medizinische Digitalisierung eine echte Chance auf Verbesserungen im Gesundheitssystem darstellen. Vor allem auch, indem sie administrative Tätigkeiten der Ärzte reduziert und diese somit wieder näher an den Patienten bringt. Denn Organisation und Koordination verschiedener Behandlungen sind in jeder Arztpraxis enorme Zeitfresser. Darüber hinaus kann sie die Sicherheit des Patienten enorm steigern, indem sie beispielsweise Fehldiagnosen mithilfe von künstlicher Intelligenz deutlich reduziert.

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