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Gesellschaft

Die Digitalisierung erfasst die Welt

Die Welt ist digitaler geworden, sowohl im Beruf als auch im Privaten. © pixabay.com, pixel2013 (CC0)

In zahlreichen Artikeln wurde bereits das Thema Digitalisierung andiskutiert. Mit einem Blick in die Schulen, in denen die Kinder von heute als Digital Natives gefördert werden. Mit Blick auf die Industrie, in der SmartServices eine immer größere Bedeutung zukommt. Und mit Blick auf die Wirtschaft, die händeringend nach geschultem Fachpersonal sucht. Grund genug heute einmal den Stand der Digitalisierung zu erfassen: in der Berufswelt und im Privaten.

Die Digitalisierung der Arbeitswelt

Die Arbeitswelt schreitet in punkto Digitalisierung in großen Schritten voran. Bereits im Jahr 2016 hieß es vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: „Dienstleister haben die Nase vorn.“ Entscheidend für die Umsetzung der Digitalisierung, so heißt es in diesem Fachartikel, sei vor allem die Entscheidung der Unternehmen für oder gegen eine Investition. Welcher Form von Investition die Digitalisierung im Betrieb angestoßen kann, kann natürlich nur systemischer Natur sein. Und so startet die Idee, das Unternehmen in digitale Wege zu lenken, häufig mit der Frage danach, welches System dazu dienen kann. Die Antwort klingt abstrakt: Enterprise Resource Planning ist der Schüssel zum digitalen Erfolg. In einfachen Worten ausgedrückt, geht es dabei um die Anschaffung eines ERP-Systems, das die Möglichkeit bietet, alle Ressourcen im Betrieb an zentraler Stelle zu planen und zu organisieren.

Die Zahnräder, die sich in einem Unternehmen drehen, sind miteinander verknüpft. Wie sie allerdings miteinander wirken und zusammen funktionieren, das kann nur in einem ERP-System transparent dargestellt werden. © pixabay.com, geralt (CC0)

Die Gemeinsamkeit aller ERP-Systeme ist dabei die Datenbank, die einen großen Datentopf darstellt. In diesem Datentopf befinden sich meist zahlenartige Informationen über Zeit, Gebäude, Maschinen, Personal und Kapital. Und da eben diese Daten zahlenmäßig erfasst sind, lassen sich Querverbindungen ziehen. Ein ERP beantwortet nicht nur die Frage, wie viel Personal im Unternehmen arbeitet, sondern auch, in welchen Bereich, mit welcher Auslastung und zu welchem Effizienzgrad. Der Grad der Effizienz kann dann wiederum mit den Produkten korreliert werden und der Unternehmer sieht so, welche Produkte in der Fertigung und unter Einbeziehung aller Kostenfaktoren effizient sind.

Der Schlüssel für die Digitalisierung der Arbeitswelt heißt ERP

Dieser ermöglicht es Betrieben, …

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  • die unternehmerische Strategie darauf anzupassen.
  • eine Fülle an Daten zu erfassen, zu kontrollieren und zu korrelieren.
  • komplexe Geschäftsmodelle transparent umzusetzen.
  • Mitarbeitern mit mehr Flexibilität am Arbeitsplatz entgegen zu kommen.
  • Prozesse im Betrieb effektiv zu steuern.

Die Digitalisierung revolutioniert das Privatleben

Aus den Reihen der Kritiker heißt es häufig, die Digitalisierung würde den menschlichen Part des Privatlebens zerstören. Allerdings muss sich jeder, der diese Aussage tätigt, überlegen, ob die Digitalisierung oder das digitale Leben eben diese „Zerstörung“ angelastet werden kann.

Tatsache ist, dass es in einer Familie, in der es keine Spiele mehr gibt und statt der Spielesammlung das Tablet in der Mitte des Familientisches platziert wird, um Mensch-ärgere-dich-nicht zu spielen, sicherlich nicht das Familienleben unter der Anwendung der digitalen Spielvariante leidet. Vermutlich leidet in diesem Fall eher die Feinmotorik der Kinder, die – im schlimmsten Fall – zuhause gar nicht lernen, wie sich ein Würfel oder eine Spielfigur anfühlt. Ein ähnliches Beispiel mit demselben Effekt hat das digitale Puzzle: Natürlich schulen digital verfügbare Spiele das Regelwissen und Spielvermögen der Kinder. Allerdings vernachlässigen sie auch einige Details, die nur beim Spiel mit real verfügbaren Spielen erlebbar sind. Allerdings sollten diese Beispiele vielleicht eher unter der Rubrik „digitale Lebenswelt“ verortet werden.

Wer im Familienleben auf haptische Erlebnisse, wie beispielsweise das Anfassen und Erkunden einer Karte, der vergibt sich einen großes Erlebnisschatz. Nicht immer ist das Kartenprogramm im Smartphone eine adäquate Alternative. © pixabay.com, 3643825 (CC0)

Absolut kontraproduktiv wird es allerdings dann, und an dieser Stelle haben die Kritiker durchaus Recht, wenn die Digitalisierung in der Familie den normalen Umgang hemmt. Anstatt zu sprechen und miteinander zu interagieren, versinkt jedes Familienmitglied in den Tiefen von Tablet, Smartphone und Co. Die berühmte Sprachbox shoppt auf Anweisung das, was sich die Familienmitglieder wünschen. Doch auch an dieser Stelle wäre es falsch, jegliche digitale Ideen vom Tisch zu fegen. Gefragt ist vielmehr eine sinnvolle Integration digitaler Möglichkeiten.

Die Digitalisierung der Privatwelt kann durchaus auch positive Effekte haben.

  • Der schleichenden Vereinsamung und sozialen Entfremdung, die als Folge der digitalen Revolution deklariert wird, kann entgegengehalten werden, dass ein wacher Umgang mit dem neuen Kommunikationsnetz durchaus eine Bereicherung sein kann. Und diese Bereicherung kann auch denjenigen einen Zugang zur Welt verschaffen, die durch ein Handicap nicht regelmäßig physisch daran teilhaben können.
  • Ermöglicht die digitale Arbeitswelt Mutter oder Vater, mehr Zeit zu Hause zu verbringen, ist das ein großer Gewinn für den Familienalltag. In dieser Studie heißt es, dass die Tätigkeit im Homeoffice zehn Stunden oder gar mehr sparen würde. Diese Zeitersparnis kann der Familie zu Gute kommen.
  • Schafft es die Familie, digitale Helfer als solche zu nutzen, so kann der stressige Zeitfresser „Familieneinkauf“ beispielsweise deutlich entschleunigt werden. Wer den wöchentlichen Bedarf einfach liefern lässt, der hat mehr Zeit und Muße für den gezielten, idealerweise gemeinsamen Einkauf mit der Familie.

Fazit: Die Digitalisierung eröffnet Chancen und braucht Know-how

Wer mit kritischem Blick auf die Wege der Digitalisierung achtet, der macht es im Grunde genommen genau richtig: Es geht darum, Entwicklungen zu erkennen, Chancen auszuloten und die Möglichkeiten der Digitalisierung so zu nutzen, wie sie in die Berufswelt und ins Arbeitsleben passen.

(Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Autor Daniel Theiss., 16.03.2018 – )

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